Lucherberg - Steckkalender ist das Prunkstück im ortsgeschichtlichen Museum

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Steckkalender ist das Prunkstück im ortsgeschichtlichen Museum

Von: ptj
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Stolz präsentierte Vereinsvorsitzender Jörg Lakeberg (3.v.l.) beim Museumstag getöpferte Vorratsgefäße, die aus etlichen einzelnen „Fehlbrand“-Scherben zusammengesetzt worden sind. Foto: Jagodzinska
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BU1: Glanzstück der Ausstellung ist ein mutmaßlicher römischer Steckkalender unten links im Bild. Foto: Jagodzinska BU2: Jüngere Besucher lockte vor allem das Töpfern römischer Öllampen. Foto: Jagodzinska BU3: Stolz präsentierte Vereinsvorsitzender Jörg Lakeberg (3.v.l.) getöpferte Vorratsgefäße, die aus etlichen einzelnen „Fehlbrand“-Scherben zusammengesetzt wurden. Foto: Jagodzinska

Lucherberg. Glanzstück der aktuellen Wechselausstellung „Römische und steinzeitliche Fundstücke“ des Geschichtsvereins Inden im ortsgeschichtlichen Museum Lucherberg ist ein römisches Fundstück aus Vettweiß.

Das 10 x 14,5 Zentimeter große und etwa fünf Zentimeter hohe Kalksteinfragment hat an der linken Seite ein säulenartiges Reliefteil. Daneben sind sichelförmige Ornamente mit jeweils einem Bohrloch am Ende zu sehen, erhalten sind noch zehn „Sicheln“. Es könnte sich dabei um einen römischen Steckkalender handeln, wie die ebenfalls ausliegende wissenschaftliche Zeitschrift „Archäologie in Deutschland“ im Jahre 2008 mutmaßte, der sich aber zumindest bis dahin „eine eindeutige Erklärung entzog“.

Stolz zeigte sich Vereinsvorsitzender Jörg Lakeberg zudem über eine Reihe getöpferter Vorratsgefäße aus der zweiten Hälfte des zweiten bis Mitte des dritten Jahrhunderts. Sie waren aus etlichen einzelnen Scherben mit unterschiedlichen Brennfarben wieder in ihre ursprüngliche Form gebracht worden. Gesammelt hatten sie die Vereinsmitglieder Walter Wenning, Walter Strunk und Walter Franzen.

Bei den Fundstücken handelt es sich um so genannte „Fehlbrände“, also fehlerhafte, verzogene oder zerbrochene Keramikstücke. Deshalb wurden sie wieder zerschlagen und als Ziegelersatz in die Ofenwandung und Ofenkuppel mit eingemauert oder zum Verschließen der Einfüllöffnung verwendet.

Die unterschiedlichen Brennfarben waren durch ungleichmäßige Hitzeeinwirkung entstanden. Kochtöpfe, mit herzförmig profiliertem Rand oder mit Horizontalrand, waren zum Teil durch Überfeuerung stark deformiert.

Ferner zählten Reibschalen mit senkrechter oder waagerechter Randausbildung zu den ausgestellten Exponaten. Fehlende Teile waren durch Ergänzungsmasse ersetzt worden. Drei rauhwandige Schüsseln mit nach innen eingebogenem verstärkendem Rundstab-Rand, ein weitbauchiges flaschenförmigs Vorratsgefäß mit eingeschwungenem Hals und stark verformte Überreste zweier Töpfe mit Engobe-Malerei komplettieren die Sammlung.

Eine Vitrine beinhaltet eine Münzsammlung, die die Landesgeschichte veranschaulicht. Exponate stammen unter anderem aus der Franzosenzeit bis 1814 oder dem Großherzogtum Berg ab 1806. Ein wenig überraschend ist das Facsimile eines Meilensteins aus Zülpich-Hoven, Blickfang der Münzsammlung.

Eine zweite Vitrine beschäftigt sich mit regionalen Marmorarten, darunter Scherben des rötlichen römischen Tafelgeschirrs „Terra Sigillata“ im „Engobe“-Glanzton-Überzug mit Tier- oder Gottheitsmotiven.

Vor allem für die jüngeren Besucher der Ausstellung lockte am Museumstag das Aktionsangebot, mit Hilfe zweiteiliger Gipsformen unter Anleitung von Wenning und Franzen im Musem römische Öllampen zu töpfern – etwa in Stern-, Tier- oder Fußform. Interessierte werden um Anmeldung unter Telefon 02465/1691 mittwochs in der Zeit von 8.30 bis 9.30 Uhr gebeten.

Information über weitere Aktivitäten des Vereins, der laut Jörg Lakeberg „alles von der Steinzeit bis zur Neuzeit abdeckt“, sind im Internet unter www.geschichtsverein-inden.de zu finden.

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