Wieder eigenes Gotteshaus beim Kirchweihfest?

Von: hfs.
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Sieht nicht nach Schließung aus: Die Kirche in Lich-Steinstraß wird gerade saniert. Vom Fortgang der Arbeiten überzeugen sich (v. l.) Michael Lingnau, Pfarrer Josef Wolff und Matthias Ingermann.

Lich-Steinstraß. „KIM“ – diese drei Buchstaben stehen für Kirchliches Immobilienmanagement und erhitzen seit Monaten die Gemüter von Kirchenvorständen, Pfarrern und Gläubigen. Das ist auch in der Pfarre St. Andreas und Matthias in Lich-Steinstraß nicht anders.

Hatte auf Anfrage unserer Zeitung das Bischöfliche Generalvikariat Aachen erklärt, dass die weitere Nutzung des Gebäudes als Kirchengebäude im Verlauf des KIM-Prozesses entschieden werde, widerspricht Pfarrer Josef Wolff von der Pfarre Heilig Geist Jülich in aller Entschiedenheit. Der Kirchenvorstand – in Person des Vorsitzendem Matthias Ingermann – schloss sich an. „Ich weiß nicht, wie Aachen zu dieser Einschätzung gelangt“, erboste sich Pfarrer Wolff vor Ort.

Mit ihm waren die Kirchenvorstandsmitglieder Matthias Ingermann und Michael Lingnau, als auch Willibald Pahsen als Mitglied des GdG-Rates (Gemeinschaft der 16 Gemeinden) in der Filialkirche erschienen, um sich zunächst „Luft“ zu verschaffen. „Der Eindruck von einer möglichen Schließung unserer Kirche ist völlig falsch“, sagt Ingermann und zeigt auf die Instandsetzungsarbeiten, die das Innere des Sakralgebäudes zurzeit nicht mit Gesang und Gebet, sondern mit Hämmern und Bohren erfüllen. Letzteres ist seit gut zwei Wochen der Fall, Gesang und Gebet hat es allerdings fast zwei Jahre nicht gegeben.

Wie berichtet, hatten sich aus der Decke – der Architekt hat für den Bau Beton und Backstein gewählt – kleine Steinchen gelöst, die eine Gefahr für die Kirchenbesucher darstellten. Darauf wurde das Gotteshaus geschlossen. „Es hat lange gedauert, bis wir eine Lösung für das Problem gefunden haben“, so Matthias Ingermann. Er suchte nicht nur den persönlichen Kontakt mit dem Mönchengladbacher Architekten Heinz Döhmen, sondern führte auch die Gespräche mit dem Bistum. Mitte September 2012 sei man zu einer Lösung gekommen.

„Es wurde entschieden, die Decke mit einem feinen Stahlgewebe zu versehen“, sagte Ingermann. Danach hörte man nichts mehr vom Bistum. „Man hat uns hängen lassen“, so die Meinung der Lich-Steinstraßer. Die Gläubigen waren über die jüngsten Aussagen aus Aachen empört. Sie gehen fest davon aus, dass das Provisorium Andreashaus bald ausgedient hat und das eigentliche Gotteshaus wieder als solches genutzt werden kann. Schließlich hatte die Sanierung vor über zwei Wochen begonnen. Das Innere der Kirche wurde eingerüstet, jetzt bringen Arbeiter einer Firma aus Niederzier das Stahlgewebe an. Ingermann beziffert die Summe für die Instandsetzung auf 300.000 Euro.

Auch wenn St. Andreas und Matthias finanziell an die Propsteikirche als Pfarrkirche der Heilig-Geist-Pfarre angebunden ist, besitzt Lich-Steinstraß ein von einem Rendanten verwaltetes Altvermögen, das aber in Stiftungen und Fonds zweckgebunden angelegt ist. Wie groß der aus Kirchensteuermitteln gezahlte Sanierungsanteil des Bistums ist, wurde nicht gesagt. Damit aber Geld in die Kasse kommt, feiern die Lich-Steinstraßer am 14. September ein Kirchweihfest. Denn das Gotteshaus wurde vor 25 Jahren am Umsiedlungsstandort erbaut.

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