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Verkauf der Kneipe in Merken geplatzt

Von: Christoph Lammertz
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Wirt Peter Vitzer in seiner Merkener Immobilie, in der der vermeintliche Käufer bereits Umbauarbeiten begonnen hatte. Jetzt ist der Kaufvertrag geplatzt. Foto: Lammertz

Merken/Linnich. Viele Wochen schwebte die Ankündigung wie ein Damoklesschwert über Merken: Gastwirt Peter Vitzer wollte seine Kneipe „Zum Sportplatz” verkaufen, und die NPD stand nach eigener Auskunft als Käufer bereit. Ein „Nationales Zentrum” wolle man im Dürener Stadtteil einrichten, verkündete die rechtsextreme Partei.

Die Aufregung in Merken, in Düren, ja der gesamten Region, war groß. Bis CDU-Mittelstandschef Rolf Delhougne für die Wende sorgte: Er gewann einen alternativen Käufer, einen Bauunternehmer aus der Region, für Vitzers Gaststätte. Der Kaufvertrag wurde unterzeichnet, der Käufer, dessen Partnerin die Gaststätte weiterbetreiben wollte, begann schnell mit den Umbauarbeiten.

Doch nun ist das Geschäft geplatzt. Nach Informationen der Dürener Zeitung ist der Bauunternehmer kurz vor Ablauf des Zahlungstermins vom Vertrag zurückgetreten. Was nun aus der Merkener Gaststätte wird, steht in den Sternen. Ein erneutes Vorpreschen der NPD kann nicht ausgeschlossen werden.

Der Gastwirt, der inzwischen mit seiner Gattin in eine Wohnung in Linnich gezogen ist, konnte auf Nachfrage der DZ nicht sagen, wie es weitergehen soll. Der Verkaufserlös sollte seinen Lebensunterhalt sichern, war zum Teil auch als monatliche „Rentenzahlung” vorgesehen.

Doch der Vertrag beinhaltete Fristenregelungen für die Zahlungsfälligkeit und den Auszug Vitzers aus der Gaststättenimmobilie, in der er auch lebte. Offenbar wurden diese Klauseln von den beiden Parteien unterschiedlich gedeutet. Jedenfalls soll der potenzielle Käufer mit dem Hinweis, Vitzer sei nicht rechtzeitig ausgezogen, vom Vertrag zurückgetreten sein.

Kein Geld für neue Möbel

Der Gastwirt sieht die Schuld hingegen beim anderen Vertragspartner. Zum einen sei er rechtzeitig ausgezogen, zum anderen hätte er schon vor vielen Wochen aus Merken weg sein können, wenn er einen kleinen Vorschuss erhalten hätte, sagt er. Nach Informationen dieser Zeitung ging es um rund 10.000 Euro für neue Möbel in der neuen Wohnung.

Den Vorschuss wollte der Bauunternehmer aber offenbar nicht gewähren, und das Geld konnte auch trotz erneuter Unterstützung von Rolf Delhougne nicht als Kredit aufgetrieben werden. Mehrere Dürener Banken sollen abgewinkt haben.

Schließlich sei er „mit der Luftmatratze” umgezogen, sagt Vitzer. Ob zu spät oder nicht, das muss nun juristisch geklärt werden. Der Gastwirt hat die Sache einem Anwalt übergeben.
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