TTC mit zwei Niederlagen zum Abschied

Von: Jörg Sauer und Volker Uerlings
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Kämpferisch tadellos, aber ohne zählbaren Erfolg: Filip Szymnaski, der dem TTC eventuell auch in der 2. Liga erhalten bleibt, gewann gegen Düsseldorf und Bremen kein Einzel. Foto: Krol

Jülich. Der Sieg in Saarbrücken hatte noch die Hoffnung genährt: Auf dem achten und mithin ersten Nichtabstiegsplatz wollte sich der TTC Indeland Jülich aus der Deutschen Tischtennis Liga (DTTL) verabschieden.

Und damit eben bekunden, dass er freiwillig absteigt, nicht weil er muss. Daraus ist leider nichts geworden. Nach der 1:3-Niederlage in der Nordhalle gegen Düsseldorf unterlag das Team von Trainer Johannes Dimmig dem SV Werder Bremen am Sonntagnachmittag mit dem gleichen Ergebnis.

Und weil parallel Hanau siegte und Frickenhausen verlor, beendet der Traditionsklub aus Jülich seine vorerst letzte Saison in der höchsten deutschen Klasse auf dem neunten Rang.

Gegen „Jülich II” von der Weser mit Takakiwa und Hielscher hatte Yang Zi die Auftaktniederlage von Szymanski ausgleichen können. Im Schlüsselspiel gegen Lars Hielscher blieb dann aber Marcos Freitas in drei hart umkämpften Sätzen der Erfolg verwehrt. Das Ergebnis (0:3) war zu deutlich, da zwei Durchgänge erst in der „Verlängerung” entschieden wurden. Am Ende hatte auch Yang Zi gegen den starken Lundquist mit 0:3 das Nachsehen.

Die Indeländer hätten sich gern auch am Freitag mit einem Sieg von den heimischen Fans aus dem Oberhaus verabschiedet. Doch das blieb angesichts des übermächtigen Gegners Düsseldorf ein Wunschtraum. Beim 1:3 entschädigte jedoch Marcos Freitas´ 3:2-Sieg über Trinko Keen die noch einmal zahlreichen Jülicher Fans.

„Wir haben unser kleines Ziel, nämlich nicht zu Null zu verlieren, erreicht. Ansonsten war die Niederlage verdient. Düsseldorf war einfach die stärkere Mannschaft”, kommentierte TTC-Cheftrainer Johannes Dimmig.

Auf verlorenem Posten

Yang Zi, der in den vergangenen Wochen mehr Weltenbummler als Bundesligaspieler war, stand im Eröffnungseinzel gegen den Ex-Jülicher Seiya Kishikawa von Beginn an auf verlorenem Posten. Drei glatte Sätze sorgten für Düsseldorfs Führung.

Das zweite Einzel endete ebenso deutlich. Der stets bemühte Filip Szymanski stand dem klar favorisierten Christian Süß gegenüber, und dessen Dominanz bekam Jülichs Pole zu spüren. Diese drei glatten Sätze, wobei der zweite Durchgang fast ausgeglichen verlief, sorgten bereits für Düsseldorfs 2:0-Führung.

Nach der Pause entwickelte sich für kurze Zeit ein offener, attraktiver Schlagabtausch. Marcos Freitas, der Shooting-Star der Saison, der kommendes Jahr für TTF Ochsenhausen spielen wird, lieferte sich mit Trinko Keen ein tolles Match. Die gut gefüllte Nordhalle mutierte zum Tollhaus. Viele lange Top-Spin-Ralleys brachten die Stimmung zum Kochen.

Nach einem äußerst ausgeglichenen Match hatte Freitas im fünften Satz mit zwei Punkten die Nase vorne. Es folgte Yang Zis letztes Einzel vor heimischer Kulisse. Leider blieb Jülichs leicht angeschlagener Spitzenspieler gegen Christian Süß hinter seinen Möglichkeiten zurück und unterlag 0:3.

Obwohl Yang diesmal etwas enttäuschte, kann der TTC mit dessen Leistungen in der nun beendeten Saison zufrieden sein. Der Asiate wurde von seinem Verband jüngst mit der Nomienierung zum Euro-Asia-Vergleich zum Ritter geschlagen; zu diesem Mega-Event reist Yang bereits morgen.

TTC-Manager Arnold Beginn, Jülichs Drahtzieher der vergangenen 40 Jahre, durchlebte während des gesamten Spiels eine Berg- und Talfahrt der Emotionen: „Ich habe zwar nicht geweint, aber ich hatte während des gesamten Spiels feuchte Augen. Während der ersten Einzel glaubte ich, dass der Rückzug in die zweite Liga eine gute Entscheidung war. Als Marcos und Trinko gespielt haben, dachte ich, dass es schade ist, dass wir nächste Saison keinen Weltklassesport in Jülich sehen. Am Freitag sind mir 30 Jahre durch den Kopf gelaufen, insbesondere weil viele Fans aus den Anfangstagen in der Halle waren.”
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