Zuckerrübenkampagne vom Wetter geprägt

Von: Otto Jonel
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Keine Trecker, keine Transporter. Während auf den Straßen die Kampagne bereits beendet ist, werden die letzten Rübenreste auf dem Fabrikhof zu Zucker verarbeitet. Foto: Jonel

Jülich. Für manchen schien sie einfach ewig zu dauern, die Zuckerrübenkampagne 2010. Aber selbst die Ewigkeit hat ein Ende. Am Freitag rollten - abgesehen von einigen Nachzüglern - offiziell die letzten Züge auf den Betriebshof der Zuckerfabrik Jülich, und übers Wochenende verschwanden die letzten Reste der braunen Berge im Inneren des Werkes, um sich in „weißes Gold” zu verwandeln.

Am Sonntag zerfaserte kein Wind mehr die Wasserdampffahne über dem Schornstein. Ein untrügliches Zeichen, dass auch diese außergewöhnliche Kampagne ein Ende gefunden hat.

Dr. Helmut Esser, Koordination Landwirtschaft Pfeifer und Langen, eröffnete die Bilanz der Kampagne mit einer erstaunliche Feststellung: „2010 ist das zweitbeste Jahr von der Menge her betrachtet.”

Wer hätte das nach verregneter und verspäteter Aussaat im Frühjahr, nach einem heißen Frühsommer und einem eher zu nassen Hochsommer gedacht?! Niemand so recht, auch nicht die erfahrenen Rübenbauer und -verarbeiter. Angesichts der widrigen Bedingungen war in Erwartung einer kümmerlicheren Ernte sogar der Kampagnenstart um eine Woche nach hinten verschoben worden.

Ausgerechnet der nasse August aber bescherte den Rüben auf dem Feld ein enormes Massenwachstum, das letztendlich alle Prognosen übertraf. Mit 1,5 Millionen Tonnen Rüben - darin enthalten ist auch das Kontingent Rüben aus dem holländischen Südlimburg - wurde im Jülicher Werk von Pfeifer & Lange eine so große Menge verarbeitet, dass nur das Rekordjahr 2009 mit 1,7 Millionen Tonnen „besser” war.

Masse ist die eine, Klasse die andere Seite der Kampagnenmedaille. Und da tun sich doch Unterschiede auf. Denn nicht gerade auf Rekordniveau ist die Süße der Ernte. „Der Zuckergehalt von 16,6 - im Vorjahr lag er bei knapp unter 18 Prozent - ist nur Durchschnitt”, erklärt Esser, um doch zu einem insgesamt zufrieden stellenden Fazit zu gelangen: „In der Summe ist die Kampagne deutlich besser als erwartet.”
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