Linnich - Teil der Polizeischule wird „Trainingslager”

Teil der Polizeischule wird „Trainingslager”

Von: hfs.
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Das Haus 19, ehemalige Wohnunterkunft für angehende Polizeibeamte, wird ebenso entkernt und abgerissen wie die benachbarten Seminar- und Unterrichtsräume. Foto: hfs.

Linnich. Beamte von fünf Polizeibehörden trainieren künftig in der ehemaligen Polizeischule in Linnich den Ernstfall. Zu diesem Zweck wird ein regionales Trainingszentrum gebaut. Die Vorbereitungen sind angelaufen.

In Haus 19, dem ehemaligen Seminar- und Unterrichtsgebäude, wurden die Fenster herausgerissen, das Haus ist so gut wie entkernt. Die gleichen Arbeiten laufen im sechsstöckigen Wohngebäude, das früher Polizeibeamten als Unterkunft während ihrer zweieinhalbjährigen Ausbildung zu diente.

„Die Aufträge sind vergeben, die Arbeiten sind im vollen Gange”, sagt Bernd Klaffs, Pressesprecher des Bau- und Liegenschaftsbetriebs (Außenstelle Aachen). Eine Fachfirma aus der Eifel mit Spezialkräften und entsprechendem Werkzeug ist dabei, den Bau „auszuhöhlen”.

Nach einem Beschluss von NRW-Innenministers Ingo Wolf spielt die „Polizeischule”, wie sie im Volksmund heißt, seit dem 1. Januar 2008 in der Planung der zentralen Aus- und Fortbildung der Polizei NRW keine Rolle mehr.

Ordnungshüter ziehen 1952 ein

Das riesige Gelände diente seit dem Einzug der ersten Polizisten 1952 zuerst der Bereitschaftspolizei, Abteilung IV Linnich, mit ihren Lehrgruppen und Hundertschaften als Herberge. 1996 wurden die Hundertschaften der Bereitschaftspolizei den Großbehörden und Bezirksregierungen angegliedert.

Als Polizeiausbildungsinstitut Linnich wurde die Einrichtung fortgeführt und das Wohngebäude errichtet. „Ob es abgebrochen oder gesprengt wird, wissen wir noch nicht”, sagt Klaffs. Er bestätigt lediglich, dass im Frühjahr 2010 die Arbeiten abgeschlossen sein werden und die konkreten Planungen für das neue Trainingszentrum beginnen.

„Wir bleiben Eigentümer der Liegenschaft, werden als Bauherr dieses Zentrum errichten und es dann an das Polizeipräsidium (PP) Aachen vermieten”, so Klaffs, da das PP als Kooperationspartner des Bau- und Liegenschaftsbetrieb auftritt.

„Nutzen werden das Trainingszentrum fünf Polizeibehörden”, hebt Klaffs die Bedeutung hervor. Ein entsprechender Vertrag wurde unterzeichnet, die Polizeibehörden der Kreise Heinsberg, Düren und Rhein-Kreis Neuss sowie die Präsidien Aachen und Mönchengladbach bündeln die Fortbildungsmaßnahmen in Linnich.

Die Nutzung der Großimmobilie war lange Zeit ungewiss. Wurden einige Gebäude rund zwei Jahre lang von der Fachhochschule für Finanzen genutzt, diente das jetzt zum Abriss anstehende Gebäude als Wohnheim für ausländische Studenten der Fachhochschule Aachen, Abteilung Jülich.

Seit Jahresanfang sind die Gebäude an der Rurdorfer Straße Standort des „Freshmen Instituts” der FH. Dieses bietet ausländischen Studenten Wohn- und Unterrichtsraum zur Vorbereitung auf ein Studium in Deutschland.

Mittendrin ein Betonbunker

Was aus der weitläufigen Parklandschaft wird, steht noch in den Sternen. Das liegt vielleicht auch daran, dass inmitten der „Hügellandschaft” ein Betonbunker sein Dasein fristet. Er müsste mit enormem finanziellen Aufwand abgerissen werden.

Die ersten Gespräche mit dem Innenministerium, einen Teil der Liegenschaft Linnich als Einsatztrainingszentrum zu nutzen und Nachbarbehörden zu beteiligen, regte bereits im September 2007 der Aachener Polizeipräsident Klaus Oelze an.

„Diese Kooperation kann ein Beispiel für das Land sein”, sagte er, da Kapazitäten wie Trainer, Material und Ausbilder nur an einer Stelle vorgehalten werden müssten.

Nach dem Willen des Innenministeriums sollen die Kreispolizeibehörden die Möglichkeit bekommen, sich freiwillig zusammenzuschließen, um Synergien zu erzielen. Örtliche Fortbildungen bleiben jedoch auch bestehen.

In Linnich wird nämlich nur das so genannte Einsatz-Training 24 stattfinden - „ET 24” steht dabei für die Anzahl der Stunden, die ein Polizist in der Fortbildung pro Jahr mit Blick auf Einsatzhandlungen absolvieren muss.
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