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Umweltminister Remmel zu Besuch: Ein Kreis auf dem richtigen Weg

Von: Antonius Wolters
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Die elfte Etappe seiner Klimas
Die elfte Etappe seiner Klimaschutztour führte Umweltminister Johannes Remmel am Mittwoch zum Solarpark Inden, der eine perfekte Kulisse für die Erfüllung von Interviewwünschen abgab. Foto: Wolters

Inden. „Ideales Wetter für den Solarpark”, frohlockte Landrat Wolfgang Spelthahn, als er am Mittwoch mit Indens Bürgermeister Ulrich Schuster und dem grünen Landtagsabgeordneten Oliver Krischer auf seinen Gast aus der Landeshauptstadt wartete: Sonne satt und eiskalte Temperaturen, die Leitungsverluste beim Transport des Sonnenstroms in Grenzen halten.

Bevor sich Johannes Remmel, NRW-Minister für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz auf dem im Oktober ans Netz gegangenen Solarpark Inden umsah, verschaffte er sich auf dem Indemann einen Überblick von der Energieregion im Dürener Nordkreis. Von dem stählernen Koloss aus, den eiskalte Winde umtosten, sind neben Braunkohlen-tagebau und Kraftwerk Weisweiler auch etliche Windräder und besagter Solarpark zu sehen.

Minister Remmel hat im Juli vergangenen Jahres seine „Klimaschutztour” begonnen, die das Augenmerk der Öffentlichkeit auf wichtige Zukunftstechnologien, Wachstumsmärkte und innovative Firmen und Projekte im Bereich der erneuerbaren Energien lenken. Die elfte Etappe führte ihn am Mitwoch in die Gemeinde Inden, wo der Kreis Düren und die F&S solar concept GmbH auf dem Gelände einer ehemaligen Mülldeponie einen Solarpark mit insgesamt 16 236 Modulen errichtet haben und im großen Stil klimafreundlichen Sonnenstrom ernten, der weder mit CO2 noch mit Lärm oder anderen Umweltbelastungen verbunden ist.

Als „Kreis, der sich aufmacht in die Zukunft”, würdigte Minister Remmel das Engagement von Spelthahn & Co. in Sachen Ausbau und Nutzung der erneuerbaren Energien. Bei einem Zwischenstopp im Gut Merödgen, wo sich die Besuchergruppe bei Suppe und Snacks aufwärmte, thematisierte der Minister die Verknüpfung von Öko und Ökonomie. „NRW kann nicht nur Kohle und Wind, NRW ist auch Solarstandort”, verwies Remmel darauf, dass das Land nicht nur bei Forschung und Entwicklung mit dafür sorgt, dass Solarmodule leistungsfähiger werden und kostengünstiger hergestellt werden können, sondern auch von Systemanbietern Chancen bei der regionalen Wertschöpfung genutzt werden.

Es gelte nun, in die Energiezukunft zu investieren, sieht der Minister momentan das größte Problem darin, das dafür notwendige Kapital innerhalb kürzester Zeit zu mobilisieren, um dezentrale Kraftwerke zu errichten und beispielsweise die Stromnetze fit für die Zukunft zu machen.

Die Zukunft der viel gescholtenen Solarförderung („eine Erfolgsgeschichte”) sieht Johannes Remmel in diesem Zusammenhang weniger kritisch: Dank der durch das Erneuerbare Energien-Gesetz (EEG) angestoßenen Entwicklung sei man nah dran an einem Erzeugerpreis von 20 Cent pro Kilowattstunde. Remmel: „Strom vom Dach ist bald billiger als aus der Steckdose.” Dann könne auch auf die Förderung verzichtet werden.

„Wir haben eine alte Mülldeponie entwickelt”, erläuterte Landrat Spelthahn die Grundidee für das Solarpark-Projekt. Bislang habe das Areal rund 40 000 Euro allein an Unterhaltungsmaßnahmen verschlungen, nun werde dort ein Mehrwert geschaffen. „Autarkie ist das Ziel”, hat der Landrat als Parole ausgegeben. Er und die neu gegründete Rur-Energie wollen für die Umsetzung der ehrgeizigen Aufgabe indes bei der Nutzung der Solarenergie nicht stehen bleiben. So seien Windräder und ein Solardach-Programm in Planung, verriet Spelthahn, der die Nutzung regenerativer Energiequellen generell vorantreiben möchte. So soll etwa untersucht werden, ob es weitere Standorte von Altdeponien im Kreisgebiet gibt, die für die Nutzung als Solarpark geeignet wären.

„Der einzig richtige Weg”

Als „einzig richtigen Weg zur Energieversorgung” bezeichnete Georg Schmiedel, Geschäftsführer der F&S solar concept GmbH in Euskirchen, den Ausbau der Erneuerbaren, deren Möglichkeiten ihn nach wie vor begeisterten. „Sie sind sauber, sicher, dezentral und unerschöpflich.” So sei die Anlage in Inden so konzipiert, dass sie 30 Jahre lang Strom produziert. Die Vergütung des dort erzeugten Stroms werde zwar subventioniert, doch später beim Abbau des Parks fallen keine weiteren Kosten an - im Gegensatz zu Groß- oder gar Atomkraftwerken.

Klimaschutzminister Remmel lobte das Engagement: „Wir sehen hier, wie die beschleunigte Energiewende vor Ort stattfindet. Investitionen in erneuerbare Energien schaffen Wertschöpfung in der Region. Die sichere Energieversorgung der Zukunft ist dezentral.”
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