Jülich - Wenn Eltern beim Kochen denken, ist das fürs Kind gesund

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Wenn Eltern beim Kochen denken, ist das fürs Kind gesund

Von: Juliane Kern
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Im Projektkurs „Gesunde Eltern, gesunde Kinder” lernen Mütter (und Väter), wie sie einfache, aber gesunde Mahlzeiten zubereiten können. Kita-Leiterin Gerda Hucko, Frank Müller, Fachserviceleiter der AOK in Jülich, Katarina Esser, Leiterin des Amtes für Kinder, Jugend und Sozialplanung (hintere Reihe v.l.n.r) überzeugen sich vom Erfolg des Modellprojektes im Familienzentrum Buchenweg. Foto: Juliane Kern

Jülich. Immer mehr Kinder in Deutschland sind übergewichtig, viele von ihnen sogar adipös. Laut einer Studie des Robert-Koch-Instituts aus den Jahren 2003 bis 2006 ist der Anteil der übergewichtigen drei- bis sechsjährigen Kinder in diesem Zeitraum von neun auf mehr als 15 Prozent gestiegen.

Der Anteil der fettleibigen Kinder der gleichen Altersgruppe hat sich im selben Zeitraum von 2,9 auf 6,4 Prozent sogar mehr als verdoppelt. Alarmierende Zahlen.

Die Allgemeine Ortskrankenkasse (AOK) Rheinland hat diese Zahlen nun zum Anlass genommen, ein weiteres Präventionsprojekt zu entwickeln. Die Kita Buchenweg in Jülich ist als eines von fünf Familienzentren im Rheinland Projektpartner für „Gesunde Eltern, gesunde Kinder”.

Seit eineinhalb Monaten findet hier einmal wöchentlich ein Elternkurs statt. Denn oft seien es die Eltern, die durch eigenes Übergewicht, wenig Bewegung, ungesunde Ernährung und zu viel Fernsehkonsum das Verhalten ihrer Kinder prägen. Ihnen will der Kurs, der in Zusammenarbeit mit dem Kinderschutzbund und dem Institut für soziale Arbeit entwickelt wurde, neben Tipps für eine gesunde Ernährung auch Techniken der Entspannung und Ideen für Bewegung im Alltag vermitteln.

„Wir wollen nichts verbieten und nichts erzwingen, sondern Eltern für das Thema Gesundheit sensibilisieren”, sagt Frank Müller, Sozialpädagoge und Fachserviceleiter der AOK-Regionaldirektion Düren-Jülich.

Die Kursleiterinnen - in der Kita Buchenweg haben die Erzieherinnen Sabine Bräker und Kerstin Joeris die Schulung absolviert - setzen dabei auf den Austausch der Mütter untereinander und praktische Übungen, die sich leicht in das Familienleben integrieren lassen. „Die Eltern können dann aus einem Repertoire an Möglichkeiten schöpfen, den Alltag gesünder zu gestalten”, sagt Christina Kefalidis, Psychologin und Trainerin des Programms „Starke Eltern, starke Kinder” des Kinderschutzbundes, der das Projekt begleitet.

Drei Beispiele: Durch Vorlesen von Märchen können Eltern eine Zeit der Ruhe einrichten, mit Hilfe der Ernährungspyramide analysieren, wie gesund die Familie ist und mit einem gemeinsamen Fußballspiel oder einer Fahrradtour den Alltag bewegter gestalten.

„Das Tolle an dem Projekt ist, dass die Eltern auch untereinander in Kontakt kommen und viel voneinander erfahren, auch über kulturelle Grenzen hinweg”, sagt Gerda Hucko, Leiterin der Kita Buchenweg.

Im Familienzentrum Buchenweg, das seit 2008 auch am AOK-Präventions-Projekt TigerKids teilnimmt, sind gesunde Ernährung und Bewegung bereits fest in den Tagesplan integriert. Regelmäßige Turneinheiten, zwischendurch etwas Rohkost, zuckerarme Fruchtsaftschorlen, Wasser und Milch, ein gesundes Frühstück pro Woche sind seit einem Jahr Standard in der Kita. Süßigkeiten seien zwar nicht verboten, sie sollten aber eine Ausnahme sein, zum Beispiel bei Kindergeburtstagen.

Das Projekt „Gesunde Eltern, gesunde Kinder” soll mit dem Abschluss des achtwöchigen Elternkurses übrigens nicht beendet werden. „Wir werden weitermachen, und hoffen, dass die AOK auch in diesem Projekt bleibt”, sagt Gerda Hucko. Frank Müller sicherte seine Unterstützung zu: „Die AOK hat die Vision vom gesunden Kreis Düren, und deshalb ist dieses Projekt auch auf Nachhaltigkeit angelegt.”
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