Jülich - Verkehrssicherheitstraining „echt hart”

Verkehrssicherheitstraining „echt hart”

Von: ma.ho.
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Die Realität kann „echt hart
Die Realität kann „echt hart” sein. Das wurde auch Marc, Fouad, Eric, Niklas, Nadia und Lara bewusst, die mit ihren Schulkameraden an der Kampagne „Crash-Kurs” NRW teilnehmen Foto: Horrig

Jülich. Die neue Verkehrssicherheitskampagne der nordrhein-westfälischen Polizei lautet: „Crash Kurs NRW - Realität erfahren. Echt hart.” Die Kampagne läuft bereits seit einiger Zeit erfolgreich in Nordrhein-Westfalen und machte vor wenigen Tagen auch Halt in Jülich.

Hier wählte man die Berufsschule als Veranstaltungsort - nahezu ideal für die Zielgruppe der 17- bis 24-Jährigen.

So trafen sich zur zweiten Veranstaltung in Jülich rund 150 Schülerinnen und Schüler des Berufskollegs Jülich, um den Ausführungen der Verantwortlichen und den Referenten zu lauschen. Die Schüler wurden im Vorfeld auf das, was sie erwartet, vorbereitet und hatten während der Veranstaltung die Möglichkeit, die Örtlichkeit zu verlassen und sich unter psychologischer Begleitung in einem gesonderten Raum zurückzuziehen.

Grässliche Unfälle

Den Beginn machte die 31-jährige Polizeioberkommissarin Melanie Mallmann, die sieben Jahre auf der Autobahn ihren Dienst absolviert hat. Sie berichtete von Unfällen und wie die Polizeibeamten damit umgehen können - mit schrecklichen Bildern - mit viel Leid und Schmerz - eben mit der Realität, die grausam sein kann. „Was man da zu sehen bekommt, sieht man sich an - ob man will oder nicht”, so Mallmann.

Zunächst machten einige Schüler ihre Witzchen und Späße, doch mit zunehmender Dauer wurden auch sie leise. Eine Beamer-Präsentation visualisierte einige schreckliche Unfälle und deren Folgen. Junge Menschen - tödlich verunglückt - aus Übermut, falscher Selbsteinschätzung oder wegen Alkohol am Steuer.

Vorsichtiges Raunen machte sich unter den Schülern breit. Melanie Mallmann appellierte nach ihrem Vortrag an die Vernunft.

Sehr beeindruckend schilderte die junge Polizeikommissarin Susanne Suchy ihre Erlebnisse und Erfahrungen bei einem tödlichen Unfall im Winter. Hierbei zeigten die jungen Zuhörer Betroffenheit.

Nach dem Bericht der Notärztin Heike Bordfeld konnte man eine Stecknadel fallen hören. Was auf die Schüler wirkte, waren die echten und mit dem Erlebten weitergegebenen Emotionen. Die Geschichten waren nicht frei erfunden. Vielmehr handelte es sich um eine wahre Konfrontationen mit Schicksalsschlägen, die unter Umständen hätten vermieden werden können. Auch Heike Bordfeld sprach die Jugendlichen und junden Erwachsenen direkt an: „Helft uns, damit wir euch noch helfen können.”

Swen Henseler, aktiver Feuerwehrmann aus Jülich, schilderte anhand eines Beispiels seine Empfindungen beim Bergen einer tödlich verunglückten Person aus einem völlig deformierten Fahrzeug. Nach und nach wurden die Schüler immer nachdenklicher und in sich gekehrt.

Polizeihauptkommissar Jürgen Baumgarten, mit über 40 Jahren Polizeidienst auf dem „Buckel” - ein alter Hase mit dickem Fell? Hier irrten die meisten, denn Baumgarten schilderte sehr emotional die Unfallaufnahme eines grausamen Unfalls, der ihn auch heute noch nicht loslässt. Mit dem Foto des Erinnerungskreuzes für den jungen Mann, der an dieser Stelle sein gerade 20 Jahre dauerndes Leben verlor, verabschiedete sich Baumgarten von den Schülern mit den Worten: „Bis dis Dach - evver nit esu!”

Bevor die Veranstaltung endete, stellte der Notfallseelsorger Volker von Eckardstein die Problematik der Benachrichtigung von Angehörigen der Unfallopfer noch einmal heraus.

Aufrüttelnde Bilder

Die Schüler zeigten sich sehr bewegt und angetan von dieser Veranstaltung. Marc (17) meinte: „Solche Bilder sieht man nicht jeden Tag, und es war schon interessant zu hören, wie die Menschen vor Ort das alles so empfinden.”

Fouad (23) bekam Gänsehaut und sagte: „Ich hatte mir den Crash-Kurs ganz anders vorgestellt. Die Bilder haben mich sehr betroffen gemacht und ich war kurz vor dem Rausgehen. Ich fahre seit fünf Jahren, manchmal auch schnell. Jetzt aber denke ich über mein Fahrverhalten nach. Es ist ein gelungener Kurs und ich werde die Botschaft weitergeben”.

Eric (18): „Ich fand das alles sehr informativ und es ist gut, so etwas mal zu sehen. Ich werde jetzt mehr aufpassen und nicht so riskant fahren”. Lara (16) und Nadia (17) meinten: „Wir erhielten heute einen guten Einblick, wie schlimm solche Unfälle sind und werden den Kurs weiterempfehlen. Es war gut, dass so etwas mal gezeigt wurde.”

Niklas (22) zog für sich persönlich folgende Bilanz: „Es war erschreckend und aufrüttelnd. Auch wenn man die Bilder der Unfallautos in der Zeitung sieht, wirken die Berichte der Beteiligten sehr persönlich und sprechen einen direkter an.”
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