Vorsichtig fahrender Frau mit Prügeln gedroht

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Jülich. Wie schwierig die derzeitigen Straßenverhältnisse für alle Verkehrsteilnehmer sind, weiß jeder.

Dennoch besteht nicht immer Einigkeit darüber, welches Tempo auf schneeglatter Fahrbahn denn nun wirklich angemessen ist. In einem bemerkenswert schlechten Beispiel von gegenseitiger Rücksichtnahme hat die Polizei jetzt die Aufgabe, einen Busfahrer zu ermitteln und zur Verantwortung zu ziehen, der nach Angaben einer Jülicherin am Dienstagmorgen glattweg die Nerven verlor.

Wie die 43 Jahre alte Frau bei den Ordnungshütern anzeigte, war sie am Dienstag gegen 7.40 Uhr von Barmen in Richtung Jülich mit ihrem Pkw gefahren. Wegen der überfrorenen Schneeglätte hatte sie sich dabei vorsichtshalber und trotz neuer Winterreifen für ein Höchsttempo von etwa 30 km/h entschieden. Sie wollte sicher ankommen. Einem nachfolgenden Busfahrer war dieses jedoch offenbar viel zu langsam.

Mit dem Bus überholte er den Pkw, musste aber wegen des Kreisverkehrs beim Wiedereinscheren so stark bremsen, dass es knapp wurde und auch die Frau unfreiwillig stärker bremsen musste als beabsichtigt.

Die Jülicherin machte daraufhin durch Hupen und Lichtzeichen auf das aus ihrer Sicht gefährliche und rücksichtslose Verhalten aufmerksam. Das nahm der Busfahrer zum Anlass, auszusteigen und einen verbalen Disput mit der Frau zu beginnen. Wie sie schilderte, redete der Mann sich dabei in Rage und drohte ihr schließlich sogar Schläge an.

Erst als ein weiteres nachfolgendes Fahrzeug hinzu kam und wegen der blockierten Straße anhalten musste, verschwand der Busfahrer.

Eigene Bemühungen der Frau, den Fahrer zwecks einer Entschuldigung zu ermitteln, schlugen fehl. Jetzt ermittelt die Polizei wegen Beleidigung und Gefährdung des Straßenverkehrs und richtet einen Appell an alle, die in diesen Tagen durch das Winterwetter zusätzlich gestresst sind: „Bitte die Nerven behalten, die Rücksicht nicht vergessen und der Vorsicht auf jeden Fall Vorrang gewähren.”
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