Zu Tausenden auf einer Reise durch die Zeit

Von: ptj
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In früheren Epochen ging es mitunter derb zur Sache. Hier greifen Kelten römische Legionäre an. Anders als vor 2000 Jahren hatten diesmal Kämpfer und Zuschauer reichlich Spaß am kriegerischen „Nachbarschaftstreffen”. Foto: Jagodzinska

Jülich. „Eines der schönsten Epochenfeste, das wir je hatten”, freuten sich Parkchefin Dorothée Esser und Dirk Mommertz vom Juliacum Entertainment Service, die ideen- und erfolgreiche Veranstaltungskooperative bei Großevents im Park. Dicht an dicht drängelten sich die Gäste am Pfingstfest zur siebten Auflage.

Der Besucherschwerpunkt lag auf dem ersten Feiertag, für den die Meteorologen schönes Wetter angekündigt hatten. Der bewährte Mix aus Alt und Neu hatte eine noch größere Bandbreite als bisher erreicht, räumlich und thematisch: Erstmals wurde die Wiese zwischen den Themengärten mit einbezogen. Getoppt wurde ferner mit 350 Teilnehmern jedes bisherige Angebot.

Ein Muss für die vielen Familien unter den Stammgästen sind die obligatorischen Indianer und Cowboys mit ihren Tänzen und Riten sowie die Ritterspiele.

Premiere war die pädagogisch wertvolle und lebendige historische Modenschau quer durch die Jahrhunderte: Vom Römer und Burgunder über den Wikinger bis hin zur Kavallerie Nord Virginias im Amerikanischen Bürgerkrieg, in Begleitung ihrer häufig schwangeren Damen.

Es folgte ein nach Besuchermeinung „besonders intelligenter” britischer Corporal, der im „Namen Ihrer Majestät Victoria” in Afrika unterwegs war, „ein paar Wilde zu bekämpfen”. Diese entpuppten sich als Aktivheer von 22.000 gut organisierter Zulu-Kriegern.

Der Corporal war mit seinem roten Rock und weißen Helm eine wunderbare Zielscheibe. Deshalb war erstes Ziel der Briten in Afrika, „mit Kaffee und Tee den Helm zu färben”. Mongolen und Schotten komplettierten die beeindruckende Schau, die in den jeweiligen Lagern ihre detaillierte Fortführung fand, neben weiteren Bekleidungsvorführungen gab es Handwerks-, Spiel- und Waffenpräsentationen.

Kurz darauf fand im Lager der kaiserlichen römischen Truppe des frühen nachchristlichen Jahrhunderts, der XV Legio Primigenia, eine der Schlachtdarstellungen aus verschiedenen Epochen statt. Hierbei handelte es sich um einen Belagerungsaufbau, bei dem die römische Darstellungsgruppe von einer keltischen Reenactmentgruppe eingekesselt wurde. Hintergrund war die keltische Forderung nach Nahrung.

Mehrfach trafen die wesentlich besser ausgerüsteten und perfekt Latein sprechenden Römer und ihre Angreifer aufeinander. Überraschend war die Teilnahme einer keltischen Frau. „Das ist historisch belegt”, beteuerte eine Normannin aus dem 12. Jahrhundert unter den zahlreichen Zuschauern die Echtheit der Darstellung.

Einigen Witz hatte der Kampf trotzdem, ließ es sich etwa so manch eine vermeintliche Leiche nicht nehmen, zur besseren Beobachtung der weiteren Kampfhandlungen den Kopf zu heben. Ein Highlight war auch die Rückkehr von Blumammu” alias Hartmut Albrecht, der mit Witz und Wissen die Massen um sich scharte.

„Wir haben die Gene des mesolithischen Jägers”, betonte der schlagfertige „Steinologe”, der seine Bögen selbst aus Eibenholz fertigt und einen erstaunlich lebendigen Eindruck in Techniken und Probleme des Steinzeitmenschen gab.

Besonders die Kinder kamen auf ihre Kosten: Sie beobachteten Kampf- und Handwerkspräsentationen, erprobten sich im Bogenschießen und Axtwerfen und trommelten mit den Indianern. Ein weiterer Anziehungspunkt waren Zoo, Spielplatz, Kletterfelsen und die Wasseranlage, wo zumindest am Pfingstsonntag kaum ein freier Platz zu finden war.
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