Wahrzeichen ist Schmuckstück

Von: ptj
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Akt der Einsegnung: Pfarrer Ko
Akt der Einsegnung: Pfarrer Konny Keutmann(l.), assistiert von Diakon Arnold Hecker, übergibt die Welldorfer Marienkapelle feierlich ihrer Bestimmung. Foto: Jagodzinska

Welldorf. Ein seltenes Ereignis krönte die Fertigstellung der Sanierungsarbeiten der neugotischen Marienkapelle am Welldorfer Ortsrand.

Mit etwa 100 Gläubigen feierte Pfarrer Konny Keutmann, assistiert von Diakon Arnold Hecker, auf offener Straße die Vorabendmesse zu Pfingsten, in deren Rahmen die feierliche Einsegnung erfolgte.

Schade nur, dass „der Heilige Geist sein Versprechen, die Wasser fluten zu lassen, heute Nachmittag so wörtlich nimmt”, wie Keutmann beklagte. Während der einleitende Wortgottesdienst noch unter dem Schutz von Zeltdächern und Schirmen begangen wurde, zeigte sich zur Kommunionverteilung wieder die Sonne.

Keutmann sah „die enge und verwandte Linie zwischen dem Pfingstfest und der Herrichtung der Kapelle”, wo die Menschen Zuflucht suchen und bei der Gottesmutter im Gebet verharren, wie es die Jünger auch gerade vor Pfingsten getan haben.

„Wir brauchen Entschleunigung, Orte, an denen unser Herz zur Ruhe kommt. Die Generationen vor uns haben die Bedeutung solcher Orte noch gewusst”, betonte der Priester in der Hoffnung, „dass Menschen hier mit Maria als Ansprechpartnerin neuen Atem gewinnen”.

Bewegende Worte des Dankes und der Anerkennung sprachen nach der Messfeier Christian Klems, Ortsvorsteher und Brudermeister der St. Hubertus-Schützen, in deren Verantwortung die sanierte Kapelle nun übergeht, und Hans Schüller, Sprecher des Freundeskreises Marienkapelle, verantwortlich für die versprochene „kostenneutrale Sanierung”.

Kapellentüre vorab geöffnet

Klems berichtete, dass schon im Februar auf die Bitten vieler Menschen hin „die Kapellentüre leise geöffnet wurde: Kerzen brennen hier. Man trifft Menschen, die Zuflucht suchen”, freute sich Klems. „Wir werden das in Zukunft weitertragen”, wiederholte er sein Versprechen stellvertretend für die Bruderschaft, die ihre Förderwürdigkeit durch eine Satzungsänderung erreichte.

Von einer Wallfahrt nach Trier zum Heiligen Matthias zurückgekehrt, zeigte sich Schüller besonders ergriffen von der restaurierten Wandmalerei des Heiligen Matthias in der Kapelle. „Welldorfs Wahrzeichen zeigt sich im restaurierten Glanz. Bewusst bleiben einige Zeitzeugen erhalten”, etwa Granatsplitter oder Einschusslöcher.

Die „unfallfreie 15-monatige Bauphase” basierte auf drei Säulen: manueller Eigenleistung denkmalerfahrener Baufirmen und der örtlichen Architekten Michael Küpper und Hubert Kanehl. Hinzu kommt „eine Handvoll Ehrenamtler”, die insgesamt über 700 Arbeitsstunden leisteten.

Allen voran drei „Ü70er”: Christian Lindenlauf, Hubert Kieven und Engelbert Vasen. Über 55 000 Euro Spendengelder, die „bei allen Bemühungen zusammengekommen sind”, Sachspenden im Wert von insgesamt 18 000 Euro und öffentliche Fördergelder in Höhe von 35 500 Euro durch die Denkmalbehörde stellen die Säulen zwei und drei.

Erwähnenswert ist der Anteil von 70 Prozent unter den 150 Spendern, die außerhalb der Ortsgrenze wohnen. Als gleichzeitig „spannend, anstrengend und zeitraubend” bezeichnete Schüller die Sanierung. Eine neue Herausforderung sei die geplante Realisierung der Kunstverglasung in der Kapelle.

Auf seinen „alles überragenden Dank an Stifter Matthias Hucko” folgte Schüllers Idee, eine Straße nach Hucko zu benennen. Nach Eucharistiefeier und Einsegnung wurde kräftig mit der Welldorfer Bevölkerung und den vielen auswärtigen Gästen gefeiert.
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