Aachen - Weitere Zonen für Windräder in Aldenhoven

CHIO-Header

Weitere Zonen für Windräder in Aldenhoven

Von: gep
Letzte Aktualisierung:
Blick auf das Betriebsgelände
Blick auf das Betriebsgelände der Franz Davids GmbH: Dem Begehren des Unternehmens, weitere Windkrafträder zu errichten, verweigert sich die Gemeinde Aldenhoven. Foto: gep

Aachen. Die Gemeinde Aldenhoven wird vier Konzentrationsflächen für Windkrafträder ausweisen. Sie liegen an den Gemeindegrenzen. Die Mindestabstände - 800 Meter zu Ortschaften, 500 Meter zu Einzelgehöften - werden „bei weitem” eingehalten, erläutert Bürgermeister Lothar Tertel.

Die geplanten vier Zonen umfassen 20 Prozent der Flächen, die nach einer Potenzialanalyse für Windkraftenergieanlagen (WEA) geeignet wären. Mit diesen insgesamt 140 Hektar sei den Zielvorstellungen der Landesregierung, mehr Strom mit Windkraft zu erzeugen, Genüge getan, unterstreicht der Bürgermeister.

Um das Heft des Handelns in der Hand zu behalten, werden zudem für die vier Areale Bebauungspläne erstellt, die etwa die Höhe der Anlagen begrenzen. Zugleich kann die Gemeinde mit erklecklichen Erlösen von bis zu 50.000 Euro pro Jahr und Windrad rechnen. Die Erlöse bestehen aus Konzessionsabgaben für die Wegenutzung und Gewerbesteuereinnahmen.

Und die Grundeigentümer kassieren beträchtliche Pachtzahlungen. Nach einer Branchen-Faustregel erhält der Verpächter bei einer Zwei-Megawatt-Anlage - abhängig von der Eignung der Standortes - monatlich mindestens 1500 Euro. Es gibt aber noch andere Vergütungsmodelle, die etwa vom jährlichen Windertrag abhängig sind.

Die vier geplanten Zonen liegen unterhalb des Weilers Hausen, an der Bergehalde in Siersdorf (zwei) und an der Südgrenze der Gemeinde. Mit der Ausweisung von Konzentrationszonen können Kommunen die Ansiedlung von Windkraftenergieanlagen steuern. Denn derartige Anlagen sind seit 1997 nach § 35 Baugesetzbuch (BauGB) als privilegierte Vorhaben zunächst grundsätzlich zulässig. Im Kern beinhaltet der § 35 das Landwirtschaftsprivileg, das Bauern im Außenbereich Sonderrechte einräumt.

In jüngster Zeit hat die Gemeinde Aldenhoven zwei Anträge von Investoren abgewiesen, die Windkrafträder errichten wollten - aus städtebaulichen Gründen, da diese die Mindestabstände zur Wohnbebauung nicht einhielten.

So hat der Gemeinderat zuletzt ein Projekt des Sand- und Kiesunternehmens Franz Davids GmbH, Geilenkirchen, abgewiesen. Davids wollte zwischen den Ortschaften Aldenhoven, Dürboslar und Engelsdorf drei bis vier Windräder errichten, die die geforderten Mindestabstände um 50 Meter unterschritten hätten. Der Gemeinderat befürchtete zudem „mitten im Gemeindegebiet eine starke Beeinträchtigung des Landschaftsbildes”.

Zuvor war das Vorhaben der Bauunternehmung Tholen (BUT), Geilenkirchen, abgeschlägig beschieden worden, drei Windräder auf dem Gelände der Kiesgrube zu errichten. Gegenüber befindet sich auch das Betriebsgelände der Franz Davids GmbH, auf dem zwei Windräder älteren Datums stehen. Auch den Antrag Tholens sah der Gemeinderat „wegen der Nähe zur Wohnbebauung kritisch”. Zudem schien damals die Größe der Konzentrationsfläche von rund 6,5 Hektar „für drei Anlagen überdimensioniert”. Die Entfernung zum Kernort hätte 760, die zum Hof Küpper 430 Meter betragen.

Bei Siersdorf in Richtung Bettendorf plant die BMR energy solutions GmbH, Gangelt, zwei Windräder. BMR hat bereits 2004 für 14 Millionen Euro den Windpark Jülicher Börde nahe Merzenhausen und Freialdenhoven realisiert mit sieben WEA von jeweils 1,5 MW.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert