Verein Korean Martial Arts Taekyon feiert 25-jähriges Bestehen

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Kampfsport und Selbstverteidigung: Ein junger Mann führt einen Taekwondo-Block aus. Foto: imago

Koslar. Der Verein Korean Martial Arts Taekyon Jülich wird 25 Jahre alt. Anlässlich des Silberjubiläums steigt am Samstag, 1. Dezember, eine Kampfkunst-Gala um 19 Uhr in der Bürgerhalle Koslar. Vor nunmehr 25 Jahren hatten 15 Kampfsportbegeisterte die Idee, einen eigenen Verein zu gründen. Ein Trainingsraum (Dojang) war in Koslar vorhanden, fehlten also nur noch „ein paar“ Formalitäten und der Gründung stand nichts mehr im Wege.

Von den Gründungsmitgliedern sind heute noch drei im Verein. Allen voran der Vorsitzende Sabumnim (Großmeister) Ralf Esser. In Jahren harten Trainings hat er mittlerweile den 6. Dan Taekwondo, 4. Dan Hapkido und den 2. Dan Hanguldo erreicht. Heute umfasst der „kleine Dorfverein“ über 130 Mitglieder, davon mehr als die Hälfte Kinder und Jugendliche. Primäres Ziel ist Schulung von Geist und Körper.

Verein für den Breitensport

In erster Linie versteht sich Taekyon als Breitensportverein, der allen Altersklassen offen steht. Insbesondere liegt den Verantwortlichen die Jugendarbeit am Herzen. Unter dem Motto „Sport gegen Gewalt“ soll dazu beigetragen werden, den Kids und Teens Sicherheit in einer guten Gemeinschaft zu bieten. Nun mögen sich viele fragen, wie Kampfsport zur Gewaltprävention beitragen kann. Dieser scheinbare Widerspruch ist schnell gelöst: Asiatische Kampfkunst ist in seinem Kern immer defensiv ausgerichtet. Das Ziel ist die Konfliktverhütung. Die fernöstlichen Lehren stärken das eigene Selbstwertgefühl, die Achtung des Anderen und der Umwelt. Gerade Hapkido ist eine Methode, zu sich selbst zu finden und Verständnis für andere und die Natur zu entwickeln. Weg und Ziel von Hapkido ist Menschlichkeit zu trainieren, zu verbreiten und zu erreichen. Deshalb ist das Training immer ein respektvolles Miteinander, kein Gegeneinander. Auch wenn Taekwondo in seinen Techniken dynamischer und aggressiver wirkt, steht auch hier die Defensive im Vordergrund.

Auch die älteren Semester kommen im Verein nicht zu kurz. In der „Ü-40“-Abteilung liegt der Schwerpunkt auf Funktionsgymnastik, basierend auf modernen Erkenntnissen der Physiotherapie angereichert mit Übungen aus den Kampfkünsten.

Dabei wird das Training nicht als reiner Selbstzweck betrieben. Übers Jahr verteilt nehmen die Aktiven an diversen Turnieren in verschiedenen Disziplinen teil. Nicht selten werden auch Plätze auf dem Treppchen erobert. Als größter Erfolg in der Vereinsgeschichte darf wohl das Erreichen des dritten Platzes des Teams der Deutschen Hapkido Federation bei den Hapkido World Games 2007 in Korea gewertet werden. Mit dabei waren unser Großmeister Ralf Esser und Meister Christian Meinicke.

Fuß, Faust und Weg

Taekwondo ist ein koreanischer Kampfsport und steht für Fuß (Tae), Faust (Kwon) und Weg (Do, hier ist der Weg des Geistes gemeint). Obwohl Taekwondo für den laienhaften Betrachter große Ähnlichkeiten mit anderen asiatischen Kampfsportarten aufweist, unterscheidet es sich in einigen wesentlichen Punkten von diesen. So ist die Taekwondo-Technik sehr auf Schnelligkeit und Dynamik ausgelegt, was nicht zuletzt durch den Wettkampf bedingt ist. Im Taekwondo dominieren Fußtechniken deutlicher als in vergleichbaren Kampfsportarten.

Der Begriff Taekwondo tauchte erstmals 1955 auf und wurde von General Choi Hong-hi (ITF) entwickelt. Weltweit gibt es zwei Taekwondo-Stile (ITF und WTF), die sich hauptsächlich in der Formausübung und im sportlichen Kampf unterscheiden. Taekwondo entwickelte sich während der japanischen Besatzung in Korea und wurde durch das japanische Karate mit beeinflusst.

Taekwondo als moderner Sport unterteilt sich heute in die einzelnen Disziplinen:

Formenlauf: festgelegte Techniken werden in vorgegebener Reihenfolge durchgeführt.

Selbstverteidigung: Selbstverteidigung gegen einen/mehrere unbewaffnete oder bewaffnete Gegner.

Einschrittkampf: Ein Schaukampf mit festgelegter Technikenreihenfolge gegen einen Gegner. Neben dem Einschrittkampf gibt es auch noch den Zwei- und Dreischrittkampf, die zwar eine eher untergeordnete Bedeutung haben, aber für die Entwicklung und Verfestigung der erlernten Techniken wichtig sind.

Bruchtest: Zerstören von Holzbrettern, Ziegeln oder sonstigen Materialien mittels Taekwondo-Techniken.

Freikampf/Wettkampf: Leicht-, Semi- oder Vollkontaktkampf gegen einen Gegner. Seit den Olympischen Spielen 2000 in Sydney ist es eine vollwertige olympische Disziplin. Daneben sind auch Grundschule, Gymnastik und Theorie ständige Trainingsbestandteile. Durch kontinuierliches Training und bewusste Ausübung dieser Disziplinen sollen die Taekwondoins, so werden alle Taekwondo-Betreibenden genannt, ihren Geist schulen. General Choi Hong-hi, der Begründer des ursprünglichen Taekwondos, hat dies in fünf zu erreichenden Zielen zusammengefasst, die als „Grundsätze des Taekwondo“ gelten:

Ye-Ui, die Höflichkeit; Yom-Chi, die Integrität; In-Nae, das Durchhaltevermögen; Guk-Gi, die Selbstdisziplin und Beakjul-bool-gul, die Unbezwingbarkeit.

Um diese Ziele zu erreichen, stellte Choi Hong-hi einen Eid auf, dem sich alle Taekwondo-Schüler verpflichtet fühlen sollen. Um mit einer Taekwondo-Technik die nötige Kraft und die damit verbundene durchschlagende Wirkung zu erzielen, bedient sich der Taekwondoin bestimmter physikalischer Gesetzmäßigkeiten. Das Wissen um diese physikalischen Gesetze, die „Theorie der Kraft“.

Sie besteht aus Konzentration: Die gesamte Kraft genau im Moment des Schlages auf eine möglichst kleine Fläche wirken zu lassen. Große Fläche = kleine Kraftwirkung, kleine Fläche = große Kraftwirkung.

Reaktionskraft: Gegnerische Kraft plus eigene Kraft = Kraft, die auf den Gegner einwirkt.

Gleichgewicht: Angriff wird wirksamer und Abwehr wird stabiler, wenn der Körper sich im Gleichgewicht befindet.

Atmungskontrolle: Eigene Schlagwirkung und Schutz des eigenen Körpers erhöhen sich durch Anspannen der Bauchmuskeln (Ausatmen und Pressen) im Moment des Schlages.

Schnelligkeit: Je größer die Geschwindigkeit, desto größer ist die wirksame Kraft.

Masse: Je größer die am Schlag beteiligte Masse (Hüfte und gesamter Körper, nicht nur das schlagende/tretende Körperteil), desto größer die wirksame Kraft.

58.000 Aktive in 850 Vereinen

Taekwondo wurde ab 1965 durch die Großmeister Choi Hong-hi und Kwon, Jae-hwa auch im deutschsprachigen Raum verbreitet. Diese Arbeit wurde später von vielen anderen koreanischen Großmeistern unterstützt und fortgesetzt. Die ersten deutschen Meisterschaften waren bereits 1967 in München. Die ersten WM-Teilnehmer Deutschlands gewannen in Korea 1973 und 1975 Edelmetall. 1981 wurde die Deutsche Taekwondo Union (DTU) gegründet. Sie ging aus der Sektion Taekwondo des Deutschen Judo Bundes hervor. Heute trainieren über 58.000 Aktive in 850 Vereinen.

Hapkido ist eine Methode, zu sich selbst zu finden und Verständnis für andere und die Umwelt zu entwickeln. Weg und Ziel von Hapkido ist Menschlichkeit zu trainieren, zu verbreiten und zu erreichen. Deshalb ist das Training immer ein respektvolles Miteinander, kein Gegeneinander. Hapkido setzt sich zusammen aus den Begriffen „Hap“ bedeutet zusammen und meint die Harmonie von Körper und Geist. „Ki“ bezeichnet geistige und körperliche Kraft und Konzentration. „Do“ heißt „Weg des Lebens“ und Lehrmethode. Hapkido ist eine Selbstverteidigungskunst, die primär aus Abwehrtechniken besteht und lehrt, sich zu beherrschen und nicht aus Angst aggressiv zu reagieren.

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