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Testspiel in Jülich: Fortuna Düsseldorf dreht Spieß noch um

Von: Guido Jansen
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Borussia Freialdenhoven wehrte
Borussia Freialdenhoven wehrte sich in Jülich gegen den Erstligisten Fortuna Düsseldorf lange Zeit tapfer und engagiert - hier links Düsseldorfs André Fomitschow, rechts Borusse Imad Laadin. Foto: Günther Kròl

Jülich. Die Düsseldorf-Bilanz von Wilfried Hannes hat seit Dienstag einen ersten Kratzer. 1:3 (1:0) verlor Fußball-Mittelrhein-Ligist Borussia Freialdenhoven im Jülicher Karl-Knipprath-Stadion gegen den Bundesliga-Aufsteiger Fortuna Düsseldorf, der lange einem Rückstand hinterher lief und erst durch drei späte Tore die Blamage vermeiden konnte.

„Bisher haben wir noch nie gegen Fortuna verloren”, sagte der Freialdenhovener Trainer vor dem Spiel mit einem verschmitzen Lächeln. 2:2 und 0:0 hat die Borussia bisher gegen das Team aus der Landeshauptstadt gespielt. Acht Jahre ist es her, seit die beiden Mannschaften sich in der Oberliga auf Augenhöhe begegnet sind. Freialdenhoven war damals das kleinste Dorf der Klasse, Düsseldorf die größte Stadt. Seitdem ist viel Wasser den Rhein herunter geflossen. Und Wilfried Hannes Lächeln signalisierte, dass die Bilanz heute noch für ein nettes Anekdötchen gut ist, mehr aber nicht. Die Oberliga gibts nicht mehr, die Fortuna kickt vier Etagen höher in der Bundesliga.

Zumindest eine Halbzeit lang hat die Borussia ihre Bilanz aufrecht erhalten können. Die Hannes-Elf führte verdient mit 1:0. Stürmer Kelly Ayuja traf nach einer halben Stunde. Folgerichtig, weil Borussia ebenbürtig war und mehr Torchancen hatte. Anschließend schaltete der Bundesligist einen Gang hoch. Mehr als ein Lattentreffer von Gerrit Wegkamp (Fallrückzieher/40.) brachte Düsseldorf bis zur Pause aber nicht zustande.

Trainer Norbert Meier hatte genug gesehen, brachte nach der Halbzeit seinen Top-Stürmer Dani Schahin und rückte damit von seiner vor dem Spiel erklärten Marschroute ab. „Heute kommen die Spieler zum Einsatz, die sonst wenig spielen”, hatte Meier gesagt. Die Sorge vor einer peinlichen Niederlage ließ ihn umdenken. Nach dem Spiel wütete der Coach: „Ich fand das Auftreten in der ersten Halbzeit bedenklich und fast respektlos dem Gegner gegenüber.”

Dem Gegner aus Freialdenhoven machte Meier ein Kompliment. „Man hat gesehen, warum sie in der Mittelrheinliga oben mitspielen.” Da grinste Wilfried Hannes wieder verschmitzt. Im Tor machte der eingewechselte Ivicia Ljubicic reihenweise Chancen der Düsseldorfer zunichte. Vorne hätte Philipp Dunkel mit einer Direktabnahme aus 25 Metern (64.) beinahe das 2:0 erzielt. Spätestens danach kippte das Spiel zu Gunsten des Favoriten. „Da war unsere Leistung dann in Ordnung”, so Meier. Borussen-Abwehrrecke Christian Kreutzer: „In der zweiten Halbzeit haben sie gezeigt, wie hoch das Tempo in der Bundesliga ist.” Vo-ronin (78.), Wegkamp (81.) und Du Ri Cha (83.) schossen die Gäste spät auf die Siegerstraße.

„Fortuna weiß genau wie wir, was es heißt, aus den Ruinen aufzuerstehen”, sagte Michael Lingnau, der erste Vorsitzende des SC Jülich 10/97. Die vier Aufstiege der Fortuna sind für die Jülicher noch weit weg. Der ehemalige Amateur-Meister erholt sich derzeit von seiner Insolvenz.

Das Gastspiel der Fortuna im Karl-Knipprath-Stadion soll ein Lebenzeichen der „Zehner” sein - zum 100-Jährigen. Intern ist das Zeichen angekommen. „Bei uns haben viele Leute mit angepackt, um das Spiel möglich zu machen”, so Lingnau. „Das fördert das Wir-Gefühl.” Die 2000 Zuschauer dürften zudem den Kassenstand des SCJ gefördert haben.
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