Linnich - Unter den Schulen herrscht Alarm im Schacht

Unter den Schulen herrscht Alarm im Schacht

Von: ojo
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Manchen Schachteinläufen sieht man an, dass das Abwassersystem der Linnicher Schulen in die Verschleißzone geraten ist. Foto: Jonel

Linnich. Dass so kurz vor der Kommunalwahl noch ein Kanalprojekt auf den Weg gebracht wird, ist ungewöhnlich und muss schon einen triftigen Grund haben. Das ist in Linnich gegeben: Dort ist das gesamte Abwassersystem der städtischen Schule so marode, dass die Sanierung keinen Aufschub duldet.

Der Werksausschuss wurde am Dienstag über das gesamte Ausmaß der Schäden in Kenntnis gesetzt. Er reagierte ohne zu zögern. Einstimmig votierte er für die Sanierung, sozusagen der baulichen Dringlichkeit folgend. Heute wird sich der Finanzausschuss mit dem Thema auseinandersetzen. Immerhin hat das Büro Meyer, basierend auf den Untersuchungsergebnissen, die Kosten der Sanierung auf rund 300.000 Euro netto geschätzt, macht etwa 390.000 Euro insgesamt aus.

Was Hans-Arnold Meyer dem Ausschuss berichtete und anhand von Bildmaterial von der Kamerabefahrung vor Augen führte, war eine Sammlung teils eklatanter Schäden am Kanalsystem unter den Schulen. Rund drei Kilometer Kanal wurden untersucht. Gefunden wurden Einlaufschächte, die sich verschoben haben; Schächte, in denen Auflager und Wandung buchstäblich zerbröseln; Kanäle, die komplett verstopft waren, „so dass von oben gar kein Wasser mehr abgeführt werden kann“.

Noch dramatischer ist der Zustand einiger Sammler. Die Bilder zeigen aus den Ziegelwänden ausgebrochene Steine, Gerinne, die so aufgebrochen sind, dass Wasser in den Untergrund versickert. Die Schadensliste lässt sich beliebig verlängern. Und eine Vermutung, sagt Ingenieur Meyer, ist nun Gewissheit: Es kommt zu Fehleinleitungen. Im Bereich der Hauptschule wird Oberflächenwasser in den Schmutzwasserkanal eingeleitet. „Da haben wir also nicht das Trennsystem von Schmutz- und Oberflächenwasser so, wie es sein müsste.“

Und eine weitere Vermutung hat sich bestätigt: Durch die Schäden im Kanal dringt Grundwasser ein. „Das ist Fremdwasser, das da nichts zu suchen hat.“ Immerhin eines konnte der Fachmann ausschließen. Der Zustand des Kanalsystems unter den Schulen steht in keinem Zusammenhang mit der hinlänglich beklagten Stau- und Überschwemmungsproblematik im Bereich Mäusgasse/Krähwinkel.

Die Sanierungskosten verteilen sich nicht einheitlich auf die drei Schulkomplexe. Mit 140.000 Euro geht fast die Hälfte der Gesamtaufwendung auf das Konto der Hauptschule. Der Grundschulkomplex ist mit 110.000 Euro enthalten. Die Realschule ist mit Aufwendungen in Höhe von rund 50.000 Euro geradezu billig. Dort könnte ein Großteil des Oberflächenwassers in den nahen Mühlenteich abgeführt werden. Da aber dort eine längere Strecke in offener Bauweise saniert werden muss, was teuerer ist als das Inliner-Verfahren, das überwiegend zum Einsatz kommt, sind die 50.000 Euro unter Vorbehalt genannt. Stemmen kann die Stadt diese Aufgabe nur mit Landeshilfe, sagte Beigordneter Hans-Josef Corsten.

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