Jülich - „Tag der Architektur“: Forschungszentrum öffnet seine Türen

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„Tag der Architektur“: Forschungszentrum öffnet seine Türen

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Das neue Reinraumgebäude für Nanoelektronik: Seine schiere Größe macht es einmalig in Europa, sagt Jens Kuchenbecker, Leiter des Geschäftsbereichs Planen und Bauen. Foto: Daniela Mengel Driefert
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Das bestehende Schülerlabor wurde erweitert: Im Neubau wird in den Unterrichtsfächern Physik und Technik experimentiert.
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Dipl.-Ing. Architekt Jens Kuchenbecker ist im Forschungszentrum Jülich Leiter des Geschäftsbereichs Planen und Bauen.

Jülich. „Architektur bewegt!“, lautet das Motto zum „Tag der Architektur 2014“. Wer aus diesem Anlass am Sonntag das Forschungszentrum Jülich besucht, wird dort Einblicke in die Funktion und Form von Gebäuden erhalten, die für die wissenschaftliche Nutzung konzipiert wurden.

Jens Kuchenbecker, Leiter des Geschäftsbereichs Planen und Bauen, erklärt im Gespräch mit unserer Mitarbeiterin Daniela Mengel-Driefert die Besonderheiten der Neubauten, den Ablauf der Veranstaltung und den Masterplan für die städtebauliche Entwicklung des riesigen Areals und seiner Forschungseinrichtungen.

Das Forschungszentrum beteiligt sich zum zweiten Mal an dem „Tag der Architektur“. Was erwartet den Besucher?

Jens Kuchenbecker: Der Besucher erhält einen Einblick in die Architektur der Forschungswelt, das heißt, wir zeigen Gebäude, die für die Forschung in diesem Jahr errichtet worden sind. Es sind Gebäude, die architektonisch, von ihrem ganzen Erscheinungsbild nach außen hin und von dem was drinnen passiert, interessant sind. Die Führungen sind so organisiert, dass sowohl die Planer, die Architekten, dabei sind, die Bauabteilung vom Forschungszentrum, als auch die Wissenschaftler, die in den Häusern arbeiten. Sie stehen zu allen Fragen, die Architektur und Wissenschaft betreffen, Rede und Antwort. Letztlich ist es so, dass wir für die Forschung bauen und quasi die besten Bedingungen schaffen wollen, damit gute Forschungsergebnisse erzielt werden können und die besten Wissenschaftler zu uns kommen.

Am Tag der Architektur werden die Besucher zunächst zum Empfangsgebäude 03.9, dem Bürogebäude des technischen Bereichs, geleitet. Wie geht es weiter?

Kuchenbecker: Ja, dort ist die Anlaufstelle für alle Besucher. Von hier werden die Gäste zu den Gebäuden geführt, beziehungsweise bekommen den Weg beschrieben. Wir sind mit einer guten Anzahl von Mitarbeitern vertreten, sodass wir auf alle Anforderungen reagieren können. Wir haben auch einen Bustransfer, der einzelne Besucher zu den Gebäuden bringen kann, und wir organisieren nebenbei noch eine Rundfahrt über den gesamten Campus. Also, wer Interesse hat, den Campus zu sehen, der bekommt von der Unternehmenskommunikation eine separate Führung über den gesamten Bereich des Forschungszentrums.

Das Forschungszentrum stellt in diesem Jahr drei Gebäude vor. Ein Reinraumgebäude, eine Erweiterung des Schülerlabors und ein Büro-und Laborgebäude. Was zeichnet die Bauten aus?

Kuchenbecker: Das Schülerlabor ist insofern ein wichtiges Gebäude, weil es dem wachsenden Andrang der Schulen nachkommt, mit dem Forschungszentrum zusammenzuarbeiten. Das Ziel ist, Schüler für die Wissenschaft und für die Naturwissenschaften zu interessieren. Hier können unter wissenschaftlichen Bedingungen Experimente von den Schülern durchgeführt werden.

Ein weiteres Gebäude ist das Reinraumgebäude. Was kann man sich darunter vorstellen?

Kuchenbecker: Das ist ein hochtechnisches Gebäude, in dem unter sehr definierten Verhältnissen Experimente und Versuche durchgeführt werden. Das heißt, es muss eine sehr hohe Luftreinheit vorhanden sein, die über eine Klassifizierung verfügt, die der jeweiligen Forschungsarbeit, die darin gemacht werden soll, entspricht. Das Besondere an dem Reinraum ist, dass er eine gigantische Größe hat, eine Reinraumfläche von 1000 Quadratmetern, die gibt es so europaweit nicht.

Und das dritte Gebäude?

Kuchenbecker: Das ist ein Gebäude, das von außen relativ unscheinbar aussieht. Das Interessante liegt im Inneren und in der Art, wie es errichtet worden ist. Es ist ein Modulgebäude, vorrangig mit Büros, aber auch mit Laborflächen und wurde in sehr kurzer Zeit mit vorgefertigten Elementen errichtet.

Die Bauten sind sonst nicht für Besucher zugänglich?

Kuchenbecker: Zugänglich sind die Gebäude nur am „Tag der Neugier“ und am „Tag der Architektur“.

Sie stellen am Wochenende auch einen Masterplan vor. Was beinhaltet er?

Kuchenbecker: Er ist die Grundlage für alles, was wir hier auf dem Gelände in der Zukunft machen werden, ein Stufenentwicklungsplan für die Jahre 2020, 2030, 2050. Eine Zukunftsvision, die in Form eines Vortrags, Film und Bildtafeln vorgestellt wird. Der Campus Mitte soll attraktiver gemacht werden, Straßen sollen verlegt werden, wir wollen den Fahrzeugverkehr reduzieren, im inneren Bereich soll sich möglichst nur noch zu Fuß oder mit Fahrrädern oder Elektromobilen bewegt werden. Es ist ein städtebaulicher Entwicklungsplan.

Ist eine Anmeldung am „Tag der Architektur“ erforderlich?

Kuchenbecker: Besucher können sich bis Freitagabend online anmelden. Dann bekommen sie einen Besucherschein und können direkt durchgehen. Wer sich am Tag selber entscheidet, zu uns zu kommen, der kann sich beim Besucherservice melden und kommt ebenfalls ohne Schwierigkeiten auf das Gelände.

 

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