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Wiemersberg kann nun ans Kanalnetz

Von: ojo
Letzte Aktualisierung:

Linnich. Dass ein kommunalpolitisches Gremium zu einer Feriensitzung zusammentritt, ist außergewöhnlich, und wenn, dann liegt meist Dringlichkeit zu Grunde. In Linnich war das nun der Fall.

Dringlich war eine Entscheidung über die Entwässerungsplanung des Körrenziger Neubaugebiets „Wiemersberg”, befand die CDU-Fraktion und hatte gemäß Geschäftsordnung auf unverzügliche Einberufung des Werksausschusses gepocht.

Behandelt worden war das Thema bereits Anfang Juli, damals allerdings wegen erheblichen Klärungsbedarfs von der Politik zur Nachbesserung zurück an die Verwaltung verwiesen worden. Da der Planentwurf der NRW.Urban, für die Stadt als Baugebietsentwickler tätig, mit dem Generalentwässerungsplan und dem bestehenden Konzept für das Baugebiet übereinstimme, sollte die Entwässerungsplanung umgehend beschlossen werden, hatte die CDU die Eile begründet.

Sicherheitshalber hatte die Verwaltung zu dieser beschließenden Sitzung den Verfasser des Generalentwässerplanes, das für das Baugebiet planende Ingenieurbüro Quadriga, und Baulandentwickler NRW.Urban eingeladen - „zur Beantwortung von einer Reihe offener Frage”, wie Beigeordneter Hans-Josef Corsten meinte. Doch die waren zunächst Fehlanzeige.

Erst als Körrenzigs Ortsvorsteher Wilfried Meisen das betretene Schweigen mit dem Antrag auf Beschlussfassung im Sinne des CDU-Antrags brach, entwickelte sich eine rege Diskussion. Dabei stellte sich zunächst heraus, dass aufgrund einer Übermittlungspanne die Fraktionen von SPD, PKL und Grünen keine Entwässerungsplanung für das Baugebiet erhalten hatten. Er könne nicht über etwas abstimmen, das er nicht kenne, meinte SPD-Fraktionschef Hans-Friedrich Oetjen kurzum.

Die geballte Fachkompetenz am Verwaltungstisch kam nun zum Einsatz. Rüdiger Chmielus von der Ingenieur-Gesellschaft Quadriga wies bei der Vorstellung der Planung zur Entwässerung des Baugebietes auf die beiden Stauräume im und oberhalb des Baugebietes hin. Sie sollen gewährleisten, dass auch beim dreijährlichen Regenereignis keine Überlastung des unterhalb liegenden Körrenziger Kanalnetzes erfolge.

Zwangsläufig kam auch die Zündstofffrage zur Sprache, ob das Kanalsystem im Baugebiet „Wiemersberg” auch auf eine denkbare Erweiterung, einen Bauabschnitt 2, ausgelegt sei. Das war, wie Oetjen in Erinnerung rief, in der Juli-Sitzung noch bejaht worden.

Nun wurde daraus ein eindeutiges „nicht berücksichtigt”. Wie sich in der Folge ergab, handelt es sich um diesen ominösen 2. Bauabschnitt um ein Geistergebiet. Im Generalentwässerungsplan war diese gedankliche Möglichkeit noch enthalten. Später, so Corsten, habe man sich aber von der Idee völlig verabschiedet.

„Diesen 2. Bauabschnitt wird es nicht geben.” Das bekräftigte auch Planer Dr. Franz-Josef Lemmen von NRW.Urban: „Die Entwässerung des Baugebietes Wiemersberg sieht keine Erweiterung vor.”

Dennoch schien sie einem in der Runde überaus reizvoll. Dr. Klaus Selter (FDP) war angesichts des geringen Mehraufwandes von maximal 30.000 Euro bereit, den Wiemersberger Kanal auf eine immerhin denkbare Baugebietserweiterung auszulegen.

Dieser Idee schloss sich aber keine weitere Fraktion an. Beschlossen wurde die Entwässerungsplanung so, wie sie an diesem Abend vorgestellt worden war - allerdings enthielten sich sieben Mitglieder der Fraktionen, die keine Unterlagen erhalten hatten.
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