Wiesel Fritz als Leitfigur und Mattentrainer

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Ist wieder unter die Buchautoren gegangen: Der ehemalige Olympiaringer und Bundestrainer aus Aldenhoven, Lothar Ruch. \ Foto: hfs.

Aldenhoven. Bleibt die Sportart Ringen olympische Disziplin? Diese Frage wird am 7. September in Buenos Aires beantwortet, wenn dort die Olympiastadt für 2020 ernannt wird. Damit wird im wahrsten Sinne des Wortes eine Sportart auf den Kopf gestellt, denn als im Februar das Internationale Olympische Komitee (IOC) das Aus für diese Sportart beschlossen hatte, brach ein weltweiter Proteststurm aus.

 „Ringen muss einfach olympisch bleiben“, sagt auch Lothar Ruch aus Aldenhoven. Er hat nicht nur langjährige Erfahrung als aktiver Ringer, sondern sich auch in der Jugendarbeit mit der Orientierung an der altersgerechten Trainingsgestaltung im Breiten- und Leistungssport als Buchautor einen Namen gemacht hat. Nachdem Ende des vergangenen Jahres das Buch „Ich lerne Ringen“ erschienen war, folgt nun Band 2: „Ich trainiere Ringen“.

„Ringen war das erste Wichtige in meinem Leben. Vom Ringen habe ich Disziplin gelernt. Üben, üben, üben.“ Dieses Zitat des amerikanischen Bestsellerautors John Irving unterschreibt der 55-jährige Lothar Ruch sofort. „Ringen ist ein Mannschaftssport, innerhalb einer Mannschaft lernt man sich diszipliniert zu verhalten. Nur gemeinsam hat man Erfolg, gemeinsam erleidet man Niederlagen, Gemeinsamkeit macht stark. Denn Teamgeist, Respekt, Toleranz und Rücksichtnahme vermitteln Werte, die ein ganzes Leben anhalten“, plädiert der ehemalige Bundestrainer der griechisch-römisch Ringer dafür, dass man Kinder frühzeitig auf die Matte schicken soll.

Warum, darauf hat „Wiesel Fritz“ viele Antworten. Die Komikfigur, die mittels illustrierender Zeichnungen, mit Hilfe von Piktogrammen oder aber zum Beispiel mit Detailaufnahmen den Kindern das Ringen näher bringt, ist die Leitfigur „Man sagt, ein Ringer ist stark wie ein Bär, schlau wie ein Fuchs und flink wie ein Wiesel“, lassen die Buchautoren e_SEnD neben Ruch die ausgebildete Lehrerin und erfolgreiche Herausgeberin der Sportbuchreihe „Ich lerne.... Ich trainiere“ Katrin Barth – ihren Fritz sagen. Der lässt denn auch einen so erfahrenen und erfolgreichen Ringer wie Frank Stäbler zu Wort kommen.

Der 24-jährige mehrfache Deutsche Meister, Europameister und 5. der Olympischen Spiele in London 2012, kam, so verrät er Wiesel Fritz, bereits mit drei Jahren zum Ringen. Für Lothar Ruch auch schon der richtige Zeitpunkt, einem Kind, zum Beispiel mit Gleichgewichtsübungen, den eigenen Körper kennen lernen zu lassen und ihn dann auch zu beherrschen.

Dass ein regelmäßiges Training nicht nur gut für den Körper, sondern auch für den Geist ist, weiß Ruch aus eigener Erfahrung. „Wir waren damals als Jugendliche jeden Tag in der Sporthalle, haben jeden Tag trainiert, lernten so auch Selbstvertrauen“, sagt der Aldenhovener, der an verantwortlicher Stelle im Deutschen Ringerbund (DRB) mit seinen jungen Sportlern viele internationale Medaillen bei Europa- und Weltmeisterschaften sowie den Olympischen Spielen holte. Heute ist er verantwortlicher Lehrreferent für die Traineraus- und -weiterbildung im DRB. In seinem zweiten Buch „Ich trainiere Ringen“ spricht er auch diejenigen an, die als fortgeschrittene Ringer weiter auf der Suche nach dem Erfolg sind. „Aber beide Bücher sind nicht nur für Jugendliche und Kinder gedacht, sondern auch für Eltern, Großeltern, Lehrer und Trainer. Sie vermitteln einen wichtigen Beitrag zu unserer Sportart“, sagt Lothar Ruch und ergänzt, „dass moderne Lernkonzepte vorgestellt und angewendet werden, die insbesondere die aktive Mitarbeit der Kinder und Jugendlichen einfordert“.

Dass die Kinder-Sport-Bücher auch im Verein und im Schulsport angewandt werden können oder als Einstieg der Sportart Ringen in den Breitensport gedacht sind, versteht sich für das Autorenpaar von selbst. Wenn man bedenkt, dass es zurzeit 464 Vereine in Deutschland mit rund 65 000 Mitgliedern, davon 16 000 aktive, gibt, kann man, so der Aldenhovener, „verstehen, warum sich seit dem IOC-Beschluss im Februar weltweit eine so riesige Ringer-Lobby für den Erhalt als Olympische Disziplin stark macht“.

Ruch räumt ein, dass die Ringerverantwortlichen, auch in Deutschland, sich jahrelang im Dornröschenschlaf befunden haben. Speziell was die Aus- und Weiterbildung anbelangt. So habe es seit 1980 keinerlei Neukonzeptionen oder Fachliteratur gegeben, erst mit der Wiedervereinigung sei ein 25-seitiger Ratgeber erschienen. „Erst in den letzten Jahren ist das Bildungswesen ganz in den Vordergrund gerückt, was für den Ringersport nur gut sein kann.“

Dass für den Olympia-Verbleib alleine im Deutschen Ringerbund fast 150 000 Unterschriften gesammelt wurden, angesichts des drohenden Olympia-Aus ansonsten wenig befreundete Politiker aus Russland, Iran oder USA jetzt vereint im Protest sind, lässt ringbegeisterte Frauen und Männer wie Lothar Ruch hoffen, dass eine der ursprünglichsten Sportarten der Olympischen Spiele auch weiterhin in der Olympischen Hymne besungen werden kann: „Beim Laufen, Ringen und beim Weitwurf erleuchte diese Kraft, die den edlen Spielen innewohnt...“

Im Oktober erscheint ein drittes Buch „Modernes Nachwuchstraining“. Es vermittelt altersgerechtes Anfänger- und Aufbautraining, und gibt didaktisch-methodische Grundlagen und Besonderheiten im Nachwuchstraining wieder.

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