Vor Verharmlosung und Suggestion gewarnt

Von: Adi Zantis
Letzte Aktualisierung:
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Begrüßung durch die „Hausherrin” Judith Cervigne für Oberkommissar Theo Happe beim Aldenhovener „Bündnis gegen Rechts” im evangelischen Gemeindezentrum. Foto: Zantis

Aldenhoven. Der Dürener Kriminaloberkommissar Theo Happe hat keine Berührungsängste, wenn es darum geht, das Spektrum der rechtsradikalen Bewegungen oder die Parolen der NPD ins Visier zu nehmen.

Gerade mit seinem Referat „Vom rechten Rand zur bürgerlichen Mitte” hatte sich der Bereichsleiter „Vorbeugung” dem Phänomen Verharmlosung und Suggestion zugewandt.

Beispiele dieser Problematik mit deutlichem Hinweis auf versteckten Rechtsextremismus gebe es auch im Kreis Düren, wie es Kommissar Happe bei seinem Infoabend vor dem „Bündnis gegen Rechts” im Evangelischen Gemeindezentrum Aldenhoven aufzeigte. Sich deutlich zu positionieren und die Entwicklung zu beobachten, sind laut Happe wichtige Voraussetzungen für eine persönliche Standortbestimmung. In diesem „Miteinander” sei das „Bündnis” in allen Gesellschaftsbereichen gefordert: In Schulen, bei Jugendlichen und in der Aufklärung der Bürger.

Am Beispiel von kurzen Video-Einspielungen verweist der Sicherheitsexperte auf friedliche und verharmlosende Szenen, in denen eine heile Welt mit geradezu idyllischer Harmonie vorgegaukelt werde. „Objektiv”, so Happe, „lässt sich hier nichts anklagen.” Aber Vorsicht: „Unabhängigkeit, Einheit, und Freiheit” spielen mit.

Die Methoden haben durchaus Erfolg. „Es sind geschickte Tricks mit einer Riesengefahr im Hintergrund.

Keineswegs gestaltet sich das im munteren Plauderton gehaltene Referat als einseitige Dozierung. Kommissar Happe stellt gezielte Fragen und ermuntert die aufmerksamen Besucher zur Mitarbeit für eine Diskussionsgrundlage. Es entwickelt sich ein Gemeinschaftsgefühl, aus dem positive Ansatzpunkte entstehen. „Unsere Gesellschaft ist im Wandel.” Mit dieser Feststellung werden auch Bandbreite und öffentliche Darstellung der demokratischen Parteien angesprochen.

Bilder von „beängstigenden Situationen bei Aufmärschen” sind Ereignisse, die eine klare Sprache aufzeigen. „Man muss sich”, so wurde deutlich, „im Umgang mit der NPD auch mit deren Zielen auseinandersetzen.” Nach über 60 Jahren hat sich Deutschland in einem Lernprozess aus seiner Geschichte gewandelt. Die Demokratie, so wurde zuversichtlich festgestellt, sei gefestigt und könne gegen einen aufkeimenden Radikalismus bestehen.

Auch im Hinblick auf die kommenden Wahlen fühlt sich das „Bündnis gegen Rechts” in seinen Aktivitäten von einer breiten Mehrheit in der Bevölkerung ermuntert, um sich dem aufkeimenden Rechtsextremismus entgegenzustellen.

Hierzu hat der Aldenhovener Infoabend, nicht zuletzt auch mit der umfassenden Fachkompetenz von Kriminaloberkommissar Theo Happe, einen wesentlichen Beitrag geleistet.
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