Titzer Platanen werden doch gefällt

Von: hfs.
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Die 17 Platanen in Hasselsweil
Die 17 Platanen in Hasselsweiler werden abgeholzt. Die Risiken und die erneut wieder auftretende Schäden nach der Sanierung der Ortsdurchfahrt machen laut mehrheitlichen Ratsbeschluss die Fällaktion sinnvoll. Foto: hfs.

Titz. Die Platanen in einem Teilbereich der Ortsdurchfahrt Hasselsweiler werden gefällt. Diesen Mehrheitsbeschluss fasste nun der Rat der Gemeinde Titz und widersprach damit der Empfehlung des Haupt- und Finanzausschuss.

Planungen für ein Objekt in der Größenordnung der Kreisstraße 5 sollten nicht nur detailliert und abgestimmt sein, sie sollten auch mit den Gegebenheiten vor Ort übereinstimmen. Vor allen Dingen dann, wenn es darum geht, rund 20 Jahre alte Platanen in bestehende Bauprogramme zu integrieren oder aber durch Neuanpflanzungen zu ersetzen. Das, was diesbezüglich in Hasselsweiler abläuft, kann getrost als Possenspiel bezeichnet werden.

Kompetenz angezweifelt

Ein Planer, eingesetzt vom Bauherrn (Kreis Düren), der nicht in der Lage ist, die Mandatsträger über Vor- oder Nachteile der beschriebenen Varianten in Kenntnis zu setzen, tauge ebenso wenig wie der Umstand, sich erst dann mit den Bäumen zu befassen, wenn die Bagger vor selbigen stehen.

So sprach Johannes Vaehsen (SPD) den anwesenden 24 Ratsvertretern aus der Seele, als er die Kompetenz des Planers in Frage stellte, die Vorgehensweise, eine Entscheidung unter Zeitdruck zu treffen, rügte und klar feststellte, „dass insgesamt bei den Planungen Fehler gemacht wurden”. Und vor diesem Hintergrund solle sich jetzt der Rat für oder gegen den Erhalt der 17 Platanen - beim Planer waren es 19 - aussprechen. So oder so, meinte der Müntzer Ratsvertreter, „egal wie wir entscheiden, Prügel bekommen wir sowieso”.

Hatte sich schon in der Haupt- und Finanzausschusssitzung eine rege Diskussion ergeben - sie endete damit, dass sich SPD, W.I.R. und Bündnis 90/Grüne für den Erhalt der Bäume aussprachen - wurde die nun, mit einer Sitzungsunterbrechung, munter fortgeführt. Jetzt aber mit detaillierten Plänen, Ursachenforschung und Auswirkung. „Ich hätte mir gewünscht, dass wir solche Informationen bei der Ausschusssitzung bekommen hätten. Dann wäre die Sache in fünf Minuten vom Tisch”, meinte Vaehsen anschließend.

Vor der Abstimmung hatte der Hasselsweiler Ortsvorsteher Robert Holzportz (berufsbedingt konnte er an der Ausschusssitzung nicht teilnehmen) deutlich gemacht, wie sehr die 17 Bäume auf einem Abschnitt von 120 Meter künftig die sanierte Straße und Gehwege behindern würden. „Eine erneute Sanierung ist in fünf bis zehn Jahren wieder erforderlich. Es kommen erneute Kosten auf uns zu, durch die Wurzelausbildung treten weiterhin Schäden auf. Wer saniert und bezahlt defekte Hausanschlüsse, Strom- oder Gasleitungen? Was ist, wenn die Bäume auch durch die überall auftretende Massaria-Krankheit befallen werden?”, verwies Holzportz auf die dann notwendigen teuren Sicherheits- und Standüberprüfungen durch die Gemeinde.

Er plädierte für die Abholzung und gleichzeitige Aufforstung mit rund fünf Meter hohen Bäumen, konnte sich diesbezüglich auch auf ein Gutachten eines Baumdoktors berufen, der eine Neuanpflanzung als „ratsam und als beste Lösung” empfohlen hatte.

Dagegen sprach sich Dirk Siemons (Bündnis 90/Grüne) aus. Aufgrund des Alleencharakters und des ökologischen Wertes müsse man geradezu die Platanen stehen lassen, die künftig auftretenden Schäden hinnehmen, dafür erneut Geld in die Hand nehmen, um diese zu beseitigen. Den Hinweis von Holzportz und Hartmut Wasserberg (FDP) auf die Schädigungen am Privateigentum konterte Siemons mit der Bemerkung, dass diese vom Eigentümer hinzunehmen seien. „Die können doch nicht klagen, die haben doch da gebaut.”

Auch Dirk Siemons hatte vermutet, dass die Neuplanung Anfang Januar erst nach Beschwerdeschriften durch Anwohner an die Verwaltung ausgelöst worden war. Das wurde von Bürgermeister Jürgen Frantzen dahingehend relativierte, dass es in der Tat erst danach zu einem Ortstermin mit dem Kreis Düren gekommen sei.

„Nur Bürger”

Für Klaus Hüls von der W.I.R. Fraktion waren diese Beschwerden nicht relevant. „Drei Anwohner sind für mich keine Anwohner, dies sind nur Bürger”, merkte er an. Da seine Fraktion sich trotz der neuerlichen Erkenntnisse nicht genügend informiert sah, blieb sie beim Ja für den Platanenerhalt, wie auch der fraktionslose Dieter Riemenschneider.

Aufgrund der neuen Sachlage stimmte die SPD nun mit CDU und FDP dafür, die Bäume zu entfernen und durch eine hochwertige Ersatzpflanzung auszugleichen. Über die Art der neuen Bäume wird erst in einer späteren Sitzungsrunde entschieden werden.
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