Titz - Windpark Titz: Geballter Bürgerfrust über die „Gigantomanie”

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Windpark Titz: Geballter Bürgerfrust über die „Gigantomanie”

Von: ptj
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Emotionsgeladene Informationsveranstaltung: Titzer Bürger diskutieren heftig mit Fachreferenten über weitere geplante Windräder. Foto: Jagodzinska

Titz. „Warum gehen Sie ohne Druck in gigantomanischer Größenordnung über Ihre Verpflichtung hinaus?”, lautete die entscheidende Frage der aufgebrachten Bürger aus Titz und angrenzenden betroffenen Gemeinden bei der Informationsveranstaltung über die „in Erwägung gezogenen” Windparks.

Die Mehrheit der etwa 300 Anwesenden in der GHS-Aula schenkte augenscheinlich dem Titzer Bürgermeister und Moderator Jürgen Frantzen wenig Glauben, der sich für die lokale Umsetzung regenerativer Energien aussprach.

„Hier geht es nur ums Geld”, war von den Zuschauern zu vernehmen. Wiederholt wurde Frantzen auf die Höhe der Gemeindeentschädigungen angesprochen, die sich auf 1,2 Millionen Euro belaufen soll. Frantzen berief sich auf nichtöffentliche Vertragsangelegenheiten, doch gab er einen Wink: „Ich werde keine Zahl nennen, auch wenn sie richtig ist.”

„Notwendige Information”

Die ersehnte Diskussionsrunde ließ gut eineinhalb Stunden auf sich warten, denn Frantzen hatte „zur notwendigen Information” sieben - wie er betonte - unabhängige Referenten geladen: Gerd Marx von der Energie-Agentur NRW erläuterte die Bedeutung der Windenergie für eine zukunftsfähige Energieversorgung.

„Und wer bezahlt das alles? Den Vortrag können Sie einpacken”, wurden gleich unwirsche Äußerungen laut, obwohl Frantzen ausdrücklich gebeten hatte, Fragen erst in der abschließenden Diskussionsrunde zu stellen.

Michael Müller vom Bauamt der Gemeinde stellte das Flächennutzungsplanverfahren bis zur ausstehenden Genehmigung durch den RP vor. Hans Otto von der Heide vom Planungsbüro VDH analysierte die potentiellen Standorte Rödingen (11 Windkraftanlagen), Spiel (3) und Betgenhausen (10), unter Berücksichtigung von Gewässern, Siedlungs-, Verkehrs- und Schutzflächen.

Zu den Gutachten über Schall- und Schattenwurf nahmen Volker Gemmel vom Ingenieurbüro für Energietechnik und Lärmschutz und Tobias Klapper von „Windtest” Grevenbroich Stellung. Nach den „eng gestrickten” Immissionsschutzrichtlinien müsse eine Anlage in Rödingen nachts schallreduziert betrieben werden.

In Titz komme es bei der „schlimmsten Fallprognose” bei einem Windrad zu einer Überschreitung von einem Dezibel, die im Bereich einer Ausnahmegenehmigung liege. Die Rotor-Schattenwurfzeit beläuft sich auf höchstens 30 Minuten täglich, beziehungsweise 30 Stunden jährlich. Zwei Anlagen erhielten im Falle einer Genehmigung deshalb die Auflage, ein Abschaltmodul einzubauen.

Zur Umweltverträglichkeit kam Johannes Fritz vom ecoda-Büro für Umweltgutachten zu diesem Fazit: Keine bis geringe Auswirkungen bei den Schutzgütern Wasser, Klima, Luft und Mensch, mittelschwere Beeinträchtigungen in Fauna und Landschaft wie bei der Erholung des Menschen.
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