Titz - Titzer Jugendparlament zieht Zwischenbilanz

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Titzer Jugendparlament zieht Zwischenbilanz

Von: Daniela Mengel-Driefert
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Eine Skateranlage für Titz: Das Jugendparlament beteiligt sich maßgeblich an der demokratischen Entscheidung, ob eine Skateranlage in der Gemeinde entstehen wird. Die Jugendliche sehen darin eine Aufwertung ihres Heimatortes. Foto: Mengel-Driefert
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Bewerberin für das Jugendparlament: Jenny Ludwig engagiert sich für die Jugendlichen. Sie kandidiert auch für die nächste Legislaturperiode. Foto: Mengel-Driefert

Titz. Ein Jugendparlament – bringt das was? In der Gemeinde Titz stehen Neuwahlen kurz bevor, ein guter Zeitpunkt, um Bilanz zu ziehen. In der Landgemeinde gibt es 982 wahlberechtigte Jugendliche. Mit ihrer Stimme können sie im Rahmen demokratischer Prozesse Einfluss auf ihre Situation in Titz nehmen.

Doch die Wahlbeteiligung in den vergangenen Jahren war eher mäßig. Zehn Prozent der Jugendlichen gaben ihre Stimme bei der ersten Wahl ab, rund zwölf Prozent bei der zweiten. „Für etwas Neues ist das gar nicht so schlecht“, sagt Rolf Sylvester von der Offenen Jugenarbeit. „Mein Wunsch wäre eine Steigerung auf 15 Prozent.“ Die Jugendlichen in Titz können nicht nur wählen, sie können sich auch zur Wahl stellen, wenn sie zwischen 14 bis 20 Jahre alt sind und in der Gemeinde wohnen. Gewählt wird am 16. Dezember im Rathaus, im Vorlauf an einigen Schulen, auch auf dem Titzer Weihnachtsmarkt am zweiten Adventswochenende. Dort präsentiert sich das Jugendparlament mit einem Infostand. Die Auszählung der Stimmen erfolgt am 16. Dezember. Die Legislaturperiode läuft am 31. Dezember aus. Dann muss das neue Parlament stehen.

Jenny Ludwig ist eine der Kandidatinnen. Sie ist 16 Jahre alt und Schülerin. Jenny hat sich die Arbeit des Jugendparlaments erst einmal genau angeschaut. Sie besuchte die Sitzungen als Gast, dann stellte sie sich als Kandidatin und ist heute sehr aktiv. Für die nächste Legislaturperiode kann sie wieder gewählt werden.

Jenny möchte sich für die Jugendlichen einsetzen und für deren Wünsche kämpfen. Wie das funktioniert, zeigt das aktuelle Beispiel der geplanten Skateranlage. Die Idee stammt von den Schülern Gerald Linden, Phlipp Weckauf und Liam Howlett, sie sind begeisterte Scooter-Fahrer. Die nächste Skateranlage ist weit entfernt, im Brückenkopf-Park Jülich zu finden. In einem Brief an den Bürgermeister formulierte das Trio den Wunsch einer ähnlichen Anlage in Titz, der leitete das Anliegen an das Jugendparlament weiter. Die Jungs erarbeiteten ein Konzept, um ihre Vorstellungen vortragen zu können, stellten es dem Jugendparlament und den Gemeindeverordneten in einer Ausschusssitzung vor. Das Projekt hatte Erfolg. Die Skateranlage wurde jüngst im Rat wohlwollend zur Kenntnis genommen. Nun wird die Errichtung eines ersten Moduls und die Finanzierung der Kosten von der Verwaltung geprüft. Auch ein geeigneter Platz ist zu finden.

Eine Skateranlage wertet Titz bei den Jugendlichen auf, so sieht es jedenfalls Jonas: „Das wäre ein Statussymbol, vielleicht kommen dann viele Jugendliche hierher.“

„Mit dem Jugendparlament haben die Jugendlichen eine Plattform, Interessen gegenüber der Politik zu äußern“, sagt Bürgermeister Jürgen Frantzen. Auch das Demokratieverständnis werde gefördert. Die Jugendlichen lernten in den Diskussionen im eigenen Gremium zu argumentieren und auch Kompromisse zu finden. Überaus positiv sei im Rat bewertet worden, dass sich die Jugendlichen mit der Finanzierung der Skateranlage beschäftigt haben, sich in in der Pflicht sehen, Sponsoren anzusprechen, damit der kommunale Beitrag geringer ausfallen kann.

Das Jugendparlament tagt einmal pro Quartal im Bürgersaal des Rathauses. „Am Anfang begrüßt uns der Vorsitzende Thomas Dohmen“, erklärt Jenny den Ablauf, er stelle die Beschlussfähigkeit fest. Dann würden die einzelnen Tagungspunkte durchgegangen und Termine für Arbeitsgruppen abgestimmt.

Im Jugendausschuss der Gemeinde sitzen zwei ständige Vertreter des Jugendparlaments, Jenny ist eine davon. Wie die übrigen Auschussmitglieder wird sie offiziell eigeladen, hat zwar kein Stimmrecht, kann aber mit beratender Stimme teilnehmen, denn sie hat Rederecht.

Dem Jugendparlament steht ein Etat von 2500 Euro zur Verfügung, das Geld fließt dann zum Beispiel in die Skateranlage, in die Finanzierung von Ausflügen, Aktivitäten für Kinder in den Herbstferien oder ähnliches.

Was bringt das Jugendparlament sonst so? „Wir haben uns am Korneliusmarkt beteiligt, wir sind im Landtag gewesen, haben eine Sitzung verfolgt, erzählt Jenny. „Wir beteiligen uns mit einem Stand am Titzer Weihnachtsmarkt, um uns bekannter zu machen“. Rolf Sylvester: „Das Jugendparlament führt an demokratische Strukturen heran, ist eine Wertschätzung des jugendlichen Engagements“. Doch die Erwartungen dürften auch nicht zu hoch gesetzt werden. In einem Ratssaal zu sitzen, mit Bürgermeister und Gästen, den Mut zu haben zu reden, sei nicht so einfach. Nicht jeder bleibt dabei. So seien im Laufe der Legislaturperiode vier Vertreter abgesprungen. Es gebe noch viel zu tun, viel zu lernen und einiges zu optimieren.

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