Jülich - TV-Wetterfrosch Sven Plöger im Forschungszentrum

TV-Wetterfrosch Sven Plöger im Forschungszentrum

Von: hfs.
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FZ-Vorstandsmitglied Dr. Ulrich Krafft freute sich mit den Teilnehmern der Konferenz, mit Sven Plöger (l.) den zurzeit bekanntesten ARD-Wetterexperten für den Festvortrag verpflichtet zu haben. Foto: hfs

Jülich. „Gute Aussichten für morgen?” Diese Frage versuchte der aus dem Fernsehen bekannte Meteorologe Sven Plöger zu beantworten, als er im Rahmen der „WissKom 2010” im Jülicher Forschungszentrum auch der Frage nachging, welchen Einfluss der Faktor „Mensch” an der weltweiten Klimaveränderung hat.

Er hielt den Festvortrag vor rund 250 Teilnehmern von Bibliotheken, Verlagen und Hochschulen aus dem deutschsprachigen Raum. Plöger moderiert seit mehr als zehn Jahren für ARD, WDR und andere Fernseh- und Radio-Sender sehr unterhaltsam die aktuellen Wettersendungen.

Seitdem sein Chef Jörg Kachelmann vor Gericht steht, ist Sven Plöger der Star von Meteomedia, dem Meteorologenteam aus dem schweizerischen Gais. Der gebürtige Bonner studierte an der Uni Köln, absolvierte unter anderem am Jülicher Institut für Geosphäre seine Ausbildung. So war ihm das Forschungszentrum nicht fremd, als er zum Festvortrag geladen war.

„Wetter ist variabel, Klima können sie nicht fühlen”, konstatierte Plöger eingangs seiner Rede und stellte damit den Bezug zu der oft und viel zitierten bevorstehenden Klimakatastophe her.

„CO2 können sie nicht riechen und nicht sehen. Wäre das Gegenteil der Fall, dann kämen auf Umweltkonferenzen ganz andere Ergebnisse heraus”, so der Wetterfachmann, der auch im FZJ mit Begeisterung und fundiertem Fachwissen überzeugte.

„Angesichts der Tatsache, dass täglich 14 Milliarden Liter Erdöl verbrannt werden, erübrigt sich doch die Frage, ob es sinnvoll ist, nach einem Energiemix für die Zukunft zu sorgen”, sagte Plöger.

Zurzeit wird 90 Prozent der benötigten Energie aus fossilen Brennstoffen wie Kohle, Gas und ÖL gewonnen, bei deren Verbrennung ungeheuere Mengen an Kohlendioxid in die Atmosphäre gelangen. So spielt nicht nur für den Meteorologen der „Faktor Mensch” bei der weltweiten Klimaveränderung eine Rolle.

Dennoch gebe es zwischen den in letzter Zeit vermehrt auftretenden Wetterkapriolen - in Russland wochenlang Temperaturen von über 40 Grad, in Argentinien zeitgleich Schnee und Kälte - keinen direkten Zusammenhang.

„Wetterfrosch” Plöger: „Dies hat es schon immer einmal gegeben. Wir erleben einfach einen variablen Klimawandel.” Fest steht, dass die letzten 100 Jahre die wärmsten waren, seit dem es Klimaaufzeichnungen gibt. „Aber die Erwärmung betrug nur 0,8 Grad.” Seit der letzten Eiszeit vor rund 11000 Jahren sei die Erwärmung aber um 4,5 Grad gestiegen.

Die Schlussfolgerung des Experten: Die Erwärmung geht global schneller. So sind sich die Experten auch einig, dass die Hitzebelastung, gerade für ältere Menschen, extrem zunimmt. „Die Winter werden bis zu 50 Prozent nasser, die Schneefallgrenze steigt an und die Sommer werden trockener. Es wird bis zu 30 Prozent weniger regnen”, sagt Plöger voraus.

Auch stehe fest, dass Starkregen-Ereignisse und Hagelstürme zunehmen. „Aber wie die Entwicklung bei orkanartigen Stürmen ist, das wissen wir noch nicht.” Seine Vermutung: Sie werden wahrscheinlich stärker, aber nicht häufiger auftreten.

Zum Abschluss seines Vortrags überraschte der Bonner mit einer bemerkenswerten Zahl. „Die Sonne liefert uns 5810 Mal soviel Energie, wie die gesamte Menschheit im Jahre 2007 benötigt hat.” Also doch gute Aussichten für morgen.

Mit der „WissKom 2010” setzt die Zentralbibliothek ihr Engagement fort, Themen im Spannungsfeld von Bibliothek, Information und Wissenschaft in einer Konferenz interdisziplinär zu diskutieren und neue Felder aufzuzeigen. Thematisiert wird der Wandel von Bibliotheken vor allem im Umfeld von Naturwissenschaft und Technik hin zu virtuellen Portalen für Literatur, Information und den damit verbundenen Dienstleistungen.

Eine nahezu komplette Virtualisierung von Informations- und Dienstleistungen hat somit fundamentale Auswirkungen auf den Betrieb und die strategische Ausrichtung. Neben der virtuellen Bibliothek beschäftigten sich die rund 250 Teilnehmer mit elektronischen Journalen und Büchern sowie dem notwendigen Bestands-Management in einer virtuellen Bibliothek. Die dreitätige Konferenz im Forschungszentrum ging am Mittwochabend zu Ende.
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