Jülich/Linnich - Wieder Debatte und Gerüchte um das Krankenhaus Jülich

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Wieder Debatte und Gerüchte um das Krankenhaus Jülich

Von: Volker Uerlings
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In wirtschaftlichen Schwierigkeiten: das Jülicher St.-Elisabeth-Krankenhaus. Foto: Uerlings

Jülich/Linnich. Die Ruhe währte gut sieben Jahre. Im Februar 2011 setzte die Geschäftsführung der Caritas Trägergesellschaft West (ctw) nach zähen Verhandlungen mit dem Kreis Düren ihre Unterschrift unter einen Vertrag und war mithin Nachfolger der Malteser als Träger des St.-Elisabeth-Krankenhauses Jülich.

Verbunden war damit eine neunjährige Standort- und Arbeitsplatzgarantie für beide Kliniken im Jülicher Land, also auch St. Josef in Linnich. Allerdings ist nicht ganz klar, wann genau der Neun-Jahres-Zeitraum begonnen hat, weil die ctw sich auch schon in einer Übergangsphase vor Vertragsabschluss in Jülich engagierte. Doch nun gibt es wohl wieder Veränderungen.

Jülich und Linnich bilden seit 2017 die „katholischen Nordkreiskliniken“ und damit eine organisatorische Einheit. Eines der beiden Häuser – Jülich – war zuletzt wieder in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten, wie unsere Zeitung aus gut unterrichteten Quellen erfuhr. Am Mittwoch hat der Aufsichtsrat der Trägergesellschaft über einen Vorschlag der Geschäftsführung beraten, der zur Verlagerung bestimmter Bereiche von Jülich nach Linnich (und umgekehrt) führen könnte.

Seit einigen Tagen macht in Jülich und auch bei vielen Entscheidungsträgern der Region das Gerücht die Runde, dass die ctw die Operationen aus der Herzogstadt komplett nach Linnich verlagern will, weil in Jülich die notwendigen Investitionen zur Ertüchtigung der vorhandenen Operationssäle erheblich höher seien als eine Modernisierung und ein Ausbau der Kapazitäten in Linnich.

Das blieb erstmal unbestätigt, denn auf Anfrage unserer Zeitung wollte und konnte ctw-Sprecher Kaya Erdem mit Blick auf die auch am späten Nachmittag noch laufende Aufsichtsratssitzung das nicht kommentieren. Wenn der Aufsichtsrat Entscheidungen von Relevanz treffe, werde zunächst die Belegschaft und gleich danach die Öffentlichkeit informiert, sagte er.

Wie unsere Zeitung erfuhr, hat es vor kurzem eine Konferenz der ctw-Geschäftsführung mit dem führenden medizinischen Personal gegeben, bei der Pläne zur Umgestaltung und Optimierung der Krankenhausstandorte im Nordkreis besprochen worden seien. Anschließend wurden die Teilnehmer gebeten, eine Verschwiegenheitserklärung zu unterzeichnen.

Schon vor Monaten wurde die über 300-köpfige Belegschaft in Jülich aufgrund der erwähnten wirtschaftlichen Schwierigkeiten aufgefordert, auf Gehaltssteigerungen zu verzichten, aber dieser Versuch scheiterte. Ein ctw-Vertreter, der namentlich nicht genannt werden will, erklärte der Redaktion, dass kurzfristige Konsolidierungsmaßnahmen in Jülich erste Erfolge zeigten und mögliche Verlagerungen von Jülich nach Linnich nicht in einem Zusammenhang mit der Suche der Caritas nach einem strategischen Partner für alle ihre Häuser stehe, die Ende Mai bekannt wurde.

Die Gerüchte haben im Kreis die Runde gemacht. Auch Landrat Wolfgang Spelthahn hat vieles gehört, „von dem ich mir manches gar nicht vorstellen will“. Der Kreis Düren als „Aufgabenträger der medizinischen Versorgung“ werde die ctw um eine Stellungnahme bitten, „welche Perspektive beide Nordhäuser haben“. Er werde „darum kämpfen, dass mindestens der Status Quo gewahrt bleibt“. Nach einer Standortschließung sah indes keine der Redaktion bekannte Option aus, die von der ctw geprüft wurde.

 

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