Jülich - Theater spielen als Hilfe zur Selbsthilfe

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Theater spielen als Hilfe zur Selbsthilfe

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Das Teatro Trono bildete den A
Das Teatro Trono bildete den Auftakt zum 1. Kinderkultursommer im Brückenkopfpark. Foto: Krol

Jülich. Ganz ohne Worte kamen die sieben Kinder und Jugendlichen des „Teatro Trono” aus Bolivien aus. Verstanden wurden sie dennoch. Ihr Auftritt bildete den Auftakt zum 1. Kinderkultursommer im Jülicher Brückenkopf-Park.

In den nächsten vier Wochen jeweils sonntags ab 15 Uhr werden Kinder und Jugendliche auf der Hauptbühne des Parks im Mittelpunkt stehen. Ihnen ist dieses Kulturprogramm gewidmet, das ganz unterschiedliche Aspekte behandelt.

Unter anderem werden Christiane Weber und die „Krümelmucke”, das Theater des Lebens, Filou Fox und zum Abschluss das Pappmobil zu gast sein. Den Auftakt machte jedoch Teatro Trono.

Aus El Alto, der höchsten Stadt der Welt in Bolivien waren sie auf Einladung der Kinderkultur-Karawane nach Deutschland gekommen, um hier die Kinder mit ihrem Leben ihrer Kultur, ihren Spielen, aber auch mit ihren Problemen vertraut zu machen.

Eigene Erlebnisse verarbeiten

Vor mehr als 20 Jahren hatten Straßenkinder aus einer Erziehungsanstalt in El Alto begonnen, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Angeleitet durch den Sozialarbeiter und Theaterpädagogen Ivan Nogales, begannen sie mit dem Theaterspiel und entdeckten bald, dass diese Arbeit auch zur Verarbeitung ihrer bitteren Erfahrungen, zur Stärkung des Selbstbewusstseins und zur Verbesserung ihrer Lebenssituation beitrug.

Heute verfügt das Teatro Trono über ein eigenes Kulturhaus mit Theatersaal, Bibliothek, Kinothek, Turnhalle und vielem mehr. Ein kleines Museum gehört ebenso dazu wie ein Observatorium auf dem Dach. Besonders stolz sind die Akteure auf ihren Theater-LKW, mit dem sie in ihrer Heimat über Land fahren und Kultur auch in die Dörfer bringen können. 150 Kinder und Jugendliche sind mittlerweile dort eingebunden und das Angebot reicht über Theater, Zirkus, Clownerie bis hin zu Ballett.

Sieben Jugendliche touren seit zweieinhalb Monaten durch Deutschland und suchen den Austausch mit anderen Jugendlichen. Dabei spielen sie nicht nur Theater, sondern geben auch Workshops. In Jülich allerdings beschränkten sie sich vor allem auf Pantomime. Mit ihrer ausdrucksstarken Körpersprache vermittelten sie ihre Botschaft. Dabei beschränkten sie sich zum Großteil auf Spiel und Spaß, denn überwiegend saßen jüngere Kinder im Publikum. Auch wenn sie nicht immer alles verstehen konnten, so waren sie doch sehr aufmerksam bei der Sache und verfolgten die Ereignisse auf der Bühne. Gut kam bei ihnen an, dass die Akteure in ihren bunten Kostümen ab und an ein Kind aus dem Publikum nach oben holten.

Alljährlich holt die Kinderkultur-Karawane solche Gruppen aus der ganzen Welt nach Deutschland, um so den Dialog zu pflegen. Dabei handelt es sich zumeist um Kinder und Jugendliche, die früh lernen mussten, ihren Weg zu gehen.
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