Suche nach Fremdwasserquelle läuft an

Von: ojo
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Linnich. Gut ein Jahr nach der Absichtserklärung, dem Rätsel um die andauernde Überflutung des Linnicher Kernstadtbereichs bei Starkregen auf den Grund zu gehen, wurde in der jüngsten Sitzung des Werksausschusses die Weiche auf „Ausführung” gestellt.

Allerdings rumpelte es hörbar, als der Auftragszug Fahrt aufnahm. Das lag zum Teil daran, dass das 45 Seiten starke Leistungsverzeichnis, das die Kommunal- und Abwasserberatung (KUA) NRW als Richtschnur für den späteren Auftragnehmer ausgearbeitet hatte, erst unmittelbar vor der Sitzung ausgeteilt worden war.

Die SPD-Fraktion hatte sogar kein Exemplar erhalten, so Fraktionschef Hans-Friedrich Oetjen. Folglich könne man darüber auch nicht abstimmen. Das relativierte er später etwas. Dem Grundsatzbeschluss, die Fremdwassermessung auszuschreiben könne man folgen unter dem Vorbehalt, dass der Vergabeausschuss nach Prüfung des Leistungsverzeichnisses entscheidet.

Wie Viola Wallbaum, Juristin bei der KUA, erläuterte, soll die Ausschreibung zweigeteilt erfolgen. Auftragsstufe 1 umfasst die Messungen, Analyse, Eingrenzung der Fremdwasserquelle und eine erstes Grobkonzept der Folgemaßnahmen.

Auftragsstufe 2 beinhaltet das Feinkonzept zur Beseitigung der Problematik. Die Ausschreibung, so Viola Wallbaum, könne durchaus an zwei Auftragnehmer vergeben werden. Andererseits sei es „viel wert, wenn der, der die Konzeption erstellt, sich auf seinen eigenen Messungen stützen kann”.

Mit dem umfangreichen Leistungsverzeichnis - Grundlage der Ausschreibung - solle spätere zusätzliche Honorarforderungen verhindert werden.

Intensiv wurde nach dieser Darstellung der rechtlichen Seite erneut die eigentlich Problematik diskutiert. So warf Hans-Willi Dohmen (CDU) die Frage auf, ob es nicht sinnig sei, statt nur den Kernstadtbereich gleich das gesamte Kanalnetz unter die Lupe zu nehmen und auf Fremdwassereinträge zu untersuchen.

Das geht nicht mehr. Zumindest nicht im Rahmen des Investitionsprogrammes Abwasser (IPA). Der Förderantrag ist gestellt und gebilligt, allerdings nur begrenzt auf die Kernstadt.

Bei angemeldeten Kosten von 200 000 Euro steht eine 50-prozentige Förderung zu erwarten. Aufstocken ist nicht möglich, „weil das Programm schon ausgelaufen ist. Der Topf ist leer”, beschied die KUA-Juristin.

Richtig aufgebracht war Hans-Friedrich Oetjen, dass das Überlaufbecken im Bereich zwischen Mäusgasse/Krähwinkel und Kläranlage als Fehlerquelle der Überflutung ausgeschlossen worden war.

Mit Nachdruck forderten er und auch Mark Dremel (PKL), dieses Becken in die Untersuchung der Kanäle und ihrer Knotenpunkte im Kernstadtbereich einzubeziehen.
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