Schophoven/Jülich - Stationen Jesu bis Ostern nachgespürt

Stationen Jesu bis Ostern nachgespürt

Von: ptj
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Der erste Zwischenstopp auf dem Weg nach Jülich erfolgte in der Kapelle in Viehöven, wo die Pilgergruppe betete und zu Gitarrenklängen sang. Foto: Jagodzinska

Schophoven/Jülich. Genau zwölf Interessierte, darunter Propst Josef Wolff und vier Firmlinge, machten sich am Nachmittag des Palmsonntags gemeinsam auf einen langen Fußweg, um den Stationen Jesu von Palmsonntag bis Ostern nachzuspüren – hier mag die apostolische Zahl Zufall gewesen sein.

Dabei handelte es sich um eine Kooperationsveranstaltung der Pfarrei „Heilig Geist“ und dem Musem Zitadelle. Angeleitet wurden die Gruppe von Marcell Perse und Claudia Werner, die kreative sechs Stationen – von der Kirche St. Barbara in Schophoven bis zum Jülicher Hexentor – geplant hatten. An jeder Station, ob in Kirche oder Kapelle, an Fluß oder Kiesbett oder bei der gastgebenden Familie Ernstes, wurde ein Bündel ausgepackt, das wie ein Pilgerkreuz auf dem langen Fußweg abwechselnd vorangetragen wurde.

Kerze, Stein und Schnüre

Darin befand sich eine Kerze, die an jeder Station angezündet wurde. Zusammengetragen hatten die Organisatoren zudem einen Stein, Schnüre zum „Nachhalten, was wir heute erleben“, Buchsbaumsträußchen und ein Aspergil (Weihwasserspender). Jeder Teilnehmer knüpfte als erstes einen Buchsbaumzweig an das ihm zugeteilte Stück Schnur, das stellvertretend für die Palmzweige südlicher Länder am Palmsonntag symbolisch verwendet wird. Die Menschen in der Bibel hatten Palmzweige abgerissen und Jesus damit zugejubelt, als er in Jerusalem einzog.

Hoffnungsvoller Newcomer

Warum zugejubelt? „Sie haben ihre unterschiedlichsten Hoffnungen auf diesen Newcomer gesetzt“, deutete Perse ihre Reaktion. Den Palmzweig besprengte Perse spürbar mit Weihwasser , als „Bitte um den guten Geist, um Jesus in unserer Mitte. Ein bisschen mystisch, ungewöhnlich für uns, so etwas zu tun“, kommentierte er die Segnung. Der Stein steht für Petrus, den „Fels, auf den Jesus seine Kirche bauen“ wollte.

In die Rolle von Simon Petrus schlüpfte Claudia Werner. Sie erzählte Geschichten aus Sicht des Jüngers und formulierte Fragen und Eindrücke, etwa: „Wenn wir hier jetzt so unterwegs sind in Richtung Passahfest, frage ich mich, was aus den Leuten geworden ist, die Jesus geheilt hat“? Nicht zuletzt ermutigte Perse die Pilger, einen Klatschrhythmus einzustudieren, der die verschieden langen Schritte der Pilger und natürlich ihren Jubel nachempfinden sollte.

Immer wieder wurde etwas Neues an die Schnur angeknüpft, etwa ein Knoten an der zweiten Station in der Kapelle in Viehöven. Dieser Knoten sollte den jeweiligen Pilger an jemanden erinneren, „den er unterstützen kann“. Damit konnte er schon gleich in der Kapelle beginnen. Perse teilte Blanco-Postkarten aus, die „anderen Menschen das Gefühl geben sollen, nicht alleine mit ihren Sorgen zu sein“. Schon alleine: „Ich denk an dich“ oder „Alles Gute“ könne einen anderen Menschen unheimlich glücklich machen.

Nicht nur die Frommen

Geschrieben wurde mit kräftigen Grasstengeln aus der aufblühenden Natur oder auch mit später ausgeteilten Stiften. Die Idee zu dieser Aktion kam Perse und Werner, als sie bei der Vorbereitung in der Kapelle ein Buch mit handgeschriebenen Bitten von Menschen entdeckt hatten. „Es hat mich sehr berüht, dass nicht nur die schon immer Frommen hier ihre Bitten abladen, in der Hoffnung, dass andere mittun“, erläuterte Perse.

Auf die jeweilige Situation abgestimmt waren die Lieder, begleitet von drei Gitarren. So stimmte das Pilgerlied „Auf dem Weg“ von Norbert M. Becker die Teilnehmer in Schophoven ein. „Aus den Dörfern“ von Eugen Eckert/Alejandro Veciana wurde in Viehöven angestimmt. Das letztes Lied hieß „Kleines Senfkorn Hoffnung“.

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