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Titz erhält zweite Elektrotanksäule im Altkreis Jülich

Von: Silvia Jagodzinska
Letzte Aktualisierung:
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Titz wird „grüner”: Bürgermeister Jürgen Frantzen und Beigeordneter Christian Canzler nehmen von Mitarbeitern des regionalen Energieversorgers EWV die im Gemeindegebiet erste, im Altkreis Jülich zweite Elektrotanksäule in Betrieb. Foto: Jagodzinska

Titz. Die Gemeinde Titz wird „grüner”. Sie ist nicht nur, wie Bürgermeister Jürgen Frantzen betonte, „fast autark mit grünem Strom”, verfügt über eine Biogasanlage und dazugehörige Pelletieranlage mit einem Nutzungskonzept aus Prozesswärme: Jetzt nahm sie die erste Elektrotanksäule im Gemeindegebiet, die zweite im Altkreis Jülich, auf dem Rathausvorplatz in Betrieb.

Diese wurde kostenlos errichtet vom regionalen Energieversorger EWV, mit dem die Gemeinde nach Bekunden Frantzens „seit Jahren eng verbunden ist”.

Ebenfalls kostenlos stellt das Versorgungsunternehmen vier Wochen lang eines seiner drei Elektroautos zu Testzwecken zur Verfügung, einen Fiat 500 im Wert von 55.000 Euro, den Frantzen „intensiv nutzen” will. Damit folgt die Gemeinde Titz dem Ratschlag von Prof. Dr. Helmut Breuer im Rahmen des im Sommer 2009 aufgestellten Gemeindenutzungskonzepts mit breit gefächerten Themenfeldern. Dieser lautet: „Flächenkommunen und E-Mobilität müssen sich nicht ausschließen”.

Im Gegenteil „steigt die Nachfrage nach Elektromobilität sprunghaft an”, wie EWV-Prokurist Axel Kahl betonte. So hat der Energieversorger im letzten Dreivierteljahr bereits 300 Elektroräder gefördert, die „weit weg vom Rentnerfahrzeug” sind. Bis auf weiteres steht die E-Tanksäule allen Nutzern kostenlos zur Verfügung.

Bisher sind es wenige, denn Elektrofahrzeuge sind hauptsächlich als umgebaute Benziner erhältlich. Etwa 15 Kilowattstunden Strom brauche ein E-Fahrzeug auf 100 Kilometer, also etwa drei Euro. So lohnt sich die Anschaffung nicht nur unter ökologischen Gesichtspunkten.

Mit dem Erscheinen von elektronisch konzipierten Fahrzeugen - wie die des Mitsubishi „I-miEV” noch in 2011 - wird das E-Mobil Zukunftsthema. Strom wird nachts in die Fahrzeug eingespeist und tagsüber verbraucht werden.

Das E-Auto kommuniziert bei Kabelverbindung intelligent über eine „Blackbox”, will heißen, die Ladeversorgung funktioniert automatisch, eine Überladung ist nicht möglich.

Wer ein Automatikgetriebe gewöhnt ist, hat keinerlei Schwierigkeiten mit der EWV-Leihgabe, wie Frantzen bei einer Probefahrt sogleich unter Beweis stellte. Nach dem Zünden mit gezogener Handbremse zieht der schmucke Fiat 500 auf Schalterstellung „D” schnell an und fährt bis auf die Rollgeräusche der Räder völlig lautlos bis etwa 110 km/h. Eine Anzeige informiert über Stromverbrauch und die Aufladung, die immer dann erfolgt, wenn das Fahrzeug still steht oder bremst.

Nachdem Frantzen auf der Fahrt nach Hasselsweiler und zurück etwa ein Achtel Strom verbraucht hat, wird das Auto wieder an die Ladestation angeschlossen. Ein voller Akku reicht für etwa 140 Kilometer, die volle Aufladung dauert zirka drei Stunden. 1000 Ladezyklen wird die Fahrzeugbatterie problemlos überstehen, aber laufende Forschungen mit Lithiumverbindungen arbeiten an der Verlängerung auf Auto-Lebenszeit.
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