Tagungsstätte Franz von Sales-Hof im Haus Overbach eingeweiht

Von: Kr.
Letzte Aktualisierung:
5866872.jpg
Pater Provinzial Thomas Vanek segnete vor zahlreichen Gästen die neue Tagungsstätte ein.
5866870.jpg
Prof. Dr. Joachim Treusch hielt den Festvortrag zur Einweihung des Franz von Sales-Hofes. Foto: Kròl

Barmen. Lang war die Liste der Ehrengäste, die Heinz Lingen, der Schulleiter des Gymnasiums Haus Overbach, als Moderator der Feierstunde zu deren Auftakt verlas. Angefangen bei Pater Provinzial Thomas Vanek über Landrat Wolfgang Spelthahn, Dr. Ekkard Winter von der Telekom-Stiftung und Wolfgang Gollub, Gesamtmetall Berlin, bis hin zum Lehrerkollegium der Schule, den Ordensbrüdern und Mitarbeitern waren sie alle gekommen, um die Einweihung der neu errichteten Tagungsstätte Franz von Sales-Hof mitzuerleben.

Alle waren sie sich dabei einig: Diese weitere und vorerst letzte Säule bei der Umstrukturierung der Anlage ist nicht nur eine Bereicherung für das Haus und die Schule, sondern für die gesamte Region. Mut bewies einmal mehr die Ordensgemeinschaft der Oblaten des Heiligen Franz von Sales in einer Zeit, in der die deutschsprachige Provinz schrumpft. Doch sie nahm den Auftrag im Sinne des heiligen Franz von Sales an, Bildung zu vermitteln und dabei den Wert des Menschen und der Natur aus dem Blickwinkel Gottes zu vernetzen und zu fördern. Kunst und Kultur sollen dort ebenso gepflegt werden, wie mit Blick auf das benachbarte Science College Wissenschaft und Technik.

„Wir möchten dort die Freude an der Arbeit und Bildung weitergeben und gleichzeitig den christlichen Auftrag wahrnehmen“, schloss Provinzial Thomas Vanek seine Begrüßungsworte. Er hatte kurz die Beweggründe seines Ordens dargelegt und brachte außerdem seine Freude und Dankbarkeit über dieses gelungene Projekt zum Ausdruck.

Es ist wirkliches ein Schmuckkästchen geworden, was da im ehemaligen Internatsgebäude entstanden ist. In den beiden unteren Stockwerken befinden sich Aufenthalts- Seminar- und Tagungsräume. Provokant, Licht durchflutet, innovativ, mutig, so bezeichnete der Provinzial die Innenausstattung, die die schöne Umgebung der Gesamtanlage mit einbezieht. In den oberen beiden Etagen befinden sich 32 Appartements mit insgesamt 64 Betten, die von jedem – egal, ob Feriengast, Pilger oder Tagungsteilnehmer – angemietet werden können. Alle sind in verschiedenen Farben gehalten und barrierefrei. Es wurden ausschließlich wertige Materialien verarbeitet und flexibel gemacht, so dass dieses Gebäude auch für die Zukunft gerüstete ist.

„Wir wollen ein Gefühl der Unverwechselbarkeit und der Heimat schaffen, um hier Gemeinsamkeit leben zu können“, erklärte Architekt Helmut Heuer, der das Bauvorhaben vorstellte. „Bildung braucht gute Orte“, meinte Wolfgang Gollub von Gesamtmetall Berlin und ist sich sicher, dass hier ein solcher Ort geschaffen worden ist. Auch Dr. Ekkard Winter von der Telekom-Stiftung war ausgesprochen angetan von dem, was er hier gesehen hat. Seit 1999 kennt er bereits Haus Overbach, war bei der Schaffung des Science College mit dabei und äußerte sich lobend über diesen Baustein der Umstrukturierung des Hauses.

Mut und Gottvertrauen gelobt

Landrat Wolfgang Spelthahn dankte der Ordensgemeinschaft für ihr Gottvertrauen und ihren Mut und sieht Haus Overbach als ein Pfund, mit dem auch der Kreis Düren wuchern könne. Er sicherte der Einrichtung auch seine volle Unterstützung zu. Gern gesehener Gast in Jülich und dem Haus Overbach schon seit vielen Jahren eng verbunden ist Prof. Dr. Joachim Treusch, ehemaliger Vorstandsvorsitzender des Forschungszentrums und heute Vorstandschef der Wilhelm und Else Heraeus-Stiftung. Er hatte sich der Aufgabe gestellt, die Festrede zu halten. „Wissenschaft und Gesellschaft – ein Verhältnis im Wandel der Zeit“, hatte er zum Thema gewählt und nahm seine Zuhörer mit auf eine Reise durch die Geschichte der Wissenschaft.

Hochschulausbildung überarbeiten

Schon der junge Leibnitz, so Treusch, habe 1669 befürchtet, dass es mit der Wissenschaft bergab gehe. Immer wieder sei das Verhältnis Gesellschaft und Wissenschaft kritisch hinterfragt worden. Schiller, Goethe, die Brüder Humboldt, Siemens und Einstein, waren einige der großen Persönlichkeiten, die er zu dieser Frage zitierte. Kritisch beleuchtete er auch die jüngsten Äußerungen der Politiker und schloss seine Ausführungen mit den Fragen: „Hat die Wissenschaft wirklich ihren Elfenbeinturm verlassen? Sind es vielleicht nur mehr geworden, dessen Bewohner sich gegenseitig besuchen?“ Daher findet Treusch es sinnvoll, die Hochschulausbildung des 21. Jahrhunderts zu überarbeiten und problemorientiert statt fachspezifisch zu gestalten.

Im Anschluss an die Feierstunde in der Aula, die vom Overbacher Brass Quintett musikalisch umrahmt wurde, begaben sich die Gäste in den Hof, wo Pater Provinzial Thomas Vanek Gottes Segen für die neu gestaltete Tagungsstätte und die Menschen erbat, die dort ein- und ausgehen.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert