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Störfall im Jülicher Reaktor wird untersucht

Von: dpa
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Jülich/Düsseldorf. Unabhängige Fachleute sollen einen Störfall im Jülicher Forschungsreaktor aus dem Jahr 1978 untersuchen.

Das Forschungszentrum Jülich und die Arbeitsgemeinschaft Versuchsreaktor (AVR) haben die Experten beauftragt, die Betriebsgeschichte des 1988 stillgelegten Reaktors zu beleuchten. Dabei solle die Arbeitsgruppe zur AVR-Sicherheit sich auch mit dem Störfall und den damals vom TüV angefertigten Gutachten befassen, teilte das Forschungszentrum am Montag mit.

In dem Versuchsreaktor hatte es im Juni 1978 einen Störfall am Dampferzeuger gegeben. Dabei trat Wasser aus und kontaminierte das Erdreich unterhalb des Reaktors. Eine „grenzwertüberschreitende Belastung für Menschen und Umwelt” sei aber zum Zeitpunkt des Störfalls und auch danach auszuschließen, hatte das NRW-Wirtschaftsministerium im August 2009 unter Berufung auf TüV-Prüfberichte versichert.

Anlass für den neuen Untersuchungsauftrag sei die anstehende Überprüfung der kerntechnischen Anlagen in Deutschland sowie „das gestiegene Informationsbedürfnis zu allen Fragen der Kernenergie nach den Ereignisse von Fukushima”, heißt es in der Mitteilung weiter. Einen ersten Zwischenbericht soll die Arbeitsgruppe bis Ende des Jahres vorlegen.

Der Wirtschafts- und der Wissenschaftsausschuss des Landtags werden sich am kommenden Donnerstag in einer gemeinsamen Sondersitzung mit der Antwort der Landesregierung auf die Kleine Anfrage der Grünen zum Verbleib der Brennelementkugeln aus dem Forschungsreaktor befassen. Das teilte ein Sprecher der CDU-Fraktion mit.

CDU und FDP wollen die Abläufe bei der Beantwortung der Anfrage geklärt wissen. Durch die Antwort von Wissenschaftsministerin Svenja Schulze (SPD) war zunächst der Eindruck entstanden, rund 2300 Brennelementkugeln würden vermisst. Das Bundesforschungsministerium gab schließlich Entwarnung. Demnach lagern die Kugeln im Zwischenlager des Jülicher Forschungszentrums.

Der Staatssekretär im Wirtschaftsministerium teilte unterdessen in einem Schreiben an den Wirtschaftsausschuss mit, der Atomaufsicht sei „seit dem Betrieb des AVR-Versuchsreaktors bekannt”, dass zerbrochene Brennelementkugel im Abfalllager des Forschungszentrums einzementiert aufbewahrt werden. Das Wirtschaftsministerium ist für die Atomaufsicht zuständig.

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