Schleiden - Verfüllung des Schleidener Stollens läuft

Verfüllung des Schleidener Stollens läuft

Von: gre
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Das flüssige Zement-Steinmehlgemisch wird in Phase 1 vorsichtig in den Schleidener Stollen injiziert. Foto: Greven

Schleiden. Über die Lage des Luftschutzstollens, der einige Bewohnern der Siersdorfer Straße durch plötzliche Erdeinbrüche in arge Bedrängnis gebracht hat, gibt es zwar einen vor nunmehr 70 Jahren von Markscheidern des Eschweiler Bergwerksvereins aufgestellten Plan, aber seine genaue Lage war unklar.

Auf den insgesamt sieben bebauten Grundstücken, die bis lange nach Kriegsende als Weide genutzt wurden, musste der Verlauf mühevoll durch Sondierungsbohrungen erkundet werden. Den Verlauf des Stollens mit seinen seitlichen Kammern und Koffern hat der erfahrene Diplom-Geologe Harald von Reis oberirdisch auf dem Gelände farblich markiert.

In diesem Verlauf werden nun die Bohrungen vorgenommen. Die vom Geologen ausgewählte und vom Kreis Düren beauftragte Unternehmung aus Bochum, hat große Erfahrung mit derartigen Verfüllarbeiten, mit denen nun begonnen worden ist. Die Bohrungen in die Tiefe sind schräg angesetzt worden. Senkrechtes Bohren lehnt die Firma nach eigenen Aussagen ab, weil sie nicht ausschließen kann, dass das schwere Bohrgerät zu neuen Einbrüchen führt.

Die Bohrlöcher mit einem Durchmesser von 120 mm sind in Abständen von bis zu fünf Metern gesetzt worden, um die vollständige Verfüllung der Hohlräume sicherzustellen.

Wasser bereitet Probleme

Allerdings gibt es nach Aussage des Geologen das Problem, dass durch die Wassereinbrüche, die zu den ersten Schäden an den Grundstücken geführt haben, der Boden in dem Stollen stellenweise matschig geworden ist und sowohl das Bohren und das Verfüllen erschwert.

Die Erschwernis hat zu Verzögerungen bei den Bohrungen geführt, so dass der ursprüngliche Zeitplan nicht eingehalten werden wird.

Harald von Reis wird auch die Füllarbeiten begleiten und hat eigens deswegen seinen geplanten Urlaub verlegt. Am Montag wurde mit dem Verfüllen begonnen.

Die erste Tranche des Verfüllmaterials befindet sich schon in einem riesigen Silo mit 33 Kubikmetern Inhalt an Ort und Stelle. Benötigt wird die zehnfache Menge.

Die Injektionen aus einem flüssigen Zement-Steinmehlgemisch erfolgen in Phase 1 im „Zeitlupentempo“ mit 20 bis 25 Litern pro Minute oder mit drei bis fünf Kubikmetern pro Tag, weil jede einzelne Füllung kritisch begleitet werden muss, um weitere Schäden zu vermeiden. Untertage soll die Füllung in die kleinsten Hohlräume fließen. In Phase 2 werden ein Zoll starke Manschettenrohre in den Boden eingelassen, durch die die Injektionsflüssigkeit mit hohem Druck in den Boden gepresst wird.

Von Reis: „Wenn wir das Gelände verlassen, muss alles in Ordnung sein.“ Er räumt ein, dass in Jahren noch die eine oder Setzung möglich ist, die aber mit ein paar Schaufeln Erde behoben werden könne.

Der Schleidener Stolleneinbruch ist Anlass dafür, dass die Gefahrenforschung an derartigen ehemaligen Stollen im gesamten Kreis fortgesetzt wird, wie schon vorletzte Woche aus dem Kreishaus verlautete.

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