„Wasser für den Malefinkbach!”

Von: ojo
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Seit Jahrzehnten ist der Malef
Seit Jahrzehnten ist der Malefinkbach trocken. Ein Zustand, an dem die Linnicher Stadtpolitik nachhaltig etwas ändern möchte. Foto: Jonel

Linnich. Selten hat man Harald von Reis vom Ingenieurbüro für Umweltfragen so ratlos und gleichzeitig so verärgert erlebt. Der geologische Berater der Stadt Linnich stattete vor zwei Ausschüssen einen Sachstandsbericht zum Malefinkbach ab - mit einem Ergebnis, das ihm überhaupt nicht passte.

Es gibt derzeit offenbar keinerlei Aktivitäten oder Bestrebungen außerhalb Linnichs, den Malefinkbach in seinem Ober- und Mittellauf wieder zu bewässern.

Seit 2001 der erste Runde Tisch einberufen wurde, habe es verschiedenste Gutachten, verschiedenste Zusagen und Machbarkeitsstudien gegeben - „und nie ist was vorangegangen”, bilanzierte von Reis bitter. Er habe immer wieder die Meinung vertreten, dass ein Bürgerinteresse an der Wiederbespannung des Malefinkbachs „ab Hompesch besteht”. Der Geologe erinnerte an Überlegungen, Brunnen im Bereich der Hompescher Kläranage anzulegen. Die habe der Wasserverband Eifel-Rur (WVER) allerdings aus Kostengründen mit einem Fragezeichen versehen. Nach Kalkulation des Wasserverbandes würde die Anlage der Brunnen 300.000 bis 400.000 Euro kosten, der jährliche Betrieb 60.000 bis 70.000 Euro. Von Reis: „Meine Schätzung lag deutlich tiefer.”

Relativ weit gewesen

Im Jahre 2007 sei man bei den Bestrebungen, den Malefinkbach wieder zu bewässern, „relativ weit gewesen” - inklusive Zusagen von RWE Power. „Der WVER war derjenige, der der Stadt viel versprochen, aber nichts gemacht hat”, wurde von Reis deutlich.

Einen neuen Schub in Sachen Malefinkbach habe man sich schließlich vor einem halben Jahr im Zusammenhang mit der Wasserrahmenrichtlinie erhofft. Doch der Wasserverband habe eine Wiederbespannung abgelehnt. Nach Angaben der Linnicher Verwaltung argumentiere der Wasserverband jetzt erstmals, dass er „nur als Dienstleister für die Stadt und auf deren Kosten die in Rede stehenden Maßnahmen umsetzen kann und selbst kein Maßnahmenträger ist”.

Erst müsse die finanzielle und genehmigungsrechtliche Situation geklärt sein, bevor der WVER sich engagiere, sei nun Verbandsposition. Dass die Stadt aufgrund der Wasserrahmenrichtlinie doch Rechte hätte, wie Hans-Willi Dohmen (CDU) vorhielt, bestätigte von Reis. Er schob allerdings auch eine Einschränkung nach. Weder Wasserverband, noch Bezirksregierung noch Landesregierung „wollen sich für den Malefinkbach einsetzen”.

„Wir stehen vor einer Wand. Ich sehe nur eine Möglichkeit: Erneut mit RWE Power verhandeln über eine Erhöhung der Mittel.” Das, räumte von Reis ein, sei dann das dritte Mal, dass über Geld für Brunnenbau und Betrieb bis zum Wiederanstieg des Grundwassers verhandelt würde. Und bei einer Mindestwasserführung von 20 Litern pro Sekunde ab Müntz könnte man den Wasserverband um weiteres Engagement angehen.

Hans-Friedrich Oetjen (SPD), auf deren Betreiben Harald von Reis seinen ernüchternden Bericht erstattet hatte, gab sich kämpferisch. „Damit ist die Geschichte nicht zu Ende.” Jetzt sei politischer Druck gefordert, damit im Bachbett tatsächlich irgendwann wieder Wasser fließt.
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