Timur Bozkir aus Hambach nimmt an „Tough Guy Race” teil

Von: Silke Peters und Tobias Röber
Letzte Aktualisierung:

Hambach/Wolverhampton. Blutergüsse, Striemen und ein paar Wunden, der sportliche Traum hat einige Spuren bei Timur Bozkir hinterlassen. Aber der 36-Jährige nimmt die Blessuren gelassen hin, irgendwie hat er sie ja auch gewollt. Der Hambacher hat sich mit der Teilnahme am „Tough Guy Lauf” im englischen Wolverhampton einen Traum erfüllt - und ihn auch erfolgreich bewältigt. Damit gehört Timur Bozkir nun zum erlauchten Kreis der „harten Kerle”.

Der Hambacher hat sich mit der Teilnahme am „Tough Guy Lauf” im englischen Wolverhampton einen Traum erfüllt - und ihn auch erfolgreich bewältigt. Damit gehört Timur Bozkir nun zum erlauchten Kreis der „harten Kerle”.

Das „Tough Guy Race” ist mehr als ein einfacher Laufwettbewerb. 1986 erstmals ausgeführt, liegen die Schwierigkeiten auch heute noch vor allem in den Hindernissen und dem unwegsamen Gelände.

Das Areal ist ein ehemaliges Trainingsgelände für britische Elitesoldaten. Die ersten zehn Kilometer laufen die „harten Kerle” (zu denen auch etliche Frauen gehören) nur mehr oder weniger geradeaus. Natürlich nicht auf Asphalt, sondern auf schlammigen Wegen und holprigen Feldern. Erst dann stehen die ersten Hindernisse im Weg.

Bozkir und die anderen Teilnehmer mussten durch dunkle Röhren kriechen, auf dem eisigen Boden unter Stacheldraht robben, sich an Seilen entlang hangeln und in Tümpel mit zentimeterdicker Eisschicht springen. Immer wieder. Und Stromschläge gab es auch noch. „In einem Tunnel war es dunkel, plötzlich fingen alle an zu schreien, und ich sah Funken sprühen. Das war wirklich hart”, erinnert er sich.

Kurze Zeit später „bekam ich selbst eine gezockt”. Das alles bei Temperaturen um den Gefrierpunkt. „Der Veranstalter wählt immer den laut Statistik kältesten Tag des Jahres”, erklärt Bozkir.

Wie lang die Strecke ist, weiß niemand genau. „Das ist ein Mythos”, sagt Bozkir. Er schätzt die Strecke auf 14 bis 16 Kilometer. Unangenehm sind die Marshalls, die auf die Einhaltung der Regeln achten. Wer nicht spurt oder eine Abkürzung nimmt, wird für eine Weile eingesperrt.

Und warum zahlt ein 36-jähriger Dürener allein 250 Euro für die Erstanmeldung, reist für zwei Tage mit Flieger und Zug nach Wolverhampton, um sich dort in vereistes Wasser zu stürzen und im Schlamm zu wälzen? Bozkirs Antwort ist einfach: „Ich wollte mir selbst beweisen, dass ich es schaffen kann.” Er hat es geschafft - in zwei Stunden und 33 Minuten.

Ein wenig habe er den Lauf unterschätzt, gesteht er. Obwohl er bei Minustemperaturen in weiser Voraussicht nur mit kurzer Hose und T-Shirt trainiert habe. Vor seinem Start sei er dennoch sehr gelassen gewesen.

Daran hat auch die Erklärung, die er unterschreiben musste, dass er auf eigenes Risiko teilnehme, auch wenn er dabei sein Leben lasse, nichts geändert. Das vom mysteriösen Mr. Mouse und dem Häkelteam des Dorfes organisierte „Volksfest”, wie Bozkir es nennt, rühmt sich aber damit, dass es bislang keinen Todesfall gegeben habe.

Eigentlich wollte Timur Bozkir mit einer Gruppe von vier Hobbyläufern nach England. Einer nach dem anderen überlegte es sich jedoch anders. Er fand aber schnell Anschluss. Die rund 4000 Teilnehmer, von denen meistens nur etwa die Hälfte das Ziel erreichen, ticken alle ähnlich. Wohl auch, weil die meisten in ausgefallenen Kostümen laufen. Bozkir trat als Engel an.

„Ich wollte ein bisschen Karneval mit auf die Insel bringen”, sagt Bozkir. Ins Ziel kam er aber in Sportsachen. Sein gesamtes Kostüm war während des Laufs verloren gegangen Dafür hat der zweifache Vater jene sichtbaren Spuren mitgebracht. Die vielen blauen Flecken sind Beweis für die Daheim geblieben Und Zeichen der Vorfreude auf 2012. „Ich will wieder dabei sein”, kündigt Bozkir schon den nächsten Start an.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert