TTC Indeland ohne Lauric Jean gegen Berlin

Von: Jörg Sauer
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Im Flieger nach Doha statt am
Im Flieger nach Doha statt am Tisch gegen Hertha BSC Berlin: Lauric Jean erhielt vom belgischen Verband keine Freigabe für das sonntägliche Heimspiel des TTC Indeland Foto: Kròl

Jülich. Normalerweise könnte der TTC Indeland Jülich nach dem überzeugenden 9:5-Heimsieg gegen den TTC Hagen frisch gestärkt und frohen Mutes die kommende Aufgabe gegen Hertha BSC Berlin angehen, doch mit den Gedanken an das Heimspiel am Sonntag um 15 Uhr in der Nordhalle an der Berliner Straße gegen die „alte Dame” legen sich Sorgenfalten auf die Stirn von TTC-Cheftrainer Johannes Dimmig.

Der flämische Tischtennisverband verwehrte nämlich für die Begegnung der 2. Tischtennis-Bundesliga TTC Indeland Jülich gegen Hertha BSC Berlin die Freigabe des belgischen Nationalspielers Lauric Jean. Dimmig kommentiert: „Wir bemühten uns seit letztem Jahr um die Freigabe von Lauric Jean für diese Begegnung. Nun hat der Verband, auch gegen den Willen unseres Spielers, die Freigabe verwehrt. Das ist eine Unverschämtheit, die Belgier lassen uns für dieses wichtige Spiel im Regen stehen und könnten somit indirekt die Meisterschaft entscheiden.”

Spieler aus dem Verkehr gezogen

Die Hintergründe zu diesem Eklat: Jean wurde vom belgischen Verband für die Qatar Open in Doha nominiert. Eigentlich würde es ausreichen, wenn die Belgier, wie fast alle anderen Nationen auch, am Montag in den Wüstenstaat anreisen. Um Geld zu sparen, buchten sie allerdings das günstigere Wochenendticket und zogen damit alle belgischen Nationalspieler für das gesamte Wochenende aus dem Verkehr. Dimmig schimpft: „Die Belgier ließen nicht mit sich reden. Es geht um 100 oder 200 Euro Preisdifferenz beim Flugticket. Das könnte uns die Meisterschaft kosten.”

Für Jean ist es auch persönlich sehr schade, zumal seine Position in der Jülicher Mannschaft in den letzten Wochen heiß diskutiert wurde und er gegen Berlin eine gute Chance gehabt hätte sich für einige mäßige Auftritte zu rehabilitieren.

Sein Fehlen hat zur Folge, dass drei Indelands-Cracks nicht an ihrer gewohnten Position spielen können, sondern jeweils ein Paarkreuz hoch rutschen. Das bedeutet eine enorme Schwächung der gesamten Mannschaft. Das Talent Jonas Lenzen, das sich zurzeit in Jülichs zweiter Mannschaft in der Oberliga seine Sporen verdient, wird somit am Sonntag im Profikader zum Einsatz kommen.

Dimmigs Hochrechnung

Dimmig spitzt derweil den Bleistift und rechnet die Perspektiven gegen Berlin schön: „Wenn alles optimal läuft, können wir genau neun Spiele offen gestalten. Selbst bei positivem Analysieren wüsste ich nicht, wo wir sonst noch punkten könnten.” Dabei hat der Trainer zwei Doppel, zwei Punkte von Ricardo Walther, zwei Zähler von Christian Strack und jeweils einen Zähler von Brosig, Halcour und Servaty auf seiner Rechnung.

Das Gute bei dieser Rechnung ist, dass der TTC exakt neun Punkte zum Sieg benötigt. Das Schlechte: falls einer der eingeplanten Punkte ausbleibt, könnte die Partie schnell in einem Debakel enden. Das heißt: Entweder ein knapper Jülicher Sieg oder ein Remis scheinen möglich, einen Kantersieg könnte es nur für Berlin geben. Spannung ist auf jeden Fall garantiert.
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