Sporter des Jahres Freisteller Sportlerwahl Sportlergala Freisteller

Vollblut-Jeck mit Hand an der Gitarre

Letzte Aktualisierung:
fastelovendsschmitz-bu2
Künstler wie den Kölner Büttenredner Marc Metzger, die bittet Manfred Schmitz als Maiblömche-Sitzungspräsident besonders gern auf die Maiblömche-Bühne. Foto: hfs.

Lich-Steinstraß. Nein, heute steht Manfred „Mike” Schmitz nicht als Sitzungspräsident im Rampenlicht. Aber seine Gesellschaft, denn die KG „Maiblömche” aus Lich-Steinstraß blickt auf 75 Jahre rheinischen Frohsinn zurück.

Fast ein Drittel dieser Zeit, 2x11 Jahre, hat der 58-Jährige als Sitzungspräsident hinter sich, mit einigen Tiefen, „aber auch mit vielen Höhen und vielen schönen Stunden”, wie er im Interview mit unserem Mitarbeiter Helmut Schiffer zu erzählen weiß.

Herr Schmitz, Alaaf und Helau, der Endspurt in die tollen Tage steht an.

Schmitz: Helau kommt mir nie über die Lippen. Ich war auch der einzige Karnevalist bei einem Empfang im Düsseldorfer Landtag, der mit einem dreimaligen Alaaf unser Prinzenpaar hat hochleben lassen. Nein, ich habe mit Helau absolut nichts im Sinn, weiß auch gar nicht, wo es herkommt.

Narreteien, wie der Schlachruf Helau, haben es so an sich, dass sie nicht näher erklärt werden können, entziehen sie sich doch meistens ganz bewusst exakter Logik. Gibt es denn eine Logik, wie man Sitzungspräsident werden kann?

Schmitz. Bei mir war das eine komische Sache. Ich war Vize, unser langjähriger Präsident Reiner Winters hat damals seinem Bruder, der Vorsitzender der KG war, seine Kündigung sozusagen in den Briefkasten geworfen. Da stand der ohne da, ich wurde dann im Marz 1988 bei der Hauptversammlung gewählt und habe Ja gesagt, weil ich erstens sehr viel Spaß an diesem Amt hatte, zudem die KG sehr gebeutelt war durch die Umsiedlung an den jetzigen Standort. Es musste weitergehen.

Können sie sich noch daran erinnern, welchen Künstler sie als ersten bei der Kostümsitzung im Jahre 1988 angekündigt haben?

Schmitz: Nein, aber im Verlauf eines gelungenen Abends durfte ich das Kölner Original Willy Millowitsch ansagen. Das war schon toll, denn Willy war wie immer in Hochform.

Apropos Hochform. Wenn ein Programmpunkt auf sich warten lässt, greift Schmitz zu seiner Gitarre. Dann wissen die Jecken, was kommt. Warum immer die Gitarre?

Schmitz: Ich habe 30 Jahre lang in einer Band, unter anderem in der Oldieband „Nash”, Musik gemacht. Bass und Gitarre. Wenn das Volk in einem Riesenzelt, wie dem unseren sitzt, auf den nächsten Punkt wartet und der nicht kommt, sehe ich von der Bühne herab in ein Zelt ohne Bewegung. Und mit alten und unverfälschten Karnevalsschlagern kann ich das Zelt dann in Bewegung bringen. Das ist schon toll, besonders, wenn ich mein selbst getextetes Lied „Ich ben us Lich-Steenstroß” zur Melodie von Frank Sinatras „My Way” singen darf.

Ist man stolz, wenn ein Künstler wie Guido Cantz immer bei seinen Auftritten im Möhnewinkel von ihnen als Bata Illic von Steinstraß spricht?

Schmitz: Der ist ein A....! Das dürfen sie ruhig schreiben. Den wird man sowieso nicht mehr lange im Karneval sehen, der wird sich auf die TV-Schiene festlegen.

Ärger bei einem Vollblutkarnevalisten?

Schmitz: Nee, ich will mal so sagen: Ich nehme es mit Humor, zugegebenermaßen mit einem etwas gequälten.

Hat man als Sitzungspräsident Einfluss darauf, welche Programmpunkte für einen Sitzungsabend eingekauft werden?

Schmitz: Wir versuchen mit mehreren Gesellschaften, gute Künstler nach Jülich zu kriegen. Das ist nicht das Diktat unseres Literaten Jürgen Vent. Die Frage ist, ob dies oder jenes machbar ist. Kriege ich den oder die?

Dies wird dann bei den so genannten Vorstellabenden von September bis November in den Sartory-Sälen in Köln oder im Theater am Tanzbrunnen geklärt. Dann entdeckt man dann auch Bands wie „Querbeat” oder „Hanak”, die Newcomer im Karneval, die wir heute beim Festkommers präsentieren dürfen. Grundsätzlich planen wir eine Sitzung zwei Jahre im voraus.

Stimmt man sich in dem Zusammenschluss, den die Maiblömche mit Tetz, Oberzier und Selgersdorf haben, ab?

Schmitz: Ja, wobei natürlich die Reihenfolge der jeweiligen Auftritt bedacht werden muss. Es wird aber immer auch Wert auf den Zusammenhalt der Gesellschaften gelegt. Mit Neid und Missgunst kommt keiner weiter.

Wie wichtig ist eine gute Sitzunskapelle?

Schmitz: Enorm wichtig, besonders wenn man, wie die Maiblömche, fast ausschließlich Kölner Kräfte hat, die immer Live-Musik bevorzugen. Und mit der Kapelle von Markus Quodt, einer der profiliertesten Sitzungskapellen des Kölner Karnevals, hochmotiviert und engagiert, haben wir die Könner, die das leisten.

Haben sie als Sitzungspräsident jemanden, den sie besonders in der Bütt oder auf der Bühne mögen?

Schmitz: Na klar, das ist der Jong vom Land, unser Hans-Martin Schmitz.

Nicht zu vergessen Marc Metzger als dä Blötschkopp, Willibald Pauels als ne bergische Jung oder aber auch Marita Köllner, et fussich Julche. Leute, die wir in unserem Jubiläumsjahr, bis auf Schmitz, der leider verhindert war, auf der Bühne hatten. Es ist schließlich unser großes Jubiläum, bei dem ich, und darauf bin ich stolz, Sitzungspräsident sein darf.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert