Verbleib der Jülicher Brennelemente ist geklärt

Von: Markus Peters, dapd
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Der Verbleib der angeblich im Forschungszentrum Jülich vermissten Brennelemente ist geklärt. Sie befinden sich im Zwischenlager des Forschungszentrums, wie das Bundesumweltministerium am Dienstag in Berlin mitteilte.

Berlin/Jülich. Der Verbleib der angeblich im Forschungszentrum Jülich vermissten Brennelementekugeln ist geklärt. Sie befinden sich im Zwischenlager des Forschungszentrums, wie das Bundesumweltministerium am Dienstag in Berlin mitteilte.

Dies ergab ein Bericht der zuständigen nordrhein-westfälischen Landesatomaufsicht. Am Wochenende war eine Debatte über unstimmige Angaben des Forschungszentrums über die auf dem Gelände gelagerten Brennelemente aufgekommen.

Die Düsseldorfer Landesregierung hatte laut „Spiegel” den Grünen auf Anfrage mitgeteilt, dass 2285 Brennelementekugeln in Jülich vermisst würden. Es hieß, sie könnten möglicherweise in der Asse eingelagert worden seien. Das Ministerium hatte die Landesaufsicht daher kurzfristig zu einem Gespräch einbestellt.

Die Brennelementekugeln waren in dem seit langem stillgelegten Jülicher Atomversuchsreaktor eingesetzt. Nach Darstellung der Landesatomaufsicht lagern 2285 beim Betrieb oder bei nachfolgenden Versuchen zerbrochene Kugeln weiterhin einzementiert im Zwischenlager des Forschungszentrums. Die Kugeln sind den Angaben zufolge nicht in die Asse eingelagert worden. Diese Darstellung wird nach Angaben des Ministeriums durch die Prüfungen der Europäischen Atomgemeinschaft Euratom belegt. Demnach weist die Bilanzierung des Kernmaterials keine Lücken auf.

Röttgen kritisiert „Informationschaos” der Landesregierung

Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) kritisierte die rot-grüne Landesregierung scharf. Das Informationschaos, das in dieser Angelegenheit in Düsseldorf stattgefunden habe, sei nicht akzeptabel: „Mit ihren spekulativen Angaben haben das Wissenschafts-, Umwelt- und Wirtschaftsministerium nur für Verunsicherung in der Bevölkerung gesorgt.”

Die Vertreter der Landesministerien hätten versucht, aus einer ernsthaften Diskussion über die Zukunft der Kernenergie parteipolitisches Kapital zu schlagen. „Ich halte das Vorgehen der NRW-Landesregierung in dieser sensiblen atomaufsichtlichen Frage für absolut unangemessen und inakzeptabel”, betonte Röttgen, der auch nordrhein-westfälischer CDU-Chef ist.

Die FDP-Fraktion hat für die nächste Plenarsitzung des Landtages eine Debatte über das Verhalten der Landesregierung in dieser Angelegenheit beantragt. Ihr umweltpolitische Sprecher, Kai Abruszat, erklärte: „Wir fordern die Landesregierung auf, die Konsequenzen aus dem Kommunikationsdesaster zu ziehen. Unbelegte Behauptungen an die Öffentlichkeit zu bringen, sind einer Landesregierung nicht würdig.” Man werde nicht hinnehmen, dass die Bevölkerung gezielt verunsichert und der gute Ruf des Forschungszentrums Jülich in Verruf gebracht werde.
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