Jülich - Zeltdisco: Jugendliche feiern Altweiber

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Zeltdisco: Jugendliche feiern Altweiber

Von: ars
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Auf dem Welt ins Disco-Zelt: Die Jungs sind schrill kostümiert und geben sich cool. Foto: ars
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Blick ins Disco-Zelt auf dem Schlossplatz: Die Mädels haben sich jeck geschminkt und plaudern miteinander.

Jülich. Das „Zelt“, wie die jungen Leute den Ort der „Jugendschutzveranstaltung“ der Stadt Jülich auf dem Schlossplatz salopp nennen, ist seit Jahren in der jecken Jahreszeit der Haupttreffpunkt der Kids ab zwölf Jahren.

Denn „die Stimmung ist gut, und meine Freunde sind hier“, wie die 12-jährige Mira Küpper, Schülerin der 7. Klasse, meint. Da sind die 3,50 Euro Eintritt ein nur geringes Hindernis.

Doch um 12.12 Uhr, bei Beginn der Veranstaltung, sind noch nicht viele im Festzelt. Sie befinden sich größtenteils noch „auf der Kölnstraße“ und treffen sich mit ihren Freunden – erstmal einander finden und reden, dann gehen sie feiern. DJ Chris, der eigentlich in der Disco Klejbors auflegt, lässt sich davon nicht aufhalten und heizt die Stimmung an. Mit dabei sind typische Karnevalsklassiker wie „Su lang mer noch am lääve sin“ sowie neuere Hits – so zum Beispiel auch „Ai Se Eu Te Pego“ von Michel Teló.

Langsam kommt Stimmung auf, da die Musik lautstärketechnisch nun auch die Menschen vor dem Zelt erreicht hat. Es kommen mehr Besucher in das Zelt, doch bis zum großen Ansturm muss wohl noch eine Weile gewartet werden.

„Zum 20. Mal findet diese Veranstaltung nun statt“, erklärt Elisabeth Fasel-Rüdebusch vom städtischen Amt für Kinder, Jugend und Sozialplanung. Vorher sei das Zentrum der Karnevalsaktivitäten der Marktplatz gewesen und dadurch, dass es keine Kontrollen und kein Zelt als Zentrierungspunkt gab, habe es viele Betrunkene und Glasscherben gegeben. „Daher wurde die Zeltdisco als Jugendschutzveranstaltung ins Leben gerufen.“

Auch um das Zelt herum sind eine Menge Jugendliche anwesend. Sie kommen trotz des Glasverbotes zum Feiern auf den Schlossplatz.

Im ersten Jahr des Verbots, eingeführt wegen der hohen Verletzungsgefahr, habe es viele Fragen gegeben, wozu das denn gut wäre, aber mittlerweile nehme man es als Normalzustand hin, berichtet Robert Fabig, Mitarbeiter des Jugendamts, der seit etwa 13 Jahren zum Zeltteam gehört.

Auch wenn alle Jugendlichen scheinbar ausgelassen sind, und die Gefahr besteht, dass etwas passiert, weiß Elisabeth Fasel-Rüdebusch zu beruhigen: „Da es das Glasverbot und die Absperrung gibt, haben wir so gut wie keine Vorkommnisse, die durch die Polizei übernommen werden müssten.“ Auch eine Erhöhung der Sicherheitskräfte wäre nicht von Nöten - „eher im Gegenteil.“

Zusätzlich zur Polizei stehen sowohl das Technische Hilfswerk (THW) als auch das Deutsche Rote Kreuz (DRK) bereit, falls es Vorfälle geben sollte.

Außerdem übernehmen Jugendamtler, die auch aus den Nachbarkommunen Titz oder Linnich kommen, einen Part bei der Betreuung der Jugendlichen.

Hierbei versuchen sie den gesetzlichen und erzieherischen Jugendschutz zu beachten, also nicht nur das Verbot durchzusetzen, sondern auch es zu erklären und zu begründen. Das ist wichtig für eine gute Verständigung mit den Jugendlichen.

Das es auch im nächsten Jahr eine Zeltdisco geben soll, das hoffen viele Jugendliche. „Die Musik ist gut, und man kann mit Freunden feiern“, wie etwa Lorenz Wenzl, 12 Jahre, die Stimmung der jungen Jecken in Jülich zusammenfasst.

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