bullyparade kino freisteller bully herbig tramitz kavanian

Wer hat den Schwarzen Peter bei den Jülicher Castoren?

Von: René Benden
Letzte Aktualisierung:
Heiße Fracht: Castorbehälter
Heiße Fracht: Castorbehälter in Jülich. Foto: Volker Uerlings

Aachen/Jülich. In der Frage über den Verbleib der 152 Castorbehälter in Jülich, gerät auch das Forschungszentrum (FZJ) unter Druck. Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) gibt dem Jülicher Forschungszentrum indirekt eine Mitschuld dafür, dass die unmittelbare Zukunft des Atommülls aus dem einstigen AVR-Forschungsreaktor immer noch nicht geklärt ist.

„Die Dauer des aktuellen Genehmigungsverfahrens ist in den fehlenden Sicherheitsnachweisen des Antragstellers begründet”, heißt es in einer Stellungnahme des BfS.

Und weil für den sicheren Umgang mit radioaktivem Müll der Besitzer zu sorgen hat, liegt die Verantwortung am Ende beim FZJ. Bislang hat das Forschungszentrum bei allen Fragen zum schleppenden Fortgang des Verfahrens vor allem an die Gesellschaft für Nuklear-Service (GNS) und die Nuclear Cargo + Service (NCS) verwiesen.

Die GNS übernimmt die Aufbewahrung der Castoren in Ahaus, die NCS sorgt für den Transport. GNS und NCS haben im Auftrag des FZJ Transport und Einlagerung des Atommülls beim BfS beantragt.

„Das Forschungszentrum Jülich ist bei beiden Anträgen kein Antragsteller und kann deshalb keine Aussagen über den Verlauf der Genehmigungsverfahren treffen”, wiederholte ein Sprecher des FZJ noch einmal.

Doch in diesem Fall könnte das Delegieren von Verantwortung zum Bumerang werden. Nur noch bis zum 30. Juni 2013 hat das FZJ eine Genehmigung, seinen Müll noch in Jülich zu lagern.

Sollten die Castoren dann immer noch in Jülich sein, droht ein Rechtsstreit, der nicht für GNS und NCS, sondern für das Forschungszentrum unangenehm werden dürfte.

Inzwischen glaubt man auch im FZJ nicht mehr an den rechtzeitigen Abtransport. Aus diesem Grund soll eine Übergangsregelung her, die die legale Einlagerung des radioaktiven Mülls um drei Jahre verlängert.

Schuld an dieser unfreiwilligen Verlängerung trägt laut FZJ das BfS, das im Zuge des Verfahrens neue Anforderungen für die Einlagerung der Castoren in Ahaus gestellt hat.

Doch das Bundesamt will sich den Schwarzen Peter in dieser Frage nicht zustecken lassen. „Die Genehmigungsvoraussetzungen sind im Atomgesetz festgelegt und haben sich im laufenden Verfahren auch nicht geändert”, heißt es aus dem BfS auf Anfrage unserer Zeitung.

Damit liegt der Ball wieder in Jülich.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert