Windräder in Linnich wieder in der Prüfschleife

Von: ojo
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Linnich. Die Linnicher Verwaltung hatte einen ablehnende Beschlussvorlage zur Abstimmung gestellt. Die Politik war in ihrem Urteil nicht so eindeutig. Ob auf Linnicher Seite in dem Grenzdreieck mit der Stadt Jülich und der Gemeinde Aldenhoven eine weitere Windkraftkonzentrationszone ausgewiesen wird, durchläuft noch eine Prüfschleife.

Es geht um eine Fläche, über die eigentlich schon der Stab gebrochen war. In der Untersuchung von Windpotenzialflächen im gesamten Stadtgebiet war diesem Bereich als „Potenzialfläche 4“ zwar sehr gutes Windpotenzial bescheinigt worden. Zur Beplanung wie im Bereich Gereonsweiler, Körrenzig/Koffern/Hottorf oder Boslar kam es nicht. Nun hat die ABO Wind AG aus Wiesbaden die Floßdorf-Ederener Fläche wieder ins Gespräch gebracht.

Gestützt auf 17 Unterzeichner stellte sie den Antrag auf Änderung des Flächennutzungsplans mit dem Ziel, den Bereich als „Vorrangzone für Windenergienutzung auszuweisen“.

PKL prescht vor

Während die Verwaltung keine Veranlassung sah, von dem 2011 gefassten abschlägigen Grundsatzbeschluss zu dieser Fläche abzurücken, holte die PKL den Zug zurück vom Abstellgleis. Zum einen, bemerkte Fraktionsvorsitzender Michael Hintzen, habe die Verwaltung die Möglichkeiten der Einnahmen aus Gewerbesteuer und Sondernutzungsrechten nicht genügend geprüft. Zum anderen gehe es um lediglich drei Anlagen, die in dem Bereich gebaut werden könnten. Für die gelte keineswegs mehr der Haupteinwand der Fernwirkung, der vor zwei Jahren noch entscheidend dafür war, dass man diese Fläche nicht mit 150-Meter-Windrädern bestücken wollte. Mittlerweile stehen in diesem Bereich 14 Anlagen.

Da jede der drei möglichen Anlagen deutlich mehr als 1000 Meter von der nächsten Wohnbebauung entfernt läge, entfiele auch das Argument des kritischen Abstands. Und schließlich seien Synergieeffekte denkbar, da die Stadt Jülich in unmittelbarer Nachbarschaft ebenfalls drei Ablagen plane. „Das ist eine andere Entwicklung als vor zwei Jahren“, meinte Hintzen und beantragte Vertagung der Entscheidung, so lange diese Fakten geprüft und vornehmlich eine Abstimmung mit den Plänen der Stadt Jülich nicht erfolgt sei.

„Interessant, wie im Laufe des Verfahrens die Wellen hin und her gehen“, konnte sich CDU-Fraktionsvorsitzender Hans-Willi Dohmen einen zynischen Kommentar nicht verkneifen. Das beweise einmal mehr, dass die ganze Windkraft-Diskussion in Linnich „von vorneherein mit konzeptionellen Mängeln behaftet“ sei. „Wir haben immer davor gewarnt.“

Aus diesem Grund werde sich die CDU weiterhin nicht an der Thematik beteiligen. Unabhängig von dieser Erklärung wurde eine Entscheidung bis zur nächsten Sitzung des Ausschusses vertagt.

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