Ziehen Volkshochschule und Archiv in die alte Schirmerschule?

Von: Volker Uerlings
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Wie soll die alte Schirmerschule in Jülich genutzt werden? Volkshochschule und Stadtarchiv könnten hier einziehen - nach aufwändiger Sanierung. Foto: Volker Uerlings

Jülich. Die Herzogstadt verfügt nicht nur über altes Gemäuer, das Historiker oder Touristen verzückt. Etliche Bauten des letzten Jahrhunderts sind entweder ein Fall für die Sanierer oder die Abrissbirne. Dazu zählen zum Beispiel die Stadthalle und die jetzt „frühere” Schirmerschule, die ja den Betrieb in einem neuen Zuhause aufnimmt.

Was aber soll mit den Altgebäuden in bester Innenstadtlage geschehen? Noch vor der Sommerpause hat sich der Ausschuss für Kultur, Integration und Soziales mit dieser Frage befasst und für die Schirmerschule mehrheitlich eine Antwort gefunden: Sanieren und weiter nutzen. Vom Raumangebot wäre hier reichlich Platz für die Volkshochschule (VHS) und das Stadtarchiv.

Diese Frage hatte die Verwaltung im Auftrag des Ausschusses vor der Diskussion geprüft. Das Ergebnis war eindeutig, denn das Stadtarchiv, das aus allen Nähten platzt, könnte in Teilen des Kellers der Schirmerschule problemlos 400 Quadratmeter nutzen. Das entspricht dem Bedarf, den Archivleiter Dr. Horst Dinstühler ermittelt hat.

Die VHS passt gar komplett in die beiden Geschosse darüber, wie Hochbauamtsleiter Leo Heuter im Ausschuss informierte. Das umfasse nicht nur den Bereich im Alten Rathaus einschließlich Verwaltung, sondern auch die zukünftig möglicherweise wegfallenden Räume im Schulzentrum Linnicher Straße. Die Sanierung dieser Einrichtung, die danach auch die Realschule aufnehmen soll, ist ja bereits beschlossene Sache.

Allerdings ginge die weitere Nutzung der Schirmerschule mächtig ins Geld, daran ließ Heuter keinen Zweifel. Er bezog sich auf eine sehr grobe Kostenkalkulation, die schon 2004 bei der Entscheidung über den Schirmerschul-Neubau eine Rolle spielte. 13000 Kubikmeter umbauter Raum mal 250 Euro - so lautet die Faustformel. Das macht 3,25 Millionen Euro plus etwa 20 Prozent Nebenkosten, insgesamt also rund 3,9 Millionen Euro.

Dieser hohe Aufwand geht einerseits auf ein fehlendes Brandschutzkonzept zurück, das laut Leo Heuter teure Rauchschutztüren, eventuell eine Brandmeldeanlage und die Schaffung eines zweiten Fluchtweges im Dachgeschoss erforderlich machen könnte. Bislang sei brandschutztechnisch eine „geduldete Situation” zu konstatieren.

Auf jeden Fall müsste freilich das komplette Leitungsnetz für Wasser, Abwasser, Heizung, Elektrizität erneuert und um EDV-„Strippen” erweitert werden. WC-Anlagen, neue Fenster samt Sonnenschutz, möglicherweise eine Dachsanierung und eine neue Heizzentrale summieren sich obendrein. Leo Heuters Fazit: „Das wird nicht für kleines Geld zu machen sein.”

Dazu wäre das Bauwerk heiztechnisch von der Stadthalle zu trennen, was ebenfalls Probleme aufwirft. Beide Einrichtungen nutzen bislang eine gemeinsame „Wärmezentrale”. Koppelt man den einen Teil ab, muss für den anderen eine neue Lösung her, die ebenfalls Geld kostet.

Wechselspiel mit Vorteil

Für die Volkshochschule bezog Leiter Günter Vogel im Ausschuss eindeutig Stellung: „Ich bin gern bereit, mit der VHS komplett umzuziehen, allerdings nicht im jetzigen Zustand der Räume.” Das städtische Immobilien-Wechselspiel hätte eine weiteren Vorteil: Wenn die VHS aus dem Alten Rathaus ausziehen würde, könnte das unter Raumnot leidende Sozialamt davon profitieren.

Einige waren sich alle Fraktionen, dass dem unter akuten Problemen leidenden Stadtarchiv geholfen werden soll.

Es sei der „Druckpunkt”, der sich noch erhöhen werde, wie Günter Vogel formulierte.

Der Ausschuss regte an, jetzt in die konkrete Kostenkalkulation einzusteigen, um dem nächsten Stadtrat, der am 30. August gewählt wird, eine Entscheidungsgrundlage zu liefern.
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