Studienseminar platzt aus allen Nähten: Raumnot nervt Jung-Lehrer

Von: Christoph Classen
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Zu wenig Platz: Leiter Heinz Derichs vor den Räumen des Studienseminars. Foto: Classen

Jülich. Es gibt viel, mit dem Heinz Derichs sehr zufrieden ist. Die Anbindung an Bus und Bahn sei bestens, die Parkplätze in ausreichender Zahl und in unmittelbarer Nähe vorhanden. Und doch will Derichs so schnell wie möglich weg. Nicht aus Jülich aber zumindest von dort, wo er gerade ist.

Heinz Derichs leitet das Studienseminar in der Kurfürstenstraße, eine Einrichtung, in der aktuell rund 500 Lehrer ausgebildet werden. Und wenn er von den Bedingungen berichtet, unter denen die angehenden Pädagogen täglich büffeln, dann fehlt von Zufriedenheit jede Spur. Derichs sagt: „Es muss sich etwas tun.”

Das Problem das Studienseminars ist, dass es aus den sprichwörtlichen Nähten platzt. Zum Vergleich: Es gibt in Aachen eine ähnliche Einrichtung, die in etwa genau so viele Lehrer ausbildet wie die in Jülich. Dort stehen 20 Räume zur Verfügung. In der Herzogstadt sind es nur 7,5.

„Bei uns sitzen die Auszubildenden, die kurz vor dem Examen stehen, mit denen zusammen, die gerade erst angefangen haben”, verdeutlicht Derichs das Problem. Eigentlich sei eine Differenzierung nach Jahrgängen nötig.

Und weil er sich nicht anders zu behelfen weiß, stellt der Leiter regelmäßig sein Büro für den Unterricht zur Vefügung, auch wenn er das eigentlich nicht darf. Die fehlenden Pausenräume seien da noch das geringste Problem. Das sich die Situation in absehbarer Zeit von alleine verbessert, ist nicht zu erwarten. „Die Zahl von 500 Auszubildenden wird voraussichtlich auch über die kommenden zehn Jahre stabil bleiben”, sagt Derichs.

Kurzfristige Lösungen

Nun ist es nicht so, dass das Problem in der Stadt völlig unbekannt ist. Grüne, CDU und FDP haben beim Bürgermeister einen gemeinsamen Prüfauftrag eingereicht, der Lösungen für das Studienseminar aufzeigen soll. Vorläufiges Ergebnis: Schnellstmöglich sollen der Einrichtung Räume im Gymnasium Zitadelle und eventuell auch in der Schirmerschule zur Verfügung gestellt werden.

Im Laufe des kommenden Jahres ist dann eine Nutzung von leerstehenden Räumen im benachbarten Polizeigebäude angedacht. Hierfür müsste dort wohl ein neuer Eingang gebaut werden. Derichs ist froh, wenn mit diesen Maßnahmen die akute Raumnot möglichst schnell gelindert werden kann. Er sagt aber auch: „Das kann nur ein Übergang sein.”

Beim Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW, der für alle Landesimmobilien und damit auch für das Studienseminar zuständig ist, hat man auch erkannt, dass sich etwas tun muss. Es gebe noch keine Festlegungen, allerdings liefen Gespräche mit der Polizei, sagte ein Sprecher auf Anfrage. Einige man sich darauf, dass das Studienseminar Räume der Behörde nutzen könne, sei dies „kurzfristig eine gute Lösung”.
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