Weg ist das Ziel: Römerstraße wieder erlebbar

Von: Daniela Mengel-Driefert
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Die Informationstafel an der „Mansio“ bei Freialdenhoven dokumentiert den aktuellen und historischen Straßenverlauf.
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Zur offiziellen Eröffnungsveranstaltung führte Museumsleiter Marcell Perse durch das Informationszentrum: Hier erklärt er das Lackprofil der ehemaligen Via Belgica bei Jülich im Hintergrund. Foto: Mengel-Driefert
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Ein Blick in den neu gestalteten Südostturm der Zitadelle.

Jülich/Aldenhoven. Eine Straße ebnet nicht nur den Weg in die richtige Richtung, eine Straße zieht auch Infrastruktur nach sich. Das galt vor 2000 Jahren wie heute. Am Tag des offenen Denkmals eröffnete das interkommunale Großprojekt Erlebnisraum Römerstraße Via Belgica.

Via Belgica ist ein gemeinsames Projekt von 18 Kommunen und dem Landschaftsverband Rheinland mit Stationen in Jülich und Aldenhoven. Im Verlauf der römischen Straße Via Belgica von Köln bis Boulonge-sur-Mer entwickelten sich Dörfer wie Städte, schließlich eine reiche Kulturlandschaft. Heute dient der Blick zurück, das Wiederaufleben der Römerstraße mit Rad- und Wanderwegen, dem Ziel, Touristen den Blick für die Kulturdenkmäler der Region zu öffnen.

Im neu gestalteten Südostturm der Zitadelle finden interessierte Besucher das Informationszen-trum „Via Belgica“. Es repräsentiert den Straßenverlauf von Köln bis Übach-Palenberg. Ausgehend von den Römern wird die Entwicklung Jülichs in der Renaissance und Romantik erzählt. Zu sehen ist unter anderem ein Lackprofil der ehemaligen Via Belgica bei Jülich. Der Profilschnitt durch die alte B 55 westlich von Steinstraß bietet eine Reise durch 2000 Jahre Straßengeschichte.

Eine Medienstation und drei Audiostationen geben weiterführende Informationen. „Der Südostturm ist nun ein Aushängeschild und Entrée der Zitadelle“, sagte Bürgermeister Heinrich Stommel zur feierlichen Eröffnung in der Schlosskapelle. Jülich sei immer ein wichtiger Durchgangsort gewesen, viele bekannte Persönlichkeiten haben hier Rast eingelegt, stellte Stommel heraus und forderte seine Zuhörer auf: „ Machen wir uns also auf den Weg in unserer Vorstellungswelt, als Reisende unserer Zeit.“

Ein umfangreiches Programm mit Führungen begleiteten die Feierlichkeiten zur Eröffnung des Römerstraßen-Infozentrums in Jülich. Reenactors ließen die Vergangenheit lebendig werden. So zeigte ein römischer Landvermesser, ein Agrimensor, an der Westkurtine seine Arbeitsweise. Ein typisches Messinstrument war eine sogenannte „Groma“. Der Landvermesser ging dem Heereszug voran und bestimmte die Platzierung des Generalzeltes, das Lager wurde in einem immer wiederkehrenden System gebaut. An der Bastion Salvator demonstrierte das „Contubernium Primum“, eine spätantike Militäreinheit, ihre Ausrüstung.

Zeitgleich eröffnete in Aldenhoven die „Mansio“, ein Rastplatz in römischer Zeit, der als Einstiegs- und Informationspunkt im Erlebnisraum Römerstraße gedacht ist. Ein Shuttle-Bus transportierte Besucher vom Alten Turm in Aldenhoven zur Mansio, die sich an der Straße nach Freialdenhoven befindet. Zudem veranstaltete die Gemeinde Aldenhoven in Kooperation mit der St. Sebastianus Schützenbruderschaft eine Radtour.

Bürgermeister Lothar Tertel stellte in seiner Ansprache die Bedeutung des neuen Erlebnisraumes für den Tourismus im Hinblick auf die Sehenswürdigkeiten rund um Aldenhoven heraus. Unweit der Mansio, sei jüngst eine echte Wegestation gefunden worden, somit auch der richtige räumliche Bezug hergestellt. Die Mansio ist mit einer Infotafel, die den Straßenverlauf damals und heute dokumentiert, ausgestattet. Zu sehen sei die alte Trasse auf Luftbildaufnahmen, schilderte Lothar Offermann, Bauverwalter der Gemeinde Aldenhoven, der im Römergewand Auskunft am Rastplatz gab. Im Trassenverlauf wächst nämlich weniger, und das liege an der Bodenverdichtung.

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