Kreis Düren - Würgeschlangen im Eimer: Kuriose Findlinge im Tierheim

Würgeschlangen im Eimer: Kuriose Findlinge im Tierheim

Letzte Aktualisierung:
Zwei Boa Constricotor wurden i
Zwei Boa Constricotor wurden im Tierheim abgegeben.

Kreis Düren. Dass Hunde, Katzen und andere kleinere Haustiere ausgesetzt werden, ist eine bekannte wie traurige Tatsachen. Im Kreis Düren landen alle Ausgesetzten oder Gefundenen im Tierheim in Düren-Burgau.

Seit die Haltung von echten Exoten in privaten Haushalten zunimmt, kommen auch zunehmend Schlangen, Echsen oder Spinnen hier an. Dass aber zwei Boas nun direkt vor der Tür des Heimes ausgesetzt wurden, ist für die Tierschützer ärgerlich, traurig und alarmierend zugleich. Nur die Spitze des Eisbergs, befürchten sie. Am frühen Mittwochmorgen traute Tierheimleiterin Stefanie Blank ihren Augen nicht. Eine große weiße Tonne samt Deckel fand sie vor dem Tor. „Ich ahnte schon nichts Gutes”, berichtete die gelernte Zootierpflegerin.

Ihre Ahnung wurde bestätigt, denn auf dem Deckel der Tonne stand „2 x Boa const. - ungiftig” geschrieben. Ein ehemaliger Schlangenfreund hatte sich so weit um die Tiere gekümmert, dass er sie zur Sicherheit fachgerecht in Beutel packte und diese ordentlich verschloss, bevor er sie in die Tonne steckte. Seine verflossene Leidenschaft aber persönlich im Tierheim abzugeben, das brachte er nicht zustande. „Dabei hätten wir natürlich mehr über die Würgeschlangen erfahren”, sagte Stefanie Blank.

Boas dieser Art dürften zwar in privater Hand gehalten, müssten aber bei den Behörden gemeldet werden. In Gefangenschaft können sie bis zu drei Meter lang und 15 bis 20 Jahre alt werden. Ausgewachsene Tiere hätten einen großen Platzbedarf, sagte Blank. Und der sei meist der Trennungsgrund. Die Terrarien müssten nicht nur Wasser und Klettermöglichkeiten aufweisen, sondern groß und auch ausbruchsicher sein.

Boas können mit ihren Muskeln enorme Kraft entfalten, und damit ihrem Freiheitsdrang Luft verschaffen. Doch die Boas sind nicht die einzigen Exoten, die zurzeit im Dürener Tierheim untergekommen sind. Zwei Vogelspinnen und eine Reihe Gekos leben auch schon dort und die Vermittlung ist schwer, sagen die Tierschützer.

„Eigentlich wollen wir solche Tiere grundsätzlich nicht in private Hände geben,” erklärte Günther Oltrogge. Der Vorsitzende des Tierschutzvereins ist für ein konsequentes Handels- und Haltungsverbot für Reptilien und andere Wildtiere. Nur würden die Tierheime wahrscheinlich in Kürze auch mit solchen „Haustieren” überfüllt sein, wenn sie nicht in möglichst gute Hände weitergegeben würden.

Ob nun Zoofachhandel oder mehr oder weniger legale Tierbörsen. Der Erwerb von teils lebensgefährlichen Wildtieren sei in Deutschland viel zu einfach, sagt Oltrogge. Das vielfach die Tiere leiden und ausgesetzt werden, zeigten Funde am Wegesrand oder Abgaben in anderen Tierheimen.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert