Stetternich - Theatergruppe enthüllt verdrängte Wahrheiten

Theatergruppe enthüllt verdrängte Wahrheiten

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Ein ernstes Thema bringt die junge Theatergruppe der Stetternicher Gesellschaft Frohsinn auf die Bühne: „Wir hatten einen Traum. Frauenhandel” heißt der Titel des Stücks, in dem es zum Zwangsprostitution geht.

Stetternich. Die junge Theatergruppe der Stetternicher Gesellschaft Frohsinn erobert die Bühne im Kulturbahnhof Jülich (KuBa). Diesmal zeigt die Theatergruppe dem Publikum allerdings keine Komödie, sondern widmet sich einem ernsten Thema. „Wir hatten einen Traum. Frauenhandel” lautet der Titel des neuen Jugendtheaterstückes, das das Theater unter der Leitung von Brigitte Pietzsch-Köhne erarbeitet hat und am 19. und 20. Juni im KuBa aufführen wird.

Wie der Titel schon verrät, handelt das Theaterstück von Frauenhandel. Es geht um junge Mädchen, die verschleppt und zwangsprostituiert werden. Im Mittelpunkt stehen fünf junge Frauen, dargestellt von Maria Mock, Juliane und Miriam Schweika, Leonie Sowa und Birgit Eidenschink, die unter dem Vorwand eines Model-Castings aus dem Ausland nach Berlin verschleppt und dort zur Prostitution gezwungen werden.

Annas Vater, Herr Koslowski (Meinhard Bock), macht sich, nachdem er sie auch telefonisch nicht mehr erreichen kann, mit Hilfe von zwei Mitarbeiterinnen der Sonderkommission für Menschenhandel und Zwangsprostitution (Bianca Borowski und Felicia Menakumzambi) auf die Suche nach seiner Tochter Anna.

Im Bordell werden die jungen Frauen skrupellos ausgebeutet, misshandelt und vergewaltigt. Als Objekte der Begierde müssen sie sich ihrem Schicksal fügen und funktionieren. Der „Model-Coach” (Johanna Schulz) zwingt den Mädchen, unterstützt durch die Gewalttätigkeit des Zuhälters und der beiden Bodyguards (Michael Struth, David Pietzsch, Peter Lövenich), ihre Rolle als Prostituierte auf. In ihrem Schmerz und seelischen Leid verbunden, halten die Mädchen zusammen und geben sich gegenseitig Kraft zum Überleben.

Von ihren Peinigern zu modernen Sklaven gemacht und ihrer Freiheit beraubt, bleibt ihnen nur der zarte Keim der Freundschaft, der selbst auf diesem Boden der Gewalttätigkeit wächst.

Das Bühnenstück des Theaters thematisiert eine von der modernen Konsumgesellschaft verdrängte Wahrheit. Nach dem Lagebild des Bundeskriminalamtes würden jährlich in der Bundesrepublik Deutschland 700 bis 1000 Frauen und junge Mädchen registriert, die als Opfer von Menschenhandel erkannt werden, schreibt die Gesellschaft Frohsinn in ihrer Ankündigung zu den beiden Aufführungen im KuBa.
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