Totgesagter TTC lässt aufhorchen

Von: Jörg Sauer
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Triumph im Schlüsselspiel: Filip Szymanski gewann am Sonntag gegen den Plüderhausener Spitzenspieler Karakasevic und zum ersten Mal in dieser Saison ein Einzel. Foto: Krol

Jülich. Mehr als die Hälfte aller Teams in der Deutschen Tischtennis Liga steckt im Abstiegssumpf, und der TTC Indeland Jülich ist mittendrin statt nur dabei. Paradox: Es gibt kein Mittelmaß, die gefährdete Zone beginnt beim erweiterten Kreis der Titelaspiranten.

Nach dem überzeugenden 3:0-Heimsieg über Plüderhausen qualmen die Köpfe der Jülicher Drahtzieher erneut. Erste oder Zweite Liga - quo vadis TTC?

Der Abschied aus der deutschen Königsklasse würde nach mehr als 30-jähriger Zugehörigkeit mit Sicherheit niemandem leicht fallen. Die meisten Fans kennen den TTC nur als Erstligisten, aber vielleicht muss sich die Herzogstadt an ein neues Szenario gewöhnen.

Momentan hält Indeland immer noch die rote Laterne in Händen, rangiert nach Pluspunkten gleichauf mit drei Teams, die aber zwei Minuszähler (Frickenhausen und Plüderhausen) beziehungsweise vier weniger haben (Bremen). „Es ist alles offen”, bringt TTC-Cheftrainer Johannes Dimmig die Situation auf den Punkt.

Jülichs Leistung gegen Plüderhausen war erstklassig. Der erfahrene Yang Zi steckte die Belastung der letzten Wochen besser weg als Jungspund Paul Drinkhall. Beide Spieler traten zuletzt bei zwei Pro-Tour-Turnieren am persischen Golf an, beide flogen recht früh in Qatar und Kuwait raus. Aber Yang wirkte am Sonntag frischer und besiegte seinen britischen Widersacher glatt in drei Sätzen. Yang: „Ich komme mit seinem Spielsystem sehr gut zu recht, habe mein Leistungsvermögen abgerufen und gewonnen.”

Filip Szymanskis Sieg gegen Aleksandar Karakasevic war hingegen sensationell. „Ich habe immer an ihn geglaubt, und am Sonntag hat er einen echten Riesen geschlagen”, kommentierte Dimmig. Doch das Eis wurde im vierten Satz, bei einer 2:1-Satzführung für Szymanski, immer dünner. Nach einer 8:2-Führung stand es plötzlich nur noch 10:9. Doch Jülichs junger Pole verwandelte seinen ersten Matchball mit Glück; im fünften Satz hätte „Kara” wohl seinen psychologischen Vorteil ausgenutzt.

Im dritten Match des Tages waren die Vorzeichen ausgeglichen: Jülichs Leistungsträger Marcos Freitas stand seinem langjährigem Trainingspartner Jakub Kosowski gegenüber. Im Tischtenniszentrum in Düsseldorf haben die ehemaligen Teamkollegen bereits hunderte Matches absolviert. Es war immer ausgeglichen; sie kennen sich aus dem Eff-Eff. Auch am Sonntag neutralisierten sie sich, und die Tagesform gab den Ausschlag für den Jülicher.

Die TTC-Cracks begeben sich nun in eine einmonatige Ligapause, bevor sie am Karfreitag beim 1. FC Saarbrücken antreten. Jülichs Manager Arnold Beginn wird diese Zeit sicherlich nicht ungenutzt verstreichen lassen, um sein Team für die kommenden Saison zu kreieren. Vermutlich wird dieses Team mit der Zweiten Bundesliga kompatibel sein.
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