Jülich - „Starke Eltern”: Hilfe bei der Kindererziehung

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„Starke Eltern”: Hilfe bei der Kindererziehung

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Carla Merkel vom Kinderschutzbund gibt hilfreiche Tipps und Anleitungen zur Kindererziehung.

Jülich. Kindererziehung ist nicht immer einfach, das weiß jede Mutter und jeder Vater. In einem Kurs des Deutschen Kinderschutzbundes in Lich-Steinstraß kommen nun an zehn Abenden die Probleme, aber auch Lösungsvorschläge auf den Tisch.

Eltern stehen häufig unter Druck und haben das große Bedürfnis, in der Erziehung alles richtig machen, um ihre Kinder bereit und stark für die Welt zu machen. „Sicherlich hat jede Mutter Angst davor, ihr Kind nicht richtig auf die Welt vorzubereiten”, sagt Carla Merkel vom Kinderschutzbund und Kursleiterin in der Kindertagesstätte Rappelkiste.

Kinder brauchen in der Erziehung eine gute Anleitung und klare Grenzen. Aber: Wie setzen Vater und Mutter klare Grenzen, ohne das Kind zu hart zu sanktionieren und vor allem ohne körperliche oder seelische Gewalt anzuwenden? Wie leiten Eltern ihr Kind richtig an? Wie kann eine Mutter auch in konfliktgeladenen Situationen den Familienalltag gelassener und souveräner meistern? Wie behalten Eltern, auch ohne Bestrafung anzuwenden, die Oberhand in Konfliktsituationen?

Diplom-Sozialpädagogin Carla Merkel leitet Eltern auf ihrem Erziehungsweg an. Sie hat reichlich Erfahrung auf dem Gebiet der Kindererziehung, und ihre Tipps können zur wertvollen Stütze in der Erziehung werden. Wenn Eltern gewisse Punkte beachten, sagt sie, könnte ihnen in der Erziehungsarbeit leichter von der Hand gehen: „Man kann in der Erziehung nicht immer alles richtig machen.

Der wichtigste Punkt in der Erziehung ist jedoch, dass sich Eltern der Rechte ihrer Kinder bewusst sind und diese wahrnehmen: Jedes Kind hat ein Recht darauf, gewaltfrei erzogen zu werden.” Schlagen und bereits der kleine Klapps seien der falsche Weg. Alle „Erziehungsmaßnahmen”, die ein Kind körperlich oder emotional verletzten, seien unzulässig. Merkel: Gewalt in der Erziehung - „in welcher Form auch immer - zerstört das Vertrauen und das Selbstvertrauen eines Kindes”.

Ebenfalls wichtig: Kinder sind zwar klein, haben „als eigene kleine Persönlichkeit” dennoch ein Recht auf Mitbestimmung im Alltag. Weiterhin sollten Eltern sich ihre persönlichen Werte und Wertvorstellungen, die sie an ihre Kinder weitergeben möchten, bewusst machen. Außerdem müssen sie sich überlegen, auf welchem Weg sie diese am besten an das Kind vermitteln, rät Carla Merkel.

Eltern müssen sich ihrer Verantwortung bewusst sein und die Bedürfnisse der kleinen Persönlichkeiten erkennen. Eine der wichtigsten Aufgaben der Eltern sei es, das Selbstwertgefühl zu stärken und Hilfestellungen zu bieten, wenn die Tochter oder der Sohn Probleme hat.

Merkel: „Eltern müssen Kindern Liebe, Anerkennung und Vertrauen zeigen und geben, dem Kind aber auch ihre eigenen Gefühle vermitteln”, damit der Nachwuchs lernt, dass es wichtig und richtig ist, sich mitzuteilen und auszutauschen.

Wenn ein Elternteil einmal wütend auf den Nachwuchs ist, sollte er das dem Kind auch mitteilen. Die Gefühle „runterzuschlucken und den Ärger zu verdrängen”, ist in den Augen der Diplom-Sozialpädagogin der falsche Weg. Angestaute Wut bahne sich früher oder später den Weg an die Oberfläche. Ein Kind darf wissen, dass es die Eltern verärgert hat. Diese Gefühle sollen jedoch auf keinen Fall „herausgebrüllt oder herausgeschlagen” werden.

Auch mit Kindern sollte man in Konfliktsituationen ruhig reden und ihnen die Situation und die eigenen Gefühle erklären. Merkel: „Streiten ist normal und kommt in jeder Familie vor. Die Beteiligten müssen aber mit Respekt vor dem Gegenüber streiten. Dabei muss das richtige Maß zwischen Freiheit und Grenzziehung gefunden werden.”

Die Eltern sollten dem Kind eine Stütze sein, wenn es Probleme hat. Elternkurse helfen, entwicklungsfördernde Faktoren wie Zuwendung und Anerkennung im Alltag zu stabilisieren und entwicklungshemmende Verhaltensweisen abzubauen. Elternkurse können die Kommunikation innerhalb einer Familie entscheidend verbessern, so Carla Merkel.
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