Unerlaubte Abkürzung: Auf dem Ruruferradweg heulen die Roller

Von: Guido Jansen
Letzte Aktualisierung:
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Fußgängern und Radfahrern stehen der Ruruferradweg und die kleineren Brücken offen, Mopeds nicht. Foto: Jansen

Jülich. Die Schilder machen es nicht leicht, sie zu übersehen oder falsch zu verstehen: rund, blauer Hintergrund, darauf oben eine Fußgängerin mit Kind und unten ein Fahrrad. Im Behördendeutsch bedeutet das: Verbot der Durchfahrt für Kraftfahrzeuge aller Art.

Entlang des Ruruferradwegs auf Jülicher Stadtgebiet stehen die blau-weißen Schilder an jeder Zufahrt. Zufahrt, weil das Befahren mit dem Rad erlaubt ist. Der Name verrät es. Aber der Rufuferradweg gleicht zeitweise einer Schnellstraße für Mopeds.

Dafür gibt es zwei Kernzeiten: Dann, wenn das Wetter eine Rollerfahrt zum Schulanfang zulässt. Derzeit also relativ häufig vor acht Uhr morgens. Dann müssen Radfahrer, Fußgänger und so mancher Bello aufpassen, dass sie den von hochtourig heulenden Motoren angetriebenen Mopeds nicht in die Quere kommen. Viele ärgern sich über die Mischung aus Staub und Abgasen, die ihnen ins Gesicht geblasen wird.

Beim Ordnungsamt der Stadt Jülich ist das Thema bisher nicht bekannt. „Wir werden das aber an die Polizei weitergeben mit der Bitte, dort zu kontrollieren“, kündigte Amtsleister Hans Pinell an. Denn der Ruruferradweg ist nicht für motorisierte Teilnehmer gedacht. 80 Prozent des Weges auf Jülicher Stadtgebiet sind Schotterpiste. Die 20 geteerten Prozent, beispielsweise in Richtung Freibad, werden regelmäßig mit dem Kehrwagen gereinigt, auf Schotter sei das nicht möglich.

Entsprechend hoch sei das Risiko im Herbst, wenn das Laub fällt und den Weg rutschig macht. Von den Brücken mit ihren Holzböden ganz zu schweigen, die bei Nässe auch für Fahrradfahrer nur mit Vorsicht befahren werden können. Auch die Brücken sind blau-weiß beschildert. Trotzdem gilt vor allem die Stadionbrücke als beliebte Abkürzung von der Innenstadt in Richtung Freibad und Brückenkopf-Park.

Der zweite Schwerpunkt, auf dem gerne mit Motor geflitzt wird, an dem es aber verboten ist, sind die Wege rund um den Barmener See, die ebenfalls explizit als Radweg ausgewiesen sind.

Dazu kommt ein weiteres Schild, das darauf hinweist, dass die Wege durch ein Naturschutzgebiet führen. Fahren mit Motor ist streng verboten. „Wenn wir da jemanden erwischen, dann müssen wir das auch noch der Unteren Landschaftsbehörde beim Kreis Düren melden“, erklärt Pinell, dass es mit dem Verwarngeld von 20 Euro für das Brummen auf einem Radweg nicht getan ist. Trotzdem passiert es bei Badewetter immer wieder, dass vorwiegend junge Menschen mit ihrem Roller direkt bis an das Gewässer ran fahren. In Barmen oder auf dem Parkplatz bei Broich stehen bleiben – das ist vor allem bei Badewetter eher die Ausnahme.

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