Jülich - Tischtennis-Zweitligist Jülich startet Sonntag gegen Frickenhausen II

Tischtennis-Zweitligist Jülich startet Sonntag gegen Frickenhausen II

Von: Günter Kirschbaum
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Punktefischer: Der neue Trainer Miro Broda will mit seiner Mannschaft in der neuen eingleisigen Zweiten Liga möglichst viele Siege einsammeln. Foto: Günter Kirschbaum
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Greift im Training selbst zum Schläger: Miro Broda.

Jülich. Wer weiß, wie die Geschichte gelaufen wäre, hätte es vor gut 30 Jahren im tschechischen Ostrau nicht diese eine Szene gegeben. 3:1 führte Gastgeber Vitkovice im Endspiel um den Tischtennis-Europapokal der Landesmeister gegen den TTC Jülich als Miro Broda auf gutem Weg war, gegen Engelbert Hüging die Vorentscheidung herbeizuführen.

„Dann gab es einen Kantenball, Engelbert machte Theater und brachte mich aus dem Rhythmus“, erinnert sich Miro Broda. Jülich drehte also die Partie, und der TTC nahm den Cup bisher zum einzigen Mal mit in die Herzogstadt.

Es war das sportliche Desaster schlechthin für den 19-Jährigen. „Aber damals hat Arnold Beginn mich gesehen“, erinnert sich Broda. Sein vorerst letzter Karrieresprung: Heute ist er 50 Jahre alt und seit dem Sommer Trainer des Jülicher Zweitligisten.

Nach dem Ostrau-Trauma spielte Miro Broda noch sechs Jahre in seiner Heimat. Sein Zwillingsbruder Vlado, heute Trainer des Bundesligisten Bergneustadt, hatte diesen Schritt bereits ein Jahr früher vollzogen. Es folgten die Stationen Bad Honnef und Steinhagen, ehe er in Jülich landete. „Ich habe diesen Schritt nie bereut“, betont er. „Hier habe ich mich immer wohl gefühlt.“

Und am Sonntag beginnt seine erste Spielzeit als TTC-Sportchef. „Ich freue mich darauf“, sagt Broda, der seit 1991 deutscher Staatsbürger ist. Die erste Pflichtaufgabe hat seine Mannschaft bereits am vergangenen Wochenende erledigt. Als Gewinner der DTTB-Pokalvorrunde 4 in Siek glückte die Qualifikation für das Achtelfinale. Hier hat Jülich Heimrecht gegen den Erstligisten Frickenhausen (18. bis 20. September).

Doch vor dieser Kür steht für den TTC ab Sonntag (15 Uhr) die Pflicht. Und die besteht darin, möglichst viele Punkte in der neuen eingleisigen Liga zu sammeln. Zum Auftakt stellt sich Frickenhausen II in der Nordhalle vor. „Unsere Mannschaft ist so gut, dass sie jeden Gegner schlagen kann“, glaubt Broda, dass sich Lauric Jean, Hermann Mühlbach, Yoshohiro Ozawa und Ewout Oostwouder. Mühlbach und Ozawa standen bereits im letzten Jahr im Team, Jean wechselte vor zwölf Monaten nach Herne und kehrt nun zurück. Oostwouder ist niederländischer Meister und bringt die Empfehlung seines Landsmannes Trinko Keen mit.

„Ein Mittelfeldplatz ist auf jeden Fall drin“, ist Broda überzeugt. Er glaubt fest daran, dass er seinen Jungs noch einiges beibringen kann. „Was ich ihnen sage, haben sie so wohl noch nicht gehört“, verspricht der Coach.

Miro Broda weiß aus eigener Erfahrung, was seine Spieler brauchen: Vertrauen. „Du kannst arbeiten wie ein Ochse“, erklärt er. „Doch ohne einen guten Trainer, der dir die entscheidenden Kleinigkeiten beibringt, wirst du es nur zu einem bestimmten Niveau bringen.“

Diesen Coach hatte der Profi Broda selbst nie. Vielleicht hat ihn seine Karriere letztlich auch aus diesem Grund nach Jülich geführt.

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