Jülich - Wo Senioren Senioren helfen, den Alltag zu meistern

Wo Senioren Senioren helfen, den Alltag zu meistern

Von: ptj
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Aspekte des freiwilligen Seniorendienstes: Die zeigt die städtische Mitarbeiterin Elisabeth Fasel-Rüdebusch an einer Tafel. Foto: Jagodzinska

Jülich. „Ehrenamtlicher Seniorenservice” lautet der Arbeitstitel eines viel versprechenden Seniorenprojektes der Stadt Jülich. Nachdem der „PC Heimservice” seit sieben Jahren eine sehr gute Resonanz erfährt, will der entstehende Service dazu beitragen, dass Senioren möglichst lange in den eigenen vier Wänden ihr alltägliches Leben meistern können.

Ein Wunsch, der Katarina Esser, Fachamtsleiterin in Seniorenfragen, immer wieder vorgetragen wird. „Wenn man es selber nicht machen kann, können viele kleine Dinge im alltäglichen Leben zum Problem werden, für die man keinen Reparaturdienst bestellt”, bringt sie das Anliegen auf den Punkt.

Mitarbeiterin Elisabeth Fasel-Rüdebusch steht der Gleichstellungsbeauftragten bei der Umsetzung des Projekts zur Seite. Anhand ähnlicher Modelle aus anderen Städten stellte sie für die 20 an der Auftaktveranstaltung interessierten Senioren die wichtigsten Aspekte auf einer Schautafel zusammen: Die geplanten Leistungen sollen im kleinsten Rahmen Klempner-, Elektro- oder Holzarbeiten umfassen. Hier ist an Säuberungen von Siphons oder Flusensieben, den Austausch von Glühbirnen oder das Aufhängen neuer Gardinenstangen gedacht. Ferner soll der Service bei Näharbeiten, Bedienungsschwierigkeiten elektrischer Geräte oder bei Umzügen Unterstützung leisten. Die Grenzen des Vorhabens sprengen jedoch komplette Umzüge, größere Renovierungen, Dauerleistungen wie regelmäßige Gartenpflege oder gefährliche Arbeiten mit starkstrom- oder gasbetriebenen Elektrogeräten, es sei denn, ein Ehrenamtlicher verfüge über die entsprechende Qualifikation.

Zu beachten bei diesen freiwilligen und kostenfreien Arbeiten sei, dass für die hilfsbedürftigen Senioren keine langen Wartezeiten entstehen und ihrem Kontaktwunsch Rechnung getragen werde. Von einer privaten Beauftragung eines bewährten Ehrenamtlers sei schon wegen der fehlenden Versicherung über das Projekt abzusehen. Eine Fortbildung der Freiwilligen mit Reflexion und Problemerörterung soll den Umgang mit alten Menschen und ihrer Privatsphäre, fachgerechte Reparaturen oder versicherungsrechtliche Fragen thematisieren.

Wichtig sei auch die nötige Abgrenzung, denn der ehrenamtliche Helfer soll nicht vereinnahmt werden. Der Dienst soll für beide Seiten erbaulich sein, für den Senioren, der Hilfe erfährt. Und für den Dienstleister, der seine Kenntnisse einbringt. Eine Aufwandseinschädigung für gefahrene Kilometer ist dank der Sponsoren Lions Club Jülich und C&A Filiale möglich. In Anlehnung an den reibungslosen Ablauf im „PC Heimservice” soll im Rathaus eine Hotline zur Auftragsannahme und -vergabe stationiert werden.

Der Zeitrahmen, der die Besetzung der Hotline sowie die Kleinstarbeiten betrifft, ist abhängig von der Verfügbarkeit der Dienstleister und muss noch im Einzelnen geklärt werden. Fünf der 20 Teilnehmer an der Auftaktveranstaltung outeten sich sogleich als „interessierte Aktivisten”.

Aus der Runde der Senioren kam die Anregung, zu zweit diesen Dienst zu versehen. Der Qualifiziertere könne die Arbeit verrichten, sein Begleiter dem Kontaktbedürfnis des hilfsbedürftigen Senioren gerecht werden. Am Ende einigte man sich darauf, „locker ranzugehen und erst mal den ersten Schritt zu wagen”.
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